Hat der DFB ein Nachwuchs-Problem?
Hat der DFB ein Nachwuchs-Problem? © Imago
Lesedauer: 3 Minuten

Im Vergleich zu anderen Nationen hinkt der deutsche Fußball-Nachwuchs mittlerweile hinterher. Fans sprechen sich für eine bessere Nachwuchsarbeit aus.

Anzeige

Aufgrund der schwächeren Ergebnisse im Nachwuchsbereich hat DFB-Direktor Oliver Bierhoff Ende vergangenen Jahres Alarm geschlagen

"Wir merken die klare Tendenz, dass wir eingreifen müssen", sagte der 52-Jährige im Interview mit ran.de. Man müsse "jetzt reagieren, die nächsten Schritte einleiten und dabei nicht zwingend eine Kehrtwende herbeiführen, uns aber deutlich in eine andere Richtung bewegen."

Anzeige

DAZN gratis testen und die Freitags- und Montagsspiele der Bundesliga live & auf Abruf erleben | ANZEIGE 

Mehrheit der Fans findet Nachwuchsarbeit "sehr wichtig" 

Dabei helfen soll das "Projekt Zukunft", das der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gemeinsam mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) und den Vereinen auf den Weg gebracht hat. "Wir möchten die Ausbildung unserer Spieler und Trainer deutlich weiterentwickeln", erklärte Bierhoff. In den Auswahlmannschaften von der U17 bis hin zur U21 sei zu erkennen, dass die Anzahl "an herausragenden Spielern pro Mannschaft" im Vergleich zu früheren Jahrgängen extrem abgenommen habe.

Eben jener Trend mache sich auch in der Bundesliga erkenntlich, wo die Klubs vermehrt französische oder englische Talente verpflichten. "Der deutsche Nachwuchs erhält zeitgleich zu wenig Spielpraxis", sagte Bierhoff. Dies wolle der Ex-Stürmer aber nicht als Kritik an den Vereinen verstanden wissen, es sei lediglich ein weiteres Indiz, "dass sich die deutschen Spieler am Ende qualitativ steigern müssen." 

Meistgelesene Artikel
  • Fussball / Bundesliga
    1
    Fussball / Bundesliga
    Titel-Ansage von Salihamidzic
  • Fussball / DFB-Team
    2
    Fussball / DFB-Team
    Gomez liebt Löw-Geheimwaffe
  • Fussball / Bundesliga
    3
    Fussball / Bundesliga
    Ein Abschied mit Happy End?
  • Int Fussball / La Liga
    4
    Int Fussball / La Liga
    VAR-Wahnsinn! Aber Kroos rettet Real
  • Motorsport / Formel 1
    5
    Motorsport / Formel 1
    Vettels "Zukunft sieht rosig aus"

In einer repräsentativen Umfrage für das Bundesliga-Barometer gab mit 68,5 Prozent die große Mehrheit der Befragten an, dass ihnen die Nachwuchsarbeit bei ihrem Lieblingsverein "sehr wichtig" sei. 28,5 Prozent stimmten für "wichtig", 2,8 Prozent entschieden sich für die Antwortmöglichkeit "teils/teils".

Mit 0,2 Prozent gab nur ein minimaler Bruchteil der 5.231 Teilnehmer an, dass die Nachwuchsarbeit "weniger wichtig" sei. Für "unwichtig" stimmte kein Einziger der Befragten. 

Werde Deutschlands Tippkönig! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden

Mehr in die Nachwuchsarbeit investieren? Großteil dafür 

72,1 Prozent der Fans würden sich außerdem wünschen, dass ihr Lieblingsklub künftig mehr in die Nachwuchsarbeit investiert. 27,9 Prozent sind der Meinung, dass schon genug Investitionen in die Jugendspieler getätigt werden. 

Beinahe einig waren sich die Teilnehmer in der Frage, ob Bundesligaklubs junge Talente zu sehr im Ausland suchen, anstatt die eigenen stärker zu fördern. Ganze 92,3 Prozent stimmten dieser Aussage zu, nur 7,7 Prozent sahen das anders.

89,5 Prozent der Befragten sind sogar dafür, das gesamte Jugendkonzept des deutschen Fußballs auf den Prüfstand zu stellen. 79,7 Prozent sind gar der Meinung, dass Deutschland in Sachen Nachwuchsarbeit nicht mehr zu den Top-Nationen gehört und in den vergangenen Jahren von vielen anderen Ländern überholt wurde. 

Etwas mehr als zwei Drittel (67,3 Prozent) gaben an, dass junge deutsche Talente verwöhnt seien. 62,8 Prozent der Teilnehmer sind der Meinung, dass vielen Nachwuchsspielern Entscheidungsfreude und mentale Stärke fehlt. 

Das Bundesliga-Barometer von Prof. Dr. Alfons Madeja in Nürnberg gehört zu den ältesten und zuverlässigsten Umfrage-Initiativen im Sport. Weitere Informationen sind über diesen Link erhältlich: https://bundesligabarometer.de/registrieren