München - Der KFC Uerdingen sorgt mit der Verpflichtung von Stefan Aigner und Kevin Großkreutz schon vor dem Drittligastart für Aufsehen. Bei SPORT1 spricht der Trainer.

von Reinhard Franke

Der KFC Uerdingen rüstet ordentlich auf.

Der Ex-Bundesligist ist gerade erst durch das Aufstiegs-Nadelöhr der Regionalliga geschlüpft. In nervenaufreibenden Aufstiegsspielen gegen Waldhof Mannheim - inklusive Spielabbruchs wegen Fanausschreitungen - gelang der ersehnte Aufstieg in die 3. Liga.

Und auch da will Präsident und Mäzen Mikhail Ponomarev für Aufsehen sorgen.

Großkreutz feiert Debüt für KFC Uerdingen

Mit den ehemaligen Bundesliga-Profis Stefan Aigner (Arminia Bielefeld und Eintracht Frankfurt, zuletzt Colorado Rapids/USA) und Kevin Großkreutz (Borussia Dortmund und VfB Stuttgart, zuletzt Darmstadt 98) hat der Verein, der am 1. Spieltag die SpVgg Unterhaching empfängt, zwei namhafte Spieler verpflichtet.

Beim 3:1-Sieg im Testspiel gegen den tschechischen Erstliga-Aufsteiger FK Pribram im Rahmen eines Trainingslagers in Österreich feierte Großkreutz am Montagabend in der 2. Halbzeit sein Debüt für den KFC.

Aigner hatte schon beim wegen eines Gewitters vorzeitig abgebrochenen ersten Vorbereitungsspiel gegen den russischen Erstligisten FK Ufa am vergangenen Donnerstag auf dem Platz gestanden.

Freude über Aigner und Großkreutz

"Kevin und Stefan sind ohne Frage tolle Spieler - und ich freue mich, dass sie nun ein Teil der Mannschaft sind", sagt KFC-Coach Stefan Krämer zu SPORT1. "Aber es ist ja nicht so, dass jetzt alles auf diese beiden Positionen zugeschnitten ist." 

Dass mit Großkreutz - immerhin noch aktueller Weltmeister - und Aigner die wohl bekanntesten Spieler der Liga nun ausgerechnet beim KFC angeheuert haben, spricht dennoch für die großen Ambitionen des Klubs.

Die erfolgreichste Phase erlebte der Verein noch als Bayer Uerdingen in den 80er-Jahren, zuletzt spielte der KFC in der Saison 1995/96 erstklassig. Nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga in der Saison 1998/99 ging es stetig bergab, mehrere Jahre verbrachte der Verein in der fünfklassigen Oberliga Niederrhein.

Nun aber schauen Fans und Experten wieder gespannter nach Krefeld.

Trainer Krämer schwärmt von Uerdingen

"Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck", sagte Ponomarev zuletzt im SPORT1-Interview. Der erste Eindruck vom Neustart in Uerdingen ist in jedem Fall interessant. 

"Natürlich ist das Projekt KFC Uerdingen unglaublich spannend", sagt auch Trainer Krämer, "und es macht Spaß, ein Teil davon zu sein". 

Trotz der längst vergangenen goldenen Zeiten sollen aber natürlich auch jetzt Erfolge her - zumal Ponomarev viel Geld in den Klub steckt. Und Krämer? Er drückt auf die Euphoriebremse: "Es hat sich im Vergleich zur vergangenen Saison eigentlich nichts verändert."

Bis auf zwei Spieler, die jetzt zu den Topverdienern der 3. Liga gehören.

"Uns alle treibt der Wunsch an, aus den gegebenen Möglichkeiten das Optimum herauszuholen", meint Krämer.

Auch Ex-HSV-Profi Beister dabei

Dabei helfen soll übrigens auch ein weiterer bekannter Name: der ehemalige Hamburger und Mainzer Bundesliga-Profi Maximilian Beister 

Wie gefährlich ist angesichts dieses namhaften Kaders die große Erwartungshaltung?  

"Sicher steigt die Erwartungshaltung, aber die Namen auf den Trikots alleine holen uns keine Punkte", betont Krämer. In der 3. Liga brauche man eine "absolute Identifikation" und eine "brutale Mentalität". Erst dann könne "zusätzlich individuelle Qualität zum Erfolg führen".

Krämer lobt Homogenität des Teams

Daher ist die entscheidende Eigenschaft seiner Mannschaft für Krämer auch nicht ihr Star-Potenzial - ganz im Gegenteil: Der Trainer spricht von einer homogenen Truppe, die in der vergangenen Saison "unglaublich gut funktioniert hat" und "es jetzt immer noch tut".

"Insofern freut es mich zu sehen, wie gut Stefan und Kevin von der Mannschaft aufgenommen werden", erklärt Krämer und betont: "Sie sollen Spaß am Fußball und Freude an ihrer Arbeit haben. Und hier ist mein erster Eindruck sehr gut."