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Mehmet Scholl geht mit seinem Sohn hart ins Gericht. Der ehemalige Nationalspieler analysiert schonungslos, warum es Lucas zu keiner Weltkarriere gebracht hat.

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Mehmet Scholl ist bekannt für seine klaren Worte und seine harten Analysen. Auch bei seinem Sohn Lucas macht der Ex-Bayern-Profi keine Ausnahme.

Im Phrasenmäher-Podcast der Bild-Zeitung kritisierte der frühere Bayern-Star, warum Lucas statt in der Champions League heute in der Bedeutungslosigkeit kickt - nämlich beim SV Horn. Für den österreichischen Zweitligisten erzielte er in dieser Saison in 16 Einsätzen noch kein einziges Tor.

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Scholl: Das ist scheiße

Scholl unterscheidet den Fußball in drei Komponenten - und holte damit zum Gnadenlos-Urteil über seinen Sohn aus: "Was kann er technisch, taktisch, wie stoppt er, wie passt er, wie dribbelt wer, wie verhält er sich? Da ist der Lucas bei 100 Prozent, das ist erfüllt. Der zweite Bereich ist körperlich: Wie ist die Athletik, wie ist die Physis, wie ist die Ausdauer? Wie ist der Körperbau? Da ist er bei 60 Prozent.

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Einmal in Rage, legte Scholl Sen. nach: "Der wichtigste Bereich: Wie ist der Charakter? Wie reagiert ein Spieler, wenn's eng wird? Wird er besser, lehnt er sich auf, legt er eine Schippe drauf oder bricht er weg? Und da ist der Lucas bei 30 Prozent. Und wenn du die dritte Kategorie nicht erfüllst, ist scheiße. Wenn du die zweite nicht hundertprozentig erfüllst, ist scheiße. Und die erste - da gibt es viele."

Scholl: "Die Erziehung hat aufgehört"

Natürlich wolle er sein "Kind doch jetzt nicht in die Pfanne" hauen. Aber: "Ich rede mit meinem Sohn ganz, ganz offen. Und ich sage ihm auch ganz offen: Du bist ein verhinderter Multi-Millionär." Scholl spricht über viele verschenkte Jahre und verschenktes Talent bei seinem Filius. Doch wie konnte es so weit kommen?

"Die Erziehung hat aufgehört. Die Erziehung zum Erfolg, die Erziehung zur Qual, die Erziehung, es unbedingt schaffen zu wollen - und zwar nicht zu seinen Bedingungen, sondern zu den Bedingungen, die es braucht, damit man oben ankommt", betonte der Europameister von 1996.

Und weiter: "Wir wissen alle, was es braucht, um oben anzukommen. Das muss anerzogen werden. Und das wurde nicht mehr gemacht. Wenn ein Kind mit Lothar Matthäus zusammensitzt, der sagt dasselbe, mit Schweinsteiger, und der Papa ist noch der Mehmet, und er sucht trotzdem einen anderen Weg - dann bin ich irgendwann ausgestiegen." 

Guardiola lobte Lucas Scholl

Dabei war Lucas in jungen Jahren auf einem guten Weg, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Pep Guardiola beorderte ihn einst vom Nachwuchs ins Profi-Training der Bayern und bescheinigte dem damals 18-Jährigen "super Fähigkeiten".

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Doch zu einem Einsatz in der Bundesliga kam es nie, er wurde in die zweite Mannschaft zurückversetzt, bis er 2017 den FC Bayern schließlich verließ. Über ein Probetraining beim FC Luzern und einigen Stationen in der Regionalliga landete er dann in der österreichischen Provinz.

Einst war Mehmet sogar Lucas' Trainer beim FC Bayern. "Sein bestes Jahr als Fußballer hatte er in der U13 bei mir. Und das war unser schlechtestes Jahr als Vater-Sohn. War wirklich so."

Und wie ist das Verhältnis der beiden heute? Mehmet Scholl: "Okay, gut. Der ist 25, was hast du da mit deinen Eltern noch zu tun gehabt?"