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Mit ihrer Schlammschlacht hat die DFB-Führung jede Legitimation verloren - entsprechend überfällig ist ihr Rücktritt. Kommentar von SPORT1-Chefredakteur Pit Gottschalk.

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Der Rückzug der DFB-Führungsspitze war überfällig und alternativlos.

Längst war ein Zustand erreicht, der die Schuldfrage für den dauerhaften Machtkampf obsolet machte. Wenn der Vizepräsident öffentlich die Legitimation des Präsidenten infrage stellt, der Präsident in seiner Wut Nazi-Vergleiche anstellt und der Generalsekretär im Verdacht von Illoyalität steht, ist die Hoffnung auf eine Befriedung der Situation verflogen. Es konnte nur eine Lösung geben: Alle zurücktreten!

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In den vielen Monaten der offenen Schlammschlacht haben die Funktionäre mit ihrem eigenen Ruf den des Verbandes beschädigt. Der DFB als oberste Interessenvertretung des Fußballs und dessen Werte hat eine herausragende Stellung in Deutschland.

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Wer aus Kalkül sein eigenes Machtstreben über die Interessen des Verbandes hebt, begeht Verrat an diesen Werten. Allesamt wollten sie, von Fritz Keller über Rainer Koch bis Friedrich Curtius, nur das Beste. Und das war ihr eigenes Wohlergehen.

Der deutsche Fußball ist eine große Baustelle

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Der DFB ist dabei so verknöchert und verquast worden, dass weder die Aufarbeitung von Skandalen (Sommermärchen und Vermarktung) noch die Modernisierung (Nationalmannschaft und Statuten) hinreichend gelingen konnte.

Echte Profis wie der DFL-Geschäftsführer Christian Seifert suchten rechtzeitig das Weite. Zurück blieben Funktionäre, denen nicht einmal ein Treffer an der ZDF-Torwand gelingt. So ist der deutsche Fußball gerade: eine einzige große Baustelle.

In drei Jahren lädt Deutschland erstmals seit 1988 zu einer Europameisterschaft ein. Welches Deutschland will dieser DFB eigentlich 2024 repräsentieren? Eines mit Gezank und Unprofessionalität? Der Rückzug an der Verbandspitze muss jetzt ein Befreiungsschlag werden, die Nachfolger sollten frei von allen Altlasten sein und unbefangen in der Kürze der Zeit das EM-Turnier herrichten.

Warum also nicht Philipp Lahm zum DFB-Präsidenten machen?

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Man traut dem WM-Kapitän von 2014 ja auch zu, dass er die Organisation der Europameisterschaft übernimmt. Man hat beim DFB in einem Jahrzehnt Funktionäre, Politiker und Quereinsteiger als Präsident verschlissen.

Vielleicht wird es jetzt mal Zeit, dass man einen Fußballer nimmt, der über jeden Zweifel als Sportsmann erhaben ist und außerdem intelligent genug, die Dinge zu durchschauen. Ja, Philipp Lahm ist in seinem Auftreten langweilig. Aber genau das braucht der DFB nach den turbulenten Monaten: professionelle Langeweile.

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