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München - Die Erwartungen an Real-Leihgabe Luka Jovic sind hoch. Der Eintracht-Stürmer kämpft um seine Zukunft und ist im Saison-Endspurt gefragt.

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Mit heißer Nadel strickte Eintracht Frankfurt im Winter an der Rückholaktion von Luka Jovic. Real Madrid hätte den Serben auch zu einem Topklub nach England oder Italien verleihen können, doch die Hessen hatten die Argumente auf ihrer Seite.

Als Jovic dann bei seinem Debüt gegen den FC Schalke 04 nach Einwechslung auf Anhieb doppelt traf, wurden sofort die Erinnerungen an die Saison 2018/19 wach. Damals erzielte Jovic als wichtiger Bestandteil der Büffelherde (mit Ante Rebic und Sébastien Haller) 27 Treffer und wechselte anschließend für die Rekordsumme von 60 Millionen Euro zu den Königlichen

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Jovic fiel nach verheißungsvollem Start ab

"Der Start war natürlich verheißungsvoll. Es ist toll, wenn du so zurückkommst", blickte Adi Hütter auf die ersten Tage zurück. Das Problem: Seitdem kam nur noch ein Tor gegen Arminia Bielefeld (5:1) hinzu.

Jovic stand erst zweimal in der Startelf, weil die Eintracht sich im System mit einer Spitze und zwei Spielmachern wohlgefühlt hat und erfolgreich war. "Er hat nicht so viele Einsatzminuten erhalten, weil André Silva und unsere beiden Zehner gut in Form waren", bestätigte der Coach. 

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Natürlich wird ein Akteur der Güteklasse Jovic dann etwas nervöser, auch das Umfeld und vor allem Real Madrid schauen ganz genau hin. Der Stürmer stand bei den Königlichen auf dem Abstellgleis, rund 200 Spielminuten waren viel zu wenig für alle Beteiligten.

Hütter musste den 23-Jährigen zunächst aufbauen, langsam heranführen und ihn nach dem Karriereknick Selbstvertrauen tanken lassen. Zuletzt zeigte sich der bullige Angreifer formverbessert, erarbeitete sich gegen den VfB Stuttgart und in Leipzig (jeweils 1:1) Großchancen. Es fehlten Nuancen, doch die Tendenz stimmt. 

Hütter glaubt an Jovic

"Es wäre schön, wenn sich bewahrheitet, dass er hinten raus noch der Spieler sein kann, der uns Spiele gewinnt", erhöhte Hütter den Druck.

Matchwinner und Unterschiedsspieler zu sein – das ist der Anspruch von Jovic an sich selbst. "Wenn Luka häufiger über 90 Minuten spielt, dann wird er zu Torchancen kommen", zeigte sich sein Trainer zuversichtlich. 

Zur Wahrheit gehört aber auch: Jovic kam mit muskulären Problemen in Frankfurt an. Er musste zunächst Rückstände aufholen und vollständig fit werden. Bei seiner Vorstellung Ende Januar kündigte der Stürmer an: "Ich brauche noch Zeit, um mich einzufinden und meine Topform zu erreichen."

Jovic setzte dabei sein Vertrauen in Hütter, der oftmals schon bewiesen hat, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Diese Worte blieben eher ungehört, der Trubel rund um seine Person war groß.

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Eintracht steht vor dem "Monat der Wahrheit" und braucht Jovic

Der Endspurt steht an, vor allem der "Monat der Wahrheit" April hat es in sich. Die Eintracht hat knackige Wochen gegen Union Berlin, Borussia Dortmund, Wolfsburg, Gladbach und Leverkusen vor sich. Sekt oder Selters? Champions League, Europa League – oder am Ende doch nur Conference League oder gar nichts? 

Die Eintracht hat ihre Ziele selbstbewusst formuliert. Sie möchte "Großes" erreichen, die erstmalige Qualifikation für die Königsklasse wäre ein Meilenstein. Die Erwartungshaltung bietet eine gewaltige Fallhöhe, die Enttäuschung bei Verpassen des internationalen Wettbewerbs wäre groß. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Mit einem Erfolg gegen Union (Bundesliga: Eintracht Frankfurt - Union Berlin, Sa., ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) am Samstag kann es sich die Eintracht in den Top 6 richtig gemütlich machen. Die Berliner wären dann auf neun Punkte distanziert, der Vorsprung äußerst komfortabel.

Da Amin Younes gelbgesperrt fehlt, kommt Jovic höchstwahrscheinlich ins Spiel. Dieses Vertrauen gilt es zurückzuzahlen, bestenfalls in Form von wichtigen Toren. Denn die Eintracht braucht einen Spieler dieser Güteklasse. Jovic kann aus wenigen Chancen viel machen, er kombiniert Wucht mit einer herausragenden Torgefahr. Seine Präsenz alleine kann den Gegner beeindrucken. Jetzt muss der Knoten im Zusammenspiel mit Silva platzen. 

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Jovic kämpft auch um seine Zukunft 

Es sind nämlich entscheidende Wochen für Jovic. Er steht zwar noch bis 2025 in Madrid unter Vertrag. Doch die Geduld bei einem Klub wie Real ist endlich, der Verlauf des Leihgeschäfts in Frankfurt passt so nicht ins Konzept. 

Für Jovic gilt, dass er arbeiten, sich strecken und im Endspurt zünden und bestenfalls ein Schlüsselspieler werden muss. Sollte er seinen Beitrag zu einer Champions-League-Teilnahme leisten, ist möglicherweise auch ein Verbleib am Main nicht auszuschließen. Eine große Chance für ihn, denn in Frankfurt fühlt sich Jovic am wohlsten.