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München und Kaiserslautern - Der 1. FC Kaiserslautern bangt auch wegen der Coronakrise um die Lizenz für die 3. Liga. FCK-Aufsichtsrat-Mitglied Markus Merk erklärt bei SPORT1 den Stand der Dinge.

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Das Coronavirus hat auch den 1. FC Kaiserslautern fest im Griff. In der 3. Liga ruht wegen der Pandemie vorerst bis zum 30. April der Ball. Kurzarbeit und Solidarität sind gerade das Thema bei den Roten Teufeln. Und das in einer Zeit, wo die Lizenz für die kommende Drittligasaison noch nicht gesichert ist. 

Doch die Stimmung ist nicht am Boden. "Wir haben auch beim FCK Kurzarbeit und es ist phänomenal, wie sich alle Mitarbeiter da solidarisch erklärt und etwas abgegeben haben. Nur so funktioniert es", sagt Markus Merk, Aufsichtsratssprecher des Klubs, im Gespräch mit SPORT1.

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Dennoch: Die wirtschaftliche Situation beim FCK ist unvermindert schlecht. Bis Ende April muss der Verein rund elf Millionen Euro nachweisen, um die Lizenz für die kommende Drittligasaison zu erhalten. 

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Situation beim FCK "absolut bedenklich"

"Es ist eine absolut bedenkliche Situation. Der Verein ist hoch emotional, aber auch ein Unternehmen. Keine Spiele, keine Zuschauer, keine Einnahmen - diese Krise trifft Vereine, die wirtschaftlich angeschlagen sind, noch härter", beschreibt Merk die aktuelle Lage.

Der 48-Jährige wurde im vergangenen Dezember zum stellvertretenden Vorsitzenden und Sprecher des neue FCK-Aufsichtsrats gewählt. Seitdem läuft die Suche nach Investoren auf Hochtouren.

"Es gibt viele Investoren-Gespräche, es ist keine Tür zu", sagt Merk zum aktuellen Stand", aber noch es sind alles potenzielle Investoren. Noch sind keine Einlagen für die Lizenzierung da."

Immerhin ein Problem haben die FCK-Bosse schonmal weniger: Das Thema Stadion-Pacht ist vom Tisch und für die nächsten zwei Jahre geklärt. Aber die großte Herausforderung bleibt.

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"Sind es gewohnt, in rauer See zu rudern"

"Wir beim FCK sind es gewohnt in rauer See zu rudern und wissen, dass es die schwerste Zeit in 120 Jahren Vereinsgeschichte ist", erklärt Merk: "Jetzt mit der neuen Problematik führt es zu schlaflosen Nächten. Aber wir müssen positiv bleiben. Es ist mein Naturell, im Leben nach vorne zu schauen. Man muss auch in dieser neuen Situation Lösungen finden. Vielleicht ist an dieser schweren Zeit gerade positiv, dass sie uns alle erdet."

Die Lage sei auch durch die Coronakrise "unfassbar schwerer geworden". Momentan werden beim FCK alle rechtlichen und wirtschaftlichen Maßnahmen geprüft.

"Eigentlich fangen wir mit ganz neuen Ansätzen an, um den FCK für die Zukunft zu stabilisieren. Wir sind davon überzeugt, dass wir das schaffen, denn wir wissen seit Monaten mit Problemen umzugehen", berichtet Merk: "Für andere Klubs, die dieses Bewusstsein nicht hatten, ist es viel schwieriger."

Fans als Hoffnung - "FCK ist unzerstörbar"

Der Spielbetrieb liegt aktuell auf Eis. Für den Pfälzer Traditionsverein ein schwerer Schlag. "Die TV-Gelder sind in der 3. Liga nicht so dominant, aber die Zuschauer-Einnahmen sind wichtig", erklärt Merk. "Und deshalb sind Geisterspiele in der 3. Liga umso schwieriger zu gestalten, weil Zuschauer-Einnahmen dominanter sind als in der 1. und 2. Liga."

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Aber etwas macht Merk Hoffnung. "Wir haben diese unfassbare Ressource, dass der FCK ein Klub mit großer Tradition ist. Und wir haben unglaublich viele Menschen, die hinter diesem Verein stehen. Die Solidarität ist so unglaublich groß." Dies stimme ihn und alle, die in der Verantwortung stehen, positiv. "Die Fans haben in der Vergangenheit schon viel getan, damit der FCK überleben kann." 

Und wie sieht der Weg des Vereins aus? Dies hänge für Merk auch davon ab, wie sich das ganze Konstrukt Fußball in den nächsten Wochen entwickelt. "Wir werden den Verein in die Zukunft führen. Der FCK ist unzerstörbar. Daran glauben wir. Wenn wir alle zusammenstehen im Verein und in der Gesellschaft, dann wird es wieder positive Zeiten erleben." 

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