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Bundestrainer Joachim Löw äußert sich zu Thomas Müller, Hansi Flick und seine Zukunftsplanung. Der 61-Jährige verrät, dass er derzeit spanisch lernt.

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Joachim Löw hat sich am Samstag erstmals seit seinem angekündigten Rücktritt als Bundestrainer öffentlich zu Wort gemeldet. 

"Ich habe mir die Entscheidung reiflich überlegt", sagte der 61-Jährige im Interview mit Bayern 1. "Ich fand es nach der EM einen guten Zeitpunkt für mich, für den DFB, für alle. Wenn dann Klarheit herrscht, dann ist man auch ein Stück weit erleichtert und man hat Planungssicherheit und das war mir natürlich auch wichtig." 

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Löw glaubt nicht an EM in zwölf Ländern

Überrascht vom Wirbel um seine Rücktritts-Entscheidung sei er nicht gewesen, verriet Löw. Dass nun wild über seinen Nachfolger spekuliert werde, damit habe der Noch-Bundestrainer gerechnet. 

Auch zur Europameisterschaft im kommenden Sommer bezog Löw Stellung. "So wie sich die ganze Geschichte im Moment entwickelt, muss ich ehrlicherweise sagen, ist es nicht so einfach vorstellbar, dass die EM so stattfinden kann. Ich weiß natürlich auch aus Quellen, dass ein Plan B vorherrscht, das möglicherweise in einem Land auszutragen", sagte der DFB-Coach. 

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Im Moment könne man nicht sagen, was in den nächsten drei oder vier Monaten sein werde. Klar sei aber: "Die Gesundheit steht über allem", sagte Löw und schob nach. "Wir würden uns über die Zuschauer freuen logischerweise. Aber im Moment ist das vielleicht nicht realistisch." 

Über die Nominierung der Neulinge Florian Wirtz (Bayer Leverkusen) und Jamal Musiala (FC Bayern) sagte er: "Beide sind für ihr Alter wirklich ausgesprochen talentiert und mit einer guten Qualität ausgestattet. Wenn man mit 17 in der Bundesliga wie selbstverständlich mitspielt, dann ist das außergewöhnlich gut." 

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Das sagt Löw über mögliche Müller-Rückkehr

Wirtz und Musiala seien nicht nur technisch sehr gut, sondern auch abschlussstark und torgefährlich. "Ich glaube, dass der deutsche Fußball in den nächsten Jahren an diesen Spielern viel Freude haben wird", prophezeite Löw. 

Auch zu einer möglichen Rückkehr Thomas Müllers ins Nationalteam äußerte sich der Bundestrainer. "Letztes Jahr mussten wir unglaublich viel improvisieren. Da sind wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht so eingespielt, wie ich mir das erhofft habe", gab Löw zu. Und weiter: "Wenn ich dann das Gefühl habe, dass der eine oder andere Spieler uns hilft, dann werde ich mich nicht scheuen, diese Entscheidung zu treffen, weil es eine besondere Situation ist."

Die Entscheidung über eine mögliche Rückkehr werde letztlich im Mai gefällt. Den geplanten Umbruch zu unterbrechen, sei für ihn denkbar, sagte Löw. Das gilt auch für Mats Hummels und Jerome Boateng. 

Auf die Frage, ob er sich Bayern-Trainer Hansi Flick als seinen Nachfolger beim DFB vorstellen könne, antwortete Löw: "Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass der Hansi hervorragende Voraussetzungen hat, um Top-Spieler zu führen. Das ist eine große Qualität." 

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Löw in La Liga? Bundestrainer lernt Spanisch 

Nach der Europameisterschaft wolle er erst einmal eine Pause einlegen, verriet Löw. An ein Karriereende denke er aber nicht. "Dafür ist die Motivation noch zu groß", sagte Löw und ergänzte: "Vorstellbar ist einiges." 

Fakt ist, dass der Bundestrainer aktuell seine Spanisch-Kenntnisse auffrischt. "Ich habe mal begonnen. Aber um die Sprache richtig zu lernen, braucht man ja eigentlich einen Lehrer, um da einige Wochen und Monate richtig dranzubleiben. Das ist mein Ziel nach der EM", verriet Löw.