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München - Der FC Bayern II steckt seit Wochen in der Krise. Es droht der Abstieg in die Regionalliga. Jetzt ändert sich etwas an der Seitenlinie.

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Vom Meister zum Absteiger? 

Dieses Horrorszenario droht aktuell der zweiten Mannschaft des FC Bayern. In der 3. Liga steht das Team von Noch-Cheftrainer Holger Seitz gegenwärtig auf dem 15. Tabellenplatz zwar noch zwei Punkte über dem Strich. Der Trend zeigt jedoch steil bergab, das Polster auf die Abstiegsplätze schmilzt seit Wochen. (SERVICE: Tabelle der 3. Liga)

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Nun steht für Seitz am Wochenende das letzte Spiel an. Der 46-Jährige muss aber nicht etwa wegen Erfolglosigkeit den Hut nehmen, für den Rest der Spielzeit übernehmen vorzeitig Martin Demichelis und Danny Schwarz, um "die Mannschaft noch intensiver kennenzulernen und auch noch mehr in die Planungen für die kommende Saison eingebunden werden zu können", wie die Bayern am Freitag verkündeten.

Audiobeweis - Der 3. Liga-Podcast, die neue Folge jetzt hier anhören!

Bayern II: Reife und Erfahrung fehlen im Abstiegskampf

Vor dem Duo liegt keine einfache Aufgabe. Aus den vergangenen acht Partien ging die Bayern-Reserve nur einmal als Sieger vom Platz. Die 1:2-Niederlage gegen den SV Meppen vergangene Woche war bereits die dritte Pleite in Folge. (SERVICE: Alle Spiele und Ergebnisse der 3. Liga)

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Ein Absturz in ungeahnte Tiefen, wenn man bedenkt, dass die Mannschaft sich in der Vorsaison noch in einen regelrechten Rausch gespielt und den Titel vor den zweitplatzierten Würzburgern errungen hatte. Die graue Aktualität heißt nun allerdings: knallharter Abstiegskampf! 

Nach dem Umbruch und zahlreichen Abgängen im vergangenen Sommer kommt dieser für den FC Bayern II zwar nicht völlig überraschend. Schon vor der Saison war den Verantwortlichen im Klub bewusst, dass das junge und neuformierte Team Zeit braucht, um sich einzuspielen.

Doch rein von der Qualität her ist die zweite Mannschaft der Bayern eines der stärksten Teams der Liga. Talent besitzen alle Spieler im Kader zweifelsfrei. Allein die Reife und die Erfahrung, die es braucht, um mit dem Druck im Abstiegskampf umgehen zu können, fehlt dem Großteil der Mannschaft.

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Der Abgang von Wriedt wiegt schwer

Und so kommt die gegenwärtige Negativ-Spirale zur Unzeit, Bayerns Zweiter droht ein raues und ungemütliches Saisonfinale. 

Das Fehlen eines Torjägers, wie Kwasi Okyere Wriedt es war, könnte in den restlichen Spielen zum echten Problem werden. Wriedt verließ die Münchner vor der laufenden Saison nach drei Jahren in Richtung Willem II (Niederlande), er traf für die Bayern bis dato in 98 Einsätzen 71 mal.

Abgesehen vom 31 Jahre alten Routinier Timo Kern, der es in der laufenden Spielzeit auf acht Tore bringt, sieht es offensiv eher mau aus. Abhilfe sollte für die Rückrunde ursprünglich Winter-Neuzugang Dimitri Oberlin schaffen, doch seine Bilanz ist enttäuschend: Neun Einsätze, keiner über 90 Minuten, ein einziges Tor. Auch der einst als Supertalent gefeierte Fiete Arp hat in 23 Partien lediglich vier Mal getroffen.

Die kleinen Bayern müssen sich in den letzten neun Partien also ohne einen echten Goalgetter über die Ziellinie retten. Eine Prognose ist schwer zu treffen, zu ausgewogen ist das Restprogramm. 

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Brisante Duelle gegen Haching und 1860 München 

Am vorletzten Spieltag kommt es an der Grünwalder Straße zum Derby gegen den TSV 1860 München. Eine Woche zuvor wird Bayern II das derzeitige Tabellenschlusslicht Unterhaching zu Gast haben. Für die Münchner könnten diese Partien zu Schlüsselspielen einer am Ende nervenzehrenden Saison werden.

Ein eben solch richtungsweisendes Duell steht aber auch schon am Samstag auf dem Programm. Im heimischen Grünwalder Stadion empfängt die Reserve am Osterwochenende den Tabellenvorletzten aus Lübeck (3. Liga: FC Bayern II - VfB Lübeck, Sa., ab 14 Uhr im LIVETICKER).

Sollte sich der seit Wochen anhaltende Negativlauf gegen die seit vier Spielen sieglosen Lübecker fortsetzen, nimmt das Abstiegs-Szenario mehr und mehr Konturen an. Der Absturz in den Amateurfußball hätte für die Münchner womöglich enorme Konsequenzen. 

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Ein Abstieg in die qualitativ deutlich schwächere Regionalliga Bayern wäre der Entwicklung junger Talente auf dem vereinseigenen Campus alles andere als dienlich. Auch Talente von außerhalb zu locken, dürfte sich bedeutend schwieriger gestalten. Nicht zuletzt deshalb werden die Verantwortlichen alles dafür geben, dass es erst gar nicht soweit kommt. 

Das neue Trainerduo steht von Beginn an unter Druck!