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München - Leon Goretzka ist im System von Hansi Flick beim FC Bayern nicht mehr wegzudenken. Unverzichtbar wird er auch in der Nationalmannschaft sein - nicht nur für Joachim Löw.

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Führt Selbstbewusstsein zu neuer Stärke in den Zweikämpfen? Bei Leon Goretzka bekommt man diesen Eindruck. 

56 Prozent seiner direkten Duelle hat der 26 Jahre alte Mittelfeldallrounder des FC Bayern in dieser Bundesliga-Saison gewonnen – Karriere-Bestwert! Zum Vergleich: In der vergangenen Saison waren es 48 Prozent gewonnen Duelle. Am Samstag in Bremen will er nachlegen. (Bundesliga: Werder Bremen - FC Bayern, Samstag ab 15.30 Uhr im LIVETICKER)

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Goretzka präsentiert sich in der Form seines Lebens

Goretzkas Präsenz macht sich nicht nur im direkten Körperkontakt mit seinen Gegenspielern bemerkbar.

Auch verbal ist er aktiv wie nie. Er pusht seine Mitspieler lautstark nach gewonnenen Zweikämpfen, vor dem Anpfiff und während des Spiels, wenn er merkt, dass sich der Schlendrian ins Bayern-Spiel einnistet.

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Bei SPORT1 verriet Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge zuletzt, was die Initialzündung für Goretzkas Wandel zum Führungsspieler gewesen sein könnte: "Vor einem Jahr war Leon mal bei mir im Büro und meinte, dass er ein wichtiger Spieler für den FC Bayern werden will. Dann habe ich ihm eine Frage gestellt: "Hindert dich einer daran?" Dann meinte er: "Nein!" Ich habe geantwortet: 'Dann werde es.'"

Goretzka präsentierte sich in der Folge in der Form seines Lebens. Die Corona-Zwangspause nutzte er im vergangenen Jahr, um an seiner Physis zu arbeiten. Mit neuer Muskelmasse avancierte er in den entscheidenden Folge-Monaten zum Erfolgsgaranten und hatte maßgeblichen Anteil am Sextuple. 

"Leon Goretzka hat sich in den letzten zwölf Monaten extrem entwickelt. Er ist für uns in meinen Augen einer der wichtigsten Spieler geworden und ein Garant für unsere Erfolge", schwärmt Bayern-Präsident Herbert Hainer bei SPORT1

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Rummenigge adelt Goretzka

In dieser Saison behauptet sich Goretzka erneut. An der Seite von Joshua Kimmich ist er für Hansi Flick im zentralen Mittelfeld unverzichtbar. Kimmich ist der Aufräumer und Spielgestalter. Goretzka der dynamische Antreiber in offensiverer Rolle. Er liebt es, aus der Tiefe urplötzlich in den gegnerischen Strafraum einzudringen. Flick gibt ihm diese Freiheit. 

Rummenigge erklärt: "2020 hat er einen sehr großen Sprung gemacht, um das zu werden, was wir beim FC Bayern einen Schlüsselspieler nennen. Das Tandem Kimmich/Goretzka ist eines der besten, das ich kenne. Nicht nur national, auch international."

Unter allen zentralen Mittelfeldspielern der Liga kommt Goretzka bislang auf die drittmeisten Torschüsse (33). Zweitbester ist er hinter Kevin Kampl (91 Prozent) bei den angekommenen Pässen (90 Prozent). Auch seine Schnelligkeit spricht für ihn (34,3 km/h Topspeed). 

Was ihn beim FC Bayern so wertvoll macht: In 72 Pflichtspielen kann er bereits 36 Torbeteiligungen nachweisen (17 Tore, 19 Assists). Im Mittelfeld der Bayern ist er variabel einsetzbar, wenngleich er sich im defensiven Mittelfeld festgespielt hat. Als er von Ende Januar bis Mitte Februar aufgrund einer Corona-Erkrankung ausfiel, ging im Bayern-Mittelfeld nur wenig.

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Welche Rolle wird Goretzka künftig in der Nationalmannschaft spielen?

Auch dem scheidende Bundestrainer Joachim Löw ist die Entwicklung Goretzkas nicht entgangen: "Leon war schon mit 17,18 Jahren DER Spieler in seinem Jahrgang. Leider hatte er durch Verletzungen auch schon viele Rückschläge. Seit Corona-Beginn konnte er mal, ohne viele Spiele, an seiner Basis arbeiten. Das hatte zur Folge, dass er mittlerweile körperlich sehr robust und widerstandsfähig geworden ist."

Was den Bundestrainer besonders freut: "Jetzt hat er einen Wettkampf-Rhythmus und ergänzt sich natürlich bestens mit Joshua Kimmich."

Spannend wird zu sehen sein, welche Rolle Goretzka auch nach Löws Abschied beim DFB annimmt, nachdem er bewiesen hat, wie sehr ihn der Erfolgshunger beim FC Bayern antreibt. In der Nationalmannschaft sind Toni Kroos und Kimmich auf der Sechs gesetzt. Davor duelliert sich Goretzka mit Ilkay Gündogan, Kai Havertz und möglicherweise mit Rückkehrer Thomas Müller um einen Startplatz bei der EM. 

"Für uns ist er sehr wichtig. Auch in unterschiedlichen Positionen", sagt Löw: "Seine große Stärke sind seine Tiefen-Wege, das Schaffen von Räumen und er ist torgefährlich." 

Flick wird diese Einschätzung unterschreiben. Ebenso die Bayern-Bosse, die mit Goretzka über dessen Vertragsende am liebsten schnellstmöglich 2023 hinaus verlängern wollen. Die Zeichen von Goretzka sind positiv. Gespräche laufen.