Maik Franz spielte als Profi für den 1. FC Magdeburg, VfL Wolfsburg, Karlsruher SC, Eintracht Frankfurt und Hertha BSC.
Maik Franz spielte als Profi für den 1. FC Magdeburg, VfL Wolfsburg, Karlsruher SC, Eintracht Frankfurt und Hertha BSC. © SPORT1-Grafik: Davina Knigge/ Getty Images/ Imago

München - Drittligist 1. FC Magdeburg feiert den Aufstieg. Mittendrin: Maik Franz. Im SPORT1-Interview spricht er über seine Aufgabe und das Abenteuer 2. Liga.

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Es ist der größte sportliche Erfolg nach der Wende. Am vergangenen Samstag stieg der 1. FC Magdeburg erstmals in die 2. Bundesliga auf. 

Der Europapokalsieger von 1974 ist zurück im Profifußball. Klar, dass das gefeiert werden musste. Bei der XXL-Aufstiegsparty mit dabei: Ex-Profi Maik Franz, seit Januar 2016 Assistent der Geschäftsführung.

Nach SPORT1-Informationen wird der 36-Jährige zur neuen Saison zum Sportchef aufsteigen, auch wenn er sich diesbezüglich noch zurückhält. Im Interview spricht Franz über das Abenteuer 2. Liga.

SPORT1: Herr Franz, wie geht es Ihren Stimmbändern?

Maik Franz: Wieder besser. Als ich als Spieler aufgestiegen bin, hat der Feier-Exzess wesentlich länger gedauert. (lacht) Nach dem Spiel kochten natürlich die Emotionen über. Da haben wir alle Gas gegeben und ordentlich gefeiert. Sonntag war bei allen Erholung angesagt, das war auch bitter nötig. 

SPORT1: Es wurde also nur kurz gefeiert.

Franz: Ja. Wir müssen ordentlich ranklotzen, denn es gibt viel zu tun, um die neue Saison gut vorzubereiten. Wir müssen hart und intensiv arbeiten, vor allem was die Kaderplanung angeht.

SPORT1: Sie haben im Januar 2016 als Assistent der Geschäftsführung ihre neue Karriere begonnen. Alles richtig gemacht?

Franz: Es war eine Win-Win-Situation. Ich kam damals zu einem super angenehmen Zeitpunkt zum Verein und konnte meine Erfahrung als Ex-Profi einbringen. Ich konnte in unterschiedlichsten Situationen extrem viel lernen. Vor allem von Mario Kallnik (Geschäftsführer, d. Red.). Ohne ihn wäre der Verein heute nicht aufgestiegen. 

SPORT1: Was bedeutet der Aufstieg für den Klub?

Franz: Verdammt viel. Der Verein ist auch dank einer grundsoliden Basis nun in der Lage nächste Schritte zu gehen. Wir sind schuldenfrei, das hat man sich über die Jahre erarbeitet. Es gibt eine Infrastruktur, die gut ist, aber verbessert werden muss. Und dafür ist es wichtig, dass jetzt auch Geld da ist - auch dafür war der Aufstieg sehr wichtig. Beim 1. FC Magdeburg wird nämlich nur das gemacht, was möglich ist. Es gibt keine Abenteuer, für die sich der Verein verschuldet. Wir wollen uns step by step weiterentwickeln.

SPORT1: Wie sieht sich der FCM im Vergleich mit Dynamo Dresden?

Franz: Dynamo ist natürlich einen Schritt weiter, was die Rahmenbedingungen betrifft. Der Verein war schon in der Bundesliga und spielt auch schon länger in der 2. Liga. Vom Ansatz her sind es ähnliche Klubs, alleine vom Fan-Potenzial sind wir auf Augenhöhe. Beide Städte haben tolle Stadien und sind sportbegeistert. Es gibt viele Parallelen, aber Dynamo hat schon länger vieles richtig gemacht. In der nächsten Saison werden tolle Vereine den Osten repräsentieren.

SPORT1: Was wollen Sie gegen die Fanproblematik in Magdeburg machen?

Franz: Die Probleme sind bekannt und keiner bei uns ist ein Freund davon. Es gibt einen regelmäßigen Austausch zwischen der Fanszene und den Verantwortlichen. Von den Jungs, die regelmäßig auf Krawall gebürstet sind, distanzieren wir uns. Das sind keine Fans des FCM, sondern sie wollen nur Ärger machen. Die richtigen Fans stehen für emotionale Stimmung, sind sozial engagiert und stehen absolut hinter dem Verein. Magdeburg steht für familiäre Stimmung und pure Leidenschaft. Jeder, der bei uns schon mal im Stadion war, geht mit offenem Mund wieder raus, weil sie von der Stimmung begeistert sind.

Der 1. FC Magdeburg machte mit einem Sieg gegen Fortuna Köln am vergangenen Wochenende den Aufstieg perfekt
Der 1. FC Magdeburg machte mit einem Sieg gegen Fortuna Köln am vergangenen Wochenende den Aufstieg perfekt © Getty Images

SPORT1: Wie wird personell für die 2. Liga aufgerüstet? Bedient sich der Verein bei den Zweitliga-Absteigern?

Franz: Wir haben eine ganz klare DNA. Unsere Spieler müssen charakterlich und von der Mentalität zu uns passen. Das sind die zwei entscheidenden Punkte. Natürlich müssen unsere Neuzugänge auch die sportliche Qualität haben. Die Spieler, die Lust auf unseren Weg haben, sind bei uns gern gesehen. Natürlich sind wir wirtschaftlich in der Liga das kleinste Licht, müssen schauen, wer unseren Weg bedingungslos mitgehen möchte. Wir werden aber einen guten Kader auf die Beine stellen. Unser Stamm des Aufstiegskaders bleibt, wir werden aber auch die eine oder andere Überraschung dabei haben.

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