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München - Ein Interview mit Kapitän Tim Leibold nach der Derbypleite gegen St. Pauli zeigt, was beim HSV schiefläuft. Ein Kommentar von Hamburg-Reporter Daniel Jovanov.

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Wenn man wissen will, was beim Hamburger SV gerade schiefläuft, muss man sich noch einmal das Interview von Tim Leibold bei den Kollegen von Sky ansehen.

Der Kapitän des HSV sagte nach dem 0:1 im Derby beim FC St. Pauli, er habe ein "sehr, sehr gutes" Spiel seiner Mannschaft gesehen, und auch die Rote Karte gegen ihn, einen Platzverweis, über den es keine zwei Meinungen geben kann, interpretierte er anders. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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Leibold liegt beide Male falsch

So löblich es auch sein mag, sich nach einem so frustrierenden Ergebnis vor die Kameras zu stellen: Mit beiden Einschätzungen lag der Kapitän daneben.

Der HSV hatte kein "sehr, sehr gutes" Spiel abgeliefert. Der HSV spielte zwanzig Minuten gut. Aber das reicht in dieser Liga einfach nicht mehr, um Spiele zu gewinnen. 

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In der Rückrundentabelle liegen die Rothosen mit sechs Punkten auf dem 14. Tabellenplatz. Das zeigt nicht, dass die Mannschaft im Vergleich zur Hinrunde nun schlechten Fußball spielt. (2. Bundesliga: Die Tabelle)

Es zeigt vielmehr, dass diese Mannschaft phasenweise deutlich überperformte. Die vielen Bälle, die Simon Terodde bisher vor die Füße fielen, fallen nun woanders hin. Die Chancen, die vor ein paar Monaten noch sicher zum Tor geführt hätten, gehen jetzt an die Latte oder knapp drüber.

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HSV mit Fehleinschätzung im vergangenen Winter

Und die Gegner, die kürzlich noch so viel Respekt hatten vor diesem Team, sich hinten reinstellten und abwarteten, pressen nun hoch, gehen vorne drauf und zwingen die Verteidiger den Ball zum Torhüter zu spielen, der ihn dann ziellos auf die Tribüne bolzt. 

Aus Sicht der Fans weiß man gar nicht, was schlimmer ist: Ist es allein die Niederlage im Derby, inzwischen die dritte seit dem Abstieg, die so frustriert? Oder die böse Vorahnung, dass die Saison ab jetzt  - schon wieder - einen ganz anderen Verlauf nehmen könnte als gedacht?

Der FC St. Pauli hat im Winter vier Spieler geholt, die alle entscheidend zur guten Form mit fünf Siegen aus den letzten fünf Spielen beitragen. Der HSV hat im Winter keinen einzigen Spieler geholt und sah sich für das Rennen um den Aufstieg gut aufgestellt. Das war eine Fehleinschätzung. 

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Der HSV gehört nicht auf die vorderen drei Plätze

In den nächsten Spielen trifft der HSV auf Kiel, Bochum, Heidenheim und Hannover. Man muss schon ein überaus großer Optimist sein, um zu glauben, dass den Hamburgern die Wende gelingen kann. (2. Bundesliga: Spielplan und Ergebnisse)

Aus vier sieglosen Spielen in Folge können schnell fünf, sechs oder sieben werden. Und dann steht der HSV da, wo er leistungsmäßig und gemessen an der fußballerischen Qualität hingehört: nicht auf den vorderen drei Plätzen.