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München - Die Hall of Fame wird um einen Jahrgang erweitert. Zu den Neuzugängen zählen unter anderem Rudi Völler und Michael Ballack. Ein früherer Schalker sorgt für eine Premiere.

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Die Hall of Fame des deutschen Fußballs ist zum zweiten Mal seit ihrer Gründung erweitert worden. 

Fünf legendäre deutsche Ex-Spieler wurden am Freitag neu in die Ruhmeshalle aufgenommen: Der Jahrgang 2020 besteht aus Rudi Völler, Klaus Fischer, Michael Ballack, Andreas Möller und Berti Vogts.

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Ausgewählt wurde das namhafte Quintett wie schon die bisherigen Mitglieder der Hall of Fame auf Initiative des Deutschen Fußballmuseums von führenden Sportjournalisten des Landes. 

"Der dritte Jahrgang der Hall of Fame knüpft nahtlos an die ersten beiden Jahrgänge an", sagte Manuel Neukirchner, Direktor der DFB-Stiftung Deutsches Fußballmuseum und Initiator der Hall of Fame. "Wir haben wieder fünf herausragende Persönlichkeiten des deutschen Fußballs, die alle für kollektive Fußball-Momente stehen." 

In Frage kommen für die Hall of Fame deutsche Persönlichkeiten aus dem Männer- und Frauenfußball von 1900 bis heute, die ihre Karriere mindestens fünf Jahre beendet haben müssen.

Zu berücksichtigen waren bei der Auswahl insbesondere herausragende Leistungen in der Nationalmannschaft vor und nach dem Krieg, in der ehemaligen DDR-Auswahl sowie im nationalen und internationalen Vereinsfußball. 

Alle Mitglieder finden sich hier: 

Die Neuzugänge von 2020 im Überblick: 

Die fünf Neuzugänge der Hall of Fame
Die fünf Neuzugänge der Hall of Fame © Deutsches Fußballmuseum

Rudi Völler

Völler wurde mit der deutschen Nationalmannschaft 1990 Weltmeister und gewann außerdem im Trikot von Qlympique Marseille drei Jahre später die Champions League. Der Geschäftsführer Sport von Bayer Leverkusen zeigte sich von der Aufnahme in die Hall of Fame geehrt: "Vor allem in so einem Fußball-Land wie es Deutschland ist! Zu diesen Top-Spielern zu gehören, ist schon eine tolle Geschichte." 

Klaus Fischer

Auch Fischer zeigte sich hocherfreut - und ein bisschen überrascht. Der 70-Jährige und Möller sind die ersten Ex-Spieler des FC Schalke, die den Sprung in den legendären Kreis schafften: "Schalke hat auch viele große Spieler gehabt. Dass ich der Erste bin, ist eine tolle Sache. Ich fühle mich als Schalker. Da ist es mit das Größte, da aufgenommen zu werden."

Zwar habe der zweimalige DFB-Pokalsieger nicht so viele Titel gewonnen, wie andere Mitglieder der Hall of Fame, sagte Neukirchner. Er gehöre aber allein wegen seiner "individuellen Klasse" in die selbe Reihe wie Uwe Seeler und Co. Mit 268 Toren ist er nach wie vor der zweitbeste Stürmer der Bundesliga-Geschichte.

Michael Ballack

Auf internationale Titel musste auch Ballack verzichten, dieser räumte aber sowohl beim FC Bayern als auch beim FC Chelsea national einige Titel ab. Der "Capitano" war zudem das Gesicht der deutschen Nationalmannschaft beim umjubelten Sommermärchen von 2006. Der wohl beste deutsche Fußballer seiner Generation erreichte sowohl das Finale der Welt- als auch der Europameisterschaft.

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Andreas Möller

Möller wurde als deutscher Nationalspieler 1990 Weltmeister, 1996 folgte der EM-Titel. Mit Borussia Dortmund wurde er ein Jahr später auch noch Champions-League-Sieger, später spielte er auch für den Erzrivalen Schalke 04. Der 53-Jährige habe "alles gewonnen, was es zu gewinnen gab", sagte Neukirchner.

"Ich war sehr überrascht von der Nachricht, von der Auszeichnung. Es ist natürlich für mich eine Riesen-Ehre, bei so vielen Fußball-Legenden dabei zu sein", sagte Möller, der mittlerweile bei Eintracht Frankfurt die Nachwuchsabteilung leitet. Der 53-Jährige betonte, dass er viele Mitspieler gehabt habe, die ihn stark in Szene gesetzt hätten: "Ich kann diesen Preis ein Stück weit auch nur weitergeben. Denn ohne tolle Mitspieler wäre das nicht möglich gewesen." 

Berti Vogts

Vogts habe die 1970er Jahre bei Borussia Mönchengladbach und in der Nationalmannschaft geprägt, erklärte Neukirchner. Als Spieler wurde er 1972 Europa- und 1974 Weltmeister. Als Trainer legte er noch einen EM-Titel oben drauf (1996).

Vogts erklärte: "Man ist natürlich stolz. Ich habe mit sowas nicht gerechnet. Wenn ich mich daran erinnere, wie Deutschland 1954 Weltmeister wurde, und dass ich jetzt mit einigen dieser Spieler in der Hall of Fame stehe, dann macht das schon einen besonderen Stolz bei mir."