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München - Lionel Messi und David Alaba sind zwei Superstars mit auslaufenden Verträgen im kommenden Sommer. SPORT1 stellt die wertvollsten Stars zum Nulltarif vor.

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Im Winter öffnet das Transferfenster nach nur wenigen Monaten der Pause erneut. Und damit beginnt auch die Zeit, in der Spieler mit auslaufenden Verträgen offiziell mit anderen Vereinen verhandeln dürfen.

Durch die Corona-Krise sind Vertragsverhandlungen teilweise noch schwieriger also sonst, viele im Sommer 2021 auslaufende Verträge wurden bisher noch nicht verlängert. Lionel Messi, Sergio Agüero, David Alaba und Co. - die Zukunft einiger der besten Spieler Europas ist noch ungewiss.

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SPORT1 erläutert die Situation der besten Spieler, die im nächsten Sommer ablösefrei zu haben wären:

Lionel Messi (FC Barcelona)

Wenn ihm sein Wechselwunsch wenige Wochen früher eingefallen wäre, würde Lionel Messi womöglich schon bei einem anderen Verein spielen. Nach langem Hin und Her hat er sich aber erstmal mit der Situation arrangiert und spielt diese Saison noch für die Blaugrana. Danach ist alles möglich. Doch auch, wenn Messi ablösefrei wechseln wollen würde, müsste er erstmal einen Verein finden, der willens und in der Lage ist, sein Gehalt zu bezahlen.

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David Alaba (FC Bayern)

An dem Österreicher scheint nahezu jeder Top-Klub Europas interessiert. Die Münchner hatten nach Verstreichen einer Deadline ihr Angebot offiziell zurückgezogen.

"Wir haben viele Gespräche geführt. Wir wollten bis Ende Oktober eine Antwort. Das wurde nicht angenommen. Das ist der Stand der Dinge. Ob ein weiteres Gespräch stattfinden wird, das weiß ich ehrlich nicht", sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1. "Das was Bayern ihm als Angebot gemacht, war mehr als honorig und wertgeschätzt. Aber das Angebot wurde nicht angenommen."

Als heißester Kandidat auf eine Verpflichtung gilt Real Madrid. Die Real-nahe Zeitung Marca schrieb im Dezember: "Die Unterschrift von David Alaba bei Real Madrid ist im Ofen, als wäre es ein Kuchen wie der, den David für die Waisenkinder in München macht." Offizielles gibt es aber noch nicht.

Juan Bernat (Paris Saint-Germain)

Der 27-Jährige laboriert aktuell an einem Kreuzbandriss, den er sich im September zugezogen hat. Vorher waren die Vertragsverhandlungen mit Paris Saint-Germain ins Stocken geraten, weil der Spanier mehr Gehalt verlangte, als der Verein erwartet hatte. Eine Verlängerung ist trotzdem nicht ausgeschlossen. Als mögliches neues Ziel werden Manchester City oder eine Rückkehr nach Spanien gehandelt.

Der ehemalige Bayern-Star Juan Bernat fällt mit einem Kreuzbandriss lange aus.
Der ehemalige Bayern-Star Juan Bernat fällt mit einem Kreuzbandriss lange aus. © Imago

Jérôme Boateng (FC Bayern)

Der Innenverteidiger war gefühlt schon mehrfach aus München weg. Doch seine Leistungen seit einem Jahr sprechen eindeutig für ihn. Inzwischen ist auch eine Weiterbeschäftigung über den Sommer hinaus durchaus im Bereich des Möglichen. "Wir setzen uns in der Rückrunde im Klub zusammen und besprechen dann, wie es mit ihm weitergeht", sagte Rummenigge im CHECK24 Doppelpass. "Mit Spielern über 30 muss man auch etwas Geduld haben."

Gianluigi Donnarumma (AC Mailand)

Der italienische Nationaltorhüter hat mit gerade einmal 21 Jahren schon 191 Serie-A-Spiele absolviert. Er ist eines der größten Talente des europäischen Fußballs und steht jeden Sommer auf den Einkaufszetteln der Top-Klubs. Zuletzt gab es Gerüchte, Chelsea sei am Milan-Keeper dran. Sein Verein findet aber momentan zu alter Stärke und führt die Serie A souverän an. Für eine Vertragsverlängerung müssten die Rossoneri wohl tief in die Tasche greifen. 

Gianluigi Donnaruma ist der wertvollste Keeper mit auslaufendem Vertrag.
Gianluigi Donnaruma ist der wertvollste Keeper mit auslaufendem Vertrag. © Imago

Eric Garcia (Manchester City)

Wesentlich eindeutiger scheint die Lage bei City-Talent Eric García. Der 19-Jährige wäre schon in diesem Sommer gerne zum FC Barcelona zurückgekehrt. Der Deal scheiterte jedoch am Geld. Nach Ablauf seines Vertrages wären die Türen für einen Wechsel geöffnet. Bei Manchester City ist der 19-Jährige, eines der größten Talente in der Defensive überhaupt, nach dem Transfer von Ruben Dias nur noch zweite Wahl. 

Shkodran Mustafi (FC Arsenal)

Lange war der Weltmeister von 2014 außen vor beim FC Arsenal. Durch die Amtsübernahme Mikel Artetas schien sich Mustafis Lage deutlich zu bessern. In 14 der ersten 18 möglichen Premier-League-Spielen stand er auf dem Platz. Nach einer Knieverletzung aus dem Sommer, die bis in den Herbst andauerte, wurde er aber aus der Mannschaft verdrängt. Nur zwei Kurzeinsätze stehen in dieser Saison zu Buche. Wenn der FC Arsenal noch Geld mit Mustafi verdienen möchte, muss der 28-Jährige im Winter verkauft werden. Mustafis Berater weilten kürzlich zu Verhandlungen in Barcelona.

Sergio Ramos (Real Madrid)

Dass Sergio Ramos seinen Vertrag bei Real Madrid nicht verlängert, ist nahezu ausgeschlossen. Doch spätestens seit dem Messi-Chaos im letzten Sommer wissen wir: Im Fußball ist nichts unmöglich.

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Ángel Di María (Paris Saint-Germain)

Der Argentinier zeigt sich bei PSG seit geraumer Zeit in herausragender Verfassung. Im Januar 2020 sagte er auf einer Pressekonferenz: "Ich hoffe, dass PSG mein letzter Verein in Europa sein wird. Dann werde ich nach Argentinien zurückkehren, um dort zu spielen." Ob eine Rückkehr in seine Heimat schon für den kommenden Sommer vorgesehen ist, ist ungewiss. Bisher gibt es weder ernsthafte Interessenten noch Anzeichen einer Vertragsverlängerung.

Julian Draxler (Paris Saint-Germain)

Im Sommer gab es zahlreiche Interessenten für den deutschen Nationalspieler. Draxler wollte aber keinen "Schnellschuss" wagen, wie er der Bild berichtete. Nach einem Gespräch mit Thomas Tuchel sei er zuversichtlich gewesen, auch bei Paris regelmäßige Spielzeit sammeln zu können. Eine Oberschenkelverletzung warf ihn allerdings weit zurück. Tuchel ist nun auch noch weg. Für den nächsten Sommer hielt Draxler einen Abgang für möglich, wenn er ablösefrei sei "und ein anderer Verein keine Ablöse mit Paris verhandeln müsste." 

Schafft Julian Draxler (r.) den Durchbruch in Paris noch?
Schafft Julian Draxler (r.) den Durchbruch in Paris noch? © Imago

Jesse Lingard (Manchester United)

In der Premier League spielt Jesse Lingard keine Rolle mehr bei Manchester United. Doch im Sommer fand sich kein passender Abnehmer für den 27-Jährigen. Das könnte sich ändern, wenn die fällige Ablösesumme aufgrund des auslaufenden Vertrags wegfällt. In dieser Saison wartet Lingard auf seine ersten Einsatzminuten in Englands Eliteliga.

Javi Martínez (FC Bayern)

Der Abgang des Spaniers schien im Sommer unausweichlich zu sein. Es kam aber weder ein Transfer zu seinem Heimatverein Athletic Bilbao noch nach Saudi-Arabien zustande. Laut Hansi Flick habe ein passendes Angebot gefehlt. Der sorgt 32-Jährige also weiter für Breite im Bayern-Kader, wird in dieser Saison auch oft gebraucht. Im kommenden Sommer könnte es dann zurück in die Heimat gehen.

Luka Modric (Real Madrid)

Die Zukunft des Weltfußballers von 2018 ist weiter offen. Im Sommer galt er als möglicher Verkaufskandidat, um einen Umbruch einzuleiten. Modric selbst sagte aber vor kurzem gegenüber dem spanischen Radiosender Cadena Cope: "Natürlich möchte ich bleiben. Mein Wunsch wäre es, meine Karriere bei Real Madrid zu beenden. Ich fühle mich zu Hause." Ob Zinedine Zidane auch über die Saison hinaus mit dem Kroaten plant, ist ungewiss.

Mesut Özil (FC Arsenal)

Özil sitzt momentan beim FC Arsenal seine Zeit ab und wird fürstlich dafür entlohnt. Er wurde nicht einmal in das Premier-League-Aufgebot des FC Arsenal berufen. Da Arsenal ohne ihn tief in die Krise geriet, könnte sich das im Januar ändern. Wenn nicht, kassiert Özil eben noch bis Sommer sein fürstliches Gehalt. Zuletzt galt Fenerbahce als aussichtsreicher Kandidat auf seine Verpflichtung.

Riqui Puig (FC Barcelona)

Das Eigengewächs der Katalanen feierte in der vergangenen Saison einen kleinen Durchbruch, der mit der Ankunft Ronald Koemans jäh gestoppt wurde. In dieser Liga-Saison kommt er bisher auf insgesamt lediglich drei Spielminuten. Der 21-jährige Puig wird den Verein, dessen Trikot er seit mehr als sieben Jahren trägt, nicht vorschnell verlassen. Sein derzeitiger Trainer baut aber offensichtlich nicht auf ihn. Ein Wechsel scheint der einzige Ausweg zu sein.

Georginio Wijnaldum (FC Liverpool)

Beim Niederländer in Diensten des englischen Meisters stehen die Zeichen auf Abschied. Der FC Barcelona galt schon im Sommer als heißer Kandidat auf eine Verpflichtung, doch konnte der Transfer aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden. Ob sich daran etwas entscheidend verändert hat, ist zu bezweifeln. Spätestens im kommenden Sommer könnte der 29-Jährige ablösefrei nach Katalonien wechseln.

Sergio Agüero (Manchester City)

Pep Guardiola sagte über den Rekordtorschützen Manchester Citys: "Sergio muss jetzt beweisen, so wie jeder andere auch, dass er es verdient, hier weiterzumachen – gut zu spielen, zu treffen und Spiele zu gewinnen. Und danach werden der Klub und ich uns entscheiden". Zuletzt wurde Agüero immer wieder von Verletzungen geplagt. Schafft er es, wieder topfit zu werden, ist eine Verlängerung möglich. Andererseits käme wohl eine Rückkehr zu seinem Heimatverein Independiente (Argentinien) in Frage.

Memphis Depay (Olympique Lyon)

Der Wechsel von Memphis Depay zum FC Barcelona war im Sommer mehr oder weniger beschlossen Sache. Er scheiterte daran, dass Barca keinen Abnehmer für Ousmane Dembélé fand. Sollte sich dieser Umstand im Winter nicht ändern, wird eine Verpflichtung des Niederländers erneut schwierig. Koeman sagte der niederländischen Zeitung AD er sei noch immer an Depay interessiert, könne aber nicht abschätzen, "wie die finanzielle Situation des Klubs im Januar aussieht".

Der niederländische Star Memphis Depay stand im Sommer bereits unmittelbar vor einem Barca-Wechsel.
Der niederländische Star Memphis Depay stand im Sommer bereits unmittelbar vor einem Barca-Wechsel. © Imago

Arkadiusz Milik (SSC Neapel)

Der Pole ist der wohl begehrteste aussortierte Spieler Europas. Obwohl sein letztes Pflichtspiel für Napoli einige Monate her ist (8. August), stehen die Interessenten Schlange. Im Sommer wurde er unter anderem mit den Tottenham Hotspur, AS Rom und Juve in Verbindung gebracht. Neapel wird versuchen, im Winter noch Geld für den 26-Jährigen einzustreichen. Alternativ wechselt er im nächsten Sommer ablösefrei.

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Florian Thauvin (Olympique Marseille) 

Die Franzosen haben sich bisher nicht um eine Vertragsverlängerung mit ihrem Starspieler gekümmert. So kündigte Thauvin bereits an, dass er sich mit einem Wechsel im Sommer beschäftigt. "Mir bleibt nichts anderes übrig, als darüber nachzudenken. Ich habe kein Vertragsangebot von OM", sagte er der L'Équipe. Ab Januar darf der 26-Jährige verhandeln. Auch Bayer Leverkusen galt im Sommer als Kandidat. Bislang sechs Tore und sechs Vorlagen aus 15 Ligaspielen legen nahe, dass sich eine Verpflichtung immer noch lohnen würde.

Hakan Calhanoglu (AC Mailand) 

Beim AC Mailand dreht sich fast alles um Superstar Zlatan Ibrahimovic. Doch es wird einer oft vergessen, wenn es um die wichtigen Stützen in der Offensive geht: Hakan Calhanoglu. Der 26-Jährige war 2020 in Topform, glänzte als Vorlagengeber und ist unumstrittener Stammspieler. Die Vertragsverhandlungen stockten aber aufgrund der hohen Calhanoglu-Forderungen. Immer wieder gab es Gerüchte, dass der gebürtige Mannheimer nach vier Jahren in Italien zu Manchester United wechseln würde.