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München - Per Mertesacker ist zu Gast im Podcast "Einfach mal Luppen" von Toni und Felix Kroos. Dabei kommt auch eine Fan-Vergangenheit ans Licht.

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Gemeinsam feierten sie 2014 den größten Erfolg ihrer Karrieren: den WM-Titel mit der deutschen Nationalmannschaft.

Nun gab sich Ex-Abwehrspieler Per Mertesacker bei Einfach mal Luppen die Ehre, dem wöchentlichen Podcast von Real Madrids Toni Kroos und dessen Bruder Felix. Zentrale Themen waren dabei die Nationalmannschaft sowie der dauerhaft in der Kritik stehende Bundestrainer Joachim Löw.

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Mertesacker, der seine Fußballschuhe 2018 nach sieben Jahren bei Arsenal an den Nagel hängte, verfolgt inzwischen als Fernsehexperte die Auftritte der DFB-Elf, darunter auch das blamable 0:6 in Spanien im November.

Mertesacker verteidigt Löw

"Diese Dinge passieren leider", sagte Mertesacker im Podcast. "Es sind die Mannschaften, die die Ärmel hochkrempeln, sich verbessern wollen, weiterziehen und sich nicht so viel beschäftigten mit dem Lärm, der produziert wird. Wir haben so viel erlebt, so viele verrückte Spiele auch erlebt. Auch Spiele erlebt, wo man schon abgeschrieben war vor dem Turnier. Schlappwehr, alles schlecht, Spieler alle schlecht, Schleich und Schnarch. Wir haben gegen Schweden 4:0 geführt, ich habe auch noch ein Tor gemacht. Ich weiß gar nicht wie, irgendwie reingestolpert, und auf einmal steht es in der zweiten Halbzeit 4:4."

Vor allem nach der Klatsche in Spanien wurde kräftig auf Löw eingeschlagen. Doch der angezählte Bundestrainer darf weitermachen und die Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft im Sommer betreuen – für Mertesacker, der 2004 unter dem Duo Jürgen Klinsmann und Löw sein Debüt in der DFB-Elf feierte, die absolut richtige Entscheidung.

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"Du kennst ihn selber als Trainer", erklärte Mertesacker an Toni Kroos gerichtet, "als Mentor auf dem Platz, was er für eine Qualität hat. Und da krieg ich selber eine Gänsehaut, wie er uns geformt hat. Ich erhoffe mir ganz einfach, dass diese gewisse Leidenschaft noch mal rauskommt und jeder an sein bestes Level rankommt, Trainer wie auch Spieler, und dann haben wir eine gute Chance."

Kroos war großer Bremen-Fan

Gerne erinnern sich beide Akteure an 2014 zurück, als die DFB-Elf in Brasilien Weltmeister wurde. "Ich hatte das Gefühl", schilderte Kroos, der 2010 sein Debüt unter Löw feierte, "dass fast alle auf dem Zenit waren oder kurz davor oder von mir aus auch kurz danach. Also dass du so eine Mischung hattest, dass alle über diese sieben Spiele eine Topleistung abrufen können. Da hast du dich als Mannschaft auch hinentwickelt. Da gibt es immer wieder positive und negative Phasen."

Auch Werder Bremen spielte beim launigen Podcast eine große Rolle, und beinahe wären Mertesacker und Toni Kroos auch dort Teamkollegen geworden. Während Mertesacker 2006 im Alter von 21 Jahren aus Hannover nach Bremen kam und bis 2011 für die Hanseaten verteidigte, war Toni Kroos ein "Riesen-Bremen-Fan", der ebenfalls fast bei Werder gelandet wäre, doch 2006 im Alter von 16 Jahren von Rostock zum FC Bayern wechselte.

Micoud als Vorbild von Kroos

"Johan Micoud war mein Vorbild", erinnert sich Kroos. "Ich habe in Bremen-Bettwäsche geschlafen. Und trotzdem war in meinem Kopf: Ich möchte mich mit den Besten messen. Ich war 16, natürlich sehr früh, aber ich hatte das Gefühl: Dann möchte ich mich auch mit den Besten in Deutschland messen. Die Besten sind nun mal in München, dann gehe ich halt den Schritt."

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Bei Kroos war neben dem sportlichen Ehrgeiz aber auch das Geld von großer Bedeutung: "Ich wollte für mich den perfekten sportlichen Weg und vielleicht nicht den bequemsten, der sicher ein anderer gewesen wäre. Das war meine Idee, neben dem Geld."

Mertesacker erklärt Bremen-Wechsel

Bei Mertesackers Entscheidung gaben damals sowohl Trainer Thomas Schaaf als auch Manager Klaus Allofs den Ausschlag zugunsten von Bremen.

"Das hat perfekt geklappt, gepasst damals mit Bremen", sagte Mertesacker. "Thomas Schaaf und Klaus Allofs haben, glaube ich, einmal mit mir gesprochen, das hat mir gereicht. Dann war klar: 130 Kilometer entfernt, Champions League spielen, Kollegen in der Nationalmannschaft haben. Dieser Schritt hat sich optimal angefühlt, das hat sich dann auch so bestätigt. Aber dann auch mit dieser Entfernung von Zuhause, dass Mama immer noch fahren konnte und ab und zu die Wäsche gemacht hat, das hat extrem geholfen."