München - Von der attraktivsten 3. Liga aller Zeiten ist die Rede. Vor dem Start sprechen bei SPORT1 drei Trainer über die Lage und die Chancen für ihren Verein.

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Am Freitag startet die 3. Liga in ihre elfte Saison - und mit der Partie zwischen Eintracht Braunschweig gegen den Karlsruher SC geht es gleich in die Vollen (ab 19 Uhr im LIVETICKER). 

Die Fans dürfen sich schon freuen: Klubs mit großer Tradition wie Aufsteiger 1860 München oder die Zweitliga-Absteiger Braunschweig und 1. FC Kaiserslautern dürften das Zuschauerinteresse weiter steigern. Schon beim Auftaktspiel der Roten Teufel gegen die Löwen (Sa., 14 Uhr im LIVETICKER) werden am Betzenberg rund 40.000 Fans erwartet.  

"Das sind natürlich Zahlen, die klingen nicht nach 3. Liga. Es ist aber auch ein sehr attraktives Spiel, das es so schon öfter in der Bundesliga gegeben hat", sagt FCK-Coach Michael Frontzeck zu SPORT1. "Es treffen zwei Traditionsvereine aufeinander, die beide viele Menschen bewegen. Der Zuspruch, den wir in den vergangenen Monaten erfahren haben, ist überragend."

In der Pfalz würden die Fans wieder merken, "dass wir ehrliche Arbeit abliefern und einen Plan haben", so Frontzeck. Diese Mentalität des neuen Kaders passe wieder zum Betzenberg.

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Euphorie in Kaiserslautern

Die Stimmung sei vom ersten Tag der Vorbereitung an positiv, fast euphorisch gewesen, so Frontzeck: "Unser Auftakttraining Anfang Juni haben 1500 Zuschauer besucht."

Der Coach zeigt sich mit der Vorbereitung "sehr zufrieden". 15 neue Spieler wurden geholt, dies sei "ein gewaltiger Umbruch." Frontzeck: "Die Jungs haben die Zeit gut genutzt. Wir sind auf einem guten Weg, müssen aber jetzt natürlich die Leistung in den ersten Spielen abrufen."

Was macht den neuen FCK aus? "Wir haben eine sehr junge, aber auch sehr hungrige Mannschaft. Jeder weiß, worum es hier geht und was uns in den nächsten Wochen erwartet", sagt der Trainer.

Dass der FCK als Topfavorit gehandelt wird, ist für Frontzeck kein Problem. "Dass wir alleine schon wegen unseres Namens und unserer Historie von den meisten zum Favoriten gemacht werden, damit können wir umgehen."

Neben dem FCK, Braunschweig und den Sechzigern wird auch Aufsteiger KFC Uerdingen als Geheimfavorit auf den Aufstieg genannt. Mit Stefan Aigner und Kevin Großkreutz wurden zwei Stars verpflichtet, die Hoffnungen auf mehr wecken. Außerdem seit der vergangenen Rückrunde dabei: Der früherer Bundesliga-Profi Maximilian Beister

Krämer dämpft Erwartungen

Der Coach dämpft allerdings die Erwartungshaltung. "Ich würde uns nicht zum Favoritenkreis zählen, allein schon durch die Tatsache, dass wir erst einmal gefühlt 38 Auswärtsspiele haben." Hintergrund: Uerdingen trägt seine Heimspiele in Duisburg aus.

"Tatsächlich war die Situation in der vergangenen Saison nicht anders", sagt Stefan Krämer zu SPORT1. "Da kam der KFC und jedes Team wollte unbedingt gegen uns gewinnen, jedes Team war noch einmal ein bisschen mehr motiviert."

Der 51-Jährige ist erst seit März Trainer beim KFC und schaffte mit dem Klub gleich die Rückkehr in den Profifußball.

Sind Stefan Aigner und Kevin Großkreutz die neuen Aushängeschilder der Mannschaft? "Ich würde gar nicht von einem neuen KFC sprechen und auch nicht von Aushängeschildern. Man müsse als Team funktionieren, "das haben wir in der vergangenen Saison getan und das werden wir auch in dieser Saison schaffen."

Krämer will trotz der Finanzkraft von Klub-Boss Mikhail Ponomarev keine Träumereien zulassen. "Wir werden uns voll auf jedes einzelne Spiel konzentrieren, so wie wir das zuletzt auch getan haben. Und natürlich möchten wir - wie jede andere Mannschaft auch - nach Möglichkeit jedes unserer Spiele gewinnen. Wofür das dann am Ende der Saison reicht, werden wir sehen."

Wollitz: "Wird nicht einfach"

Im Gegensatz zu Lautern und Uerdingen ist bei Energie Cottbus das Stimmungsbarometer offenbar noch nicht ganz am Anschlag. "Bei mir gibt es keine Euphorie. Ich freue mich aber, wenn sie bei den Fans und im Umfeld vorhanden ist", sagt Energie-Coach Claus-Dieter "Pele" Wollitz bei SPORT1.

Nach seiner ersten Amtszeit von 2009 bis 2011 arbeitet der 53-Jährige seit April 2016 wieder für die Lausitzer.

Die Realität für Wollitz heißt zunächst: Klasse halten. "In dieser Liga zu bestehen, wird nicht einfach. Aus dieser 3. Liga sind wir vor zwei Jahren abgestiegen, nicht zuletzt deshalb sind wir gewarnt." Man habe Vertrauen in die Mannschaft, "dass sie den Klassenerhalt schaffen kann."

Dafür will Wollitz die Spielweise "den Gegebenheiten anpassen". Man müsse "robust, top organisiert und läuferisch stark sein. Das sind die Grundvoraussetzungen, um erfolgreich zu sein."

Wie seine beiden Kollegen ist auch Wollitz sehr angetan von der neuen 3. Liga. "Das Tableau liefert klangvolle Namen und liest sich sehr gut. Aber auch für alle anderen Teams gilt das Gleiche wie für uns. Für Historie, Tradition und Namen kann man sich in der Saison nichts kaufen. Das ist knallharter Profifußball."

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