Mario Kallnik kann den Tonfall des DFB nicht nachvollziehen und verweist auf konkrete Probleme des FCM
Mario Kallnik, Sportlicher Leiter des 1.FC Magdeburg, kann den Tonfall des DFB nicht nachvollziehen und verweist auf konkrete Probleme des FCM © Getty Images
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Magdeburg reagiert mit Unverständnis auf die jüngste Erklärung des DFB und schließt juristische Schritte nicht aus. Kritik gab es auch an der Wortwahl des DFB.

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Die Fußball-Landesverbände Sachsen (SFV) und Sachsen-Anhalt (FSA) fordern vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) den Abbruch der 3. Liga wegen der Corona-Pandemie.

Ein entsprechender Antrag für den DFB-Bundestag an diesem Montag wurde nach dpa-Informationen am Freitag dem DFB zugestellt.

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Zuvor hatten der MDR und die Bild am Sonntag darüber berichtet. In dem Antrag wird gefordert, dass es in dieser Saison keine Absteiger in die Regionalligen geben soll. Gleichzeitig sollen die per 27. Spieltag auf den Aufstiegsrängen zur 2. Bundesliga stehenden Vereine genauso aufsteigen wie der Tabellen-Dritte, der eigentlich eine Relegation spielen müsste.

Die beiden Verbände beziehen sich bei ihrem Antrag nach dpa-Informationen auf die nach wie vor geltenden unterschiedlichen Verfügungslagen in Deutschland in der Corona-Pandemie, die einen fairen Wettbewerb nicht zuließen. Außerdem verweisen sie auf den Umstand, dass die Saison über den 30. Juni hinaus gehen werde und damit erhebliche arbeits- und vertragsrechtliche Probleme entstehen könnten.

Tonfall seitens des DFB irritiert Magdeburg

Die gegenseitigen Beschuldigungen zwischen dem DFB und dem Fußball-Drittligisten 1. FC Magdeburg setzten sich auch fort. Mit Unverständnis reagierte der Sportliche Leiter Mario Kallnik auf die Veröffentlichung und den Tonfall einer DFB-Erklärung.

In einem Interview auf dem Magdeburger Youtube-Kanal sagte Kallnik, einige DFB-Worte gehörten da nicht hinein. Das Labor habe demnach durchaus aus Kapazitätsgründen einen Corona-Test am Freitag abgesagt, weil kein Kurierfahrer zur Verfügung stand. Erst am Samstag habe der DFB eine Sondergenehmigung erteilt, dass der Verein die Proben selbst in das Labor fahren könne.

Zuvor hatte der Club einen Antrag auf Verlegung des Neu-Starts in der 3. Fußball-Liga wegen einer Nichtdurchführung der ersten Corona-Testreihen gestellt, den der Verband abgelehnt hatte.

Kallnik erklärt Problem des ausgebliebenen Corona-Tests

Gleichzeitig verwies der DFB darauf, dass "der 1. FC Magdeburg einen für vergangenen Mittwoch geplanten Termin zur Testung am gleichen Tag kurzfristig ohne Nennung von Gründen abgesagt hatte."

Das konterte Kallnik damit, dass der DFB noch am Dienstag den Neubeginn der Liga auf unbestimmt Zeit verschoben hatte und der Verein dadurch nicht die Notwendigkeit sah, die Tests durchzuführen. Zumal die Verfügungslage in Sachsen-Anhalt bis 27. Mai ohnehin kein Mannschaftstraining erlaube. Als am Mittwoch dann der Neu-Start für den 30. Mai publik wurde, war es für den Test zu spät.

Kallnik verbat sich die Aussage, die Magdeburger Interpretation des Hygienekonzeptes des DFB sei ein "Irrtum". Man habe sich daran orientiert, wie es bei den Erst- und Zweitligaklubs gelaufen sei. Diese hatten zwei Testreihen, bevor sie ins Quarantäne-Trainingslager einzogen.

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"Allein das Wort Quarantäne sagt doch, dass ich etwas schütze oder beschütze. Wenn wir also jetzt in ein Hotel gehen, wissen wir nicht, ist einer infiziert oder nicht. Also ist es ein normales Trainingslager und kein Quarantäne-Trainingslager", sagte Kallnik.

Curtius: "Harte Vorwürfe"

Kallnik betonte, man sei für einen Neu-Start der 3. Liga, aber nur unter einigermaßen vergleichbaren Bedingungen für alle Klubs. Dies sei nur gegeben, wenn auch der 1. FCM zwei bis drei Wochen Mannschaftstraining absolvieren könne. "Das ist weit und breit nicht in Sicht, sondern nur ein paar Tage. Das kritisieren wir und werden uns weitere juristische Schritte vorbehalten", sagte Kallnik.

"Es ist so, dass mit harten Vorwürfen gegeneinander agiert wird. Wir hoffen, dass wir mit einer entsprechenden Beschlusslage noch mal ein Signal bekommen und dass am Samstag der Spielbetrieb stattfinden kann", sagte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius am Sonntagabend in der Sportschau: "Sportlicher Wettbewerb soll auf dem grünen Rasen stattfinden und nicht am grünen Tisch. Wir wollen Rechtsstreitigkeiten vermeiden, die mit einem Saison-Abbruch zwingend verbunden wären."