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Frankfurt am Main - Eintracht Frankfurt hat Ben Manga befördert und mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet. Was macht den "Perlentaucher" so wertvoll?

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Der Erfolg von Eintracht Frankfurt in den vergangenen fünf Jahren wird mit einigen Namen ganz eng verknüpft: Sportvorstand Fredi Bobic, Sportdirektor Bruno Hübner, die Trainer Niko Kovac und Adi Hütter - und Ben Manga!

Am Freitag wurde die Vertragsverlängerung bis 2026 präsentiert, der bisherige Chefscout wird Direktor Profifußball und Kadermanager. "Die handelnden Personen haben mir bei den Gesprächen, die wir hatten, ein gutes Gefühl gegeben. Ich habe mich in Frankfurt von Anfang an heimisch gefühlt", sagte Manga im Gespräch mit Eintracht TV

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Ben Manga ist der "Perlentaucher" der Eintracht 

Der "Perlentaucher" strebte nach fünf Jahren in der Rolle als Chefscout in diese neue Position. Manga hatte einige attraktive Angebote von anderen Klubs, vor allem der FC Schalke 04 galt als ernsthafter Kandidat. Vor einigen Jahren schon klopften Vereine aus Italien und Portugal an und wollten ihn verpflichten. 

Doch besonders mit Blick auf den Abgang von Bobic, der seinen Abschied für den Sommer ankündigte, war die Beförderung von Manga eine Schlüsselpersonalie für die weitere Ausrichtung der Eintracht.

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Der 47-Jährige kennt die Abläufe und handelnden Personen in Frankfurt. Sein Verhältnis zu Cheftrainer Adi Hütter ist eng und vertraut, die Eintracht kann auch zukünftig auf sein globales Netzwerk und strategisches Geschick bauen. 

Manga hat das Scouting der Eintracht auf neues Niveau gehoben 

Manga hat sich mit vielen starken Transfers in Frankfurt und der gesamten Branche ein hohes Standing erarbeitet. Luka Jovic, Sébastien Haller, Evan N’Dicka, Tuta oder auch Daichi Kamada werden mit ihm und seinen Mitarbeitern in Verbindung gebracht, die ablösefreie Verpflichtung des türkischen Angreifers Ali Akman ebenfalls. 

Hieß es vor vielen Jahren noch, die Scoutingabteilung der Eintracht arbeite nur mit dem kicker-Sonderheft, so konnte Manga in Zusammenarbeit mit Späher(inne)n wie Helena Costa oder Rudi Gores diesen elementar wichtigen Bereich auf ein neues Niveau heben.

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Manga: "Wir sind überall unterwegs"

"Wir sind überall unterwegs", erklärte Manga. Es gehe darum, "schneller zu sein als die größeren Klubs". Dies gelinge natürlich nicht immer: "Man handelt so schnell man kann. Manchmal muss man warten und dann ist der Spieler möglicherweise schon weg."

Oft genug waren die Frankfurter aber da und zogen Toptalente an Land. Aktuell entwickeln sich etwa Dejan Joveljic (Wolfsberger AC) und Rodrigo Zalazar (FC St. Pauli) bei ihren Leihklubs hervorragend weiter. Mit diesem Modell hatten die Hessen bereits bei Kamada und Tuta Erfolg, sie reiften in Belgien und stehen inzwischen bei vielen europäischen Klubs auf dem Zettel. 

Doch wer ist eigentlich Manga? Der frühere Außenverteidiger Bienvenido "Ben" Manga-Ubenga kam am 11. Februar 1974 in Äquatorialguinea auf die Welt. Seine Profikarriere verbrachte er unter anderem bei Fortuna Düsseldorf, dem KFC Uerdingen und Alemannia Aachen. Mit Fleiß, harter Arbeit und Loyalität hat sich Manga dann auch nach seiner Zeit als Fußballer stets entwickelt. 

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Manga wurde dabei vor allem von Rudi Wojtowicz, der tragischerweise aktuell nach einem Herzinfarkt im künstlichen Koma liegt, geprägt. Auch die Weggefährten Jörg Schmadtke, Jochen Schneider, Ernst Tanner, Andreas Bornemann und natürlich Fredi Bobic standen ihm stets mit Rat und Tat zur Seite. 

Erster dunkelhäutiger Sportdirektor der Bundesliga

Manga hat sein Handwerk also von der Pike auf gelernt, er war nun bereit für den nächsten Schritt. Sein Verantwortungsbereich wird sich vergrößern.

Manga wird zukünftig auch in der Öffentlichkeit häufiger auftreten, Präsenz zeigen müssen und noch näher an die Mannschaft heranrücken. Obwohl noch nicht bekannt ist, wer auf Bobic als Sportvorstand nachfolgt, hat diese Nachricht für Ruhe gesorgt. Das Vertrauen in Mangas Qualitäten ist groß. 

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Zudem werden Erinnerungen an die legendäre Fan-Aktion "United Colors of Bem­bel­town" aus dem Jahr 1992 wach. Manga ist somit der erste dunkelhäutige Sportdirektor der Bundesliga-Geschichte. Ein historisches Ausrufezeichen – sportlich und auch gesellschaftlich!