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Lothar Matthäus zeigt sich überrascht von Joachim Löws Angriff auf die DFB-Spitze. Der Rekordnationalspieler ermahnt Bundestrainer wie Verband zur Einigkeit.

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Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat sich überrascht gezeigt von Joachim Löws Angriff auf die DFB-Spitze um Präsident Fritz Keller und Bundestrainer wie Verband zur Einigkeit ermahnt.

Es habe ihn "verwundert", dass das Vertrauensverhältnis zwischen Löw und seinen Vorgesetzten derart belastet sei, sagte Matthäus bei Sky.

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Die Misstöne seien "eine schlechte Vorbereitung für die EM. Man sollte wieder eine Einheit bilden, das ist das, was den Fan und uns irritiert und stört".

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Matthäus: "...dann muss Löw Konsequenzen ziehen"

Dass beim DFB - wie vom Bundestrainer am Montag moniert - der Zusammenhalt fehle, mache "die Situation für Jogi Löw und die Nationalmannschaft nicht einfacher", betonte Matthäus: Die Unruhe sei "nicht förderlich für den Erfolg".

Bei Sky legte der Rekordnationalspieler noch einmal konkret nach: "Was mich vor allem irritiert hat: Jogi Löw hat klargemacht, dass er kein Vertrauen hat gegenüber seinem Arbeitgeber. Wenn er dem DFB wirklich nicht vertraut, dann muss er aufhören und als Bundestrainer seine Konsequenzen ziehen."

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Auch DFB-Präsident Fritz Keller rief zu "Zusammenhalt und Vertrauen" auf. "Denn nur so ist Erfolg möglich, den wir uns alle wünschen und den wir benötigen, um den Fußball in Deutschland bis hinunter zur Basis weiter zu fördern", sagte Keller am Montagabend im Gespräch mit dfb.de.

Der EM im kommenden Jahr blickt Keller "optimistisch entgegen". Bundestrainer Löw werde "unser Team bis zur Europameisterschaft im Sommer weiterentwickeln und es wird dort mitreißend auftreten, davon bin ich überzeugt. Und damit wieder für eine gemeinsame Identität zwischen Mannschaft, Fans und Öffentlichkeit sorgen, die uns im Moment fehlt. Aber dafür brauchen wir Geschlossenheit ? auf allen Ebenen übrigens", sagte Keller.

DFB-Präsident Keller reagiert auf Löw-Kritik

Löw hatte zuvor bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem 0:6-Debakel in Spanien die Indiskretionen beim DFB beklagt. "Das hat mit Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu tun", betonte Löw. Dass Interna an die Öffentlichkeit gelangten, habe ihn "sehr geärgert" und "das habe ich auch klar und deutlich gesagt".

Der interne Vorstoß Kellers, ihn nach der EM vor Vertragsende loszuwerden, sei "so nicht in Ordnung gewesen", betonte Löw, er habe sich "nicht einverstanden erklärt" damit. In einem Telefonat mit Keller habe er "deutlich gemacht, was mich gestört hat". Nach dieser Aussprache sei die Sache für ihn "erledigt".

Keller rief zu Einigkeit auf. "Wichtigen Entscheidungen müssen Diskussionen vorangehen und es darf dabei keine Denkverbote geben", sagte er, aber: "Wenn eine Entscheidung mehrheitlich getroffen worden ist, sollten wir alle rausgehen und uns hinter die Sache stellen." Keller betonte: "Den DFB zu schützen, das ist mein Ziel."

Matthäus kritisiert Löws Freibrief für Kroos

Matthäus fand indes Löws Auftritt nicht vollauf überzeugend. "Ich finde, dass er nicht alle Fragen der Fans beantwortet hat, das ist das Problem. Ich bin für klarere Antworten", sagte er. Der Bundestrainer hätte "ein bisschen mehr Selbstkritik" üben und "auch mal den ein oder anderen Fehler öffentlich eingestehen" sollen.

Kritisch nahm der 59-Jährige das überschwängliche Lob für Rio-Weltmeister Toni Kroos auf. "Ich finde es nicht richtig, dass Jogi Löw Toni Kroos einen Freibrief gibt. Es sollen die Besten spielen - nicht die, die in der Vergangenheit erfolgreich waren", sagte Matthäus.