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München - Karl-Heinz Rummenigge will ein "Ischgl des Fußballs" in Budapest um jeden Fall vermeiden. Der Bayern-Boss rechnet mit weniger FCB-Fans als erwartet.

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Karl-Heinz Rummenigge verspricht einen "seriösen und disziplinierten" Umgang mit dem Corona-Thema beim umstrittenen Supercup in Budapest. "Wir haben jegliches Interesse daran, dass dort wirklich kein Ischgl des Fußballs stattfindet", sagte der Vorstandschef von Bayern München vor dem Spiel am Donnerstag gegen den FC Sevilla in der ungarischen Hauptstadt im ZDF-Morgenmagazin. (UEFA-Supercup: FC Bayern - FC Sevilla am Do. ab 21 Uhr im LIVETICKER)

Rummenigge gilt als Unterstützer des "Pilotprojekts" bei der Zuschauerrückkehr von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, betonte aber nun: "Ich glaube, Bauchschmerzen hat jeder. Das Spiel findet in einer Stadt statt, die eine RKI-Inzidenzzahl von über 100 hat, das heißt: nochmal den doppelten Faktor Münchens. Das ist ernstzunehmen."

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Er verstehe deshalb "all diejenigen, die sagen, man muss wirklich extrem vorsichtig mit dem Thema umgehen. Das tun wir".

Rummenigge rechnet mit weniger als 1000 Bayern-Fans

Bis zu 20.000 Fans dürfen das Spiel in der Puskas Arena besuchen. Rummenigge rechnet allerdings nur noch mit "unter 1000" Münchner Anhängern. "Wir haben großes Interesse daran, dass sie gesund zurückkommen und sich keiner in Budapest infiziert", betonte Rummenigge.

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Die Bayern reisen mit einer deutlich kleineren Delegation an die Donau als bei derartigen Spielen üblich. "Aufgrund der Situation haben wir uns entschlossen, nur mit der absoluten Minimalbesetzung nach Budapest zu gehen", sagte Präsident Herbert Hainer bei der Veranstaltung "Bild100 Sport" bei MagentaSport in Frankfurt. Es seien "maximal 30 Leute" vor Ort, er selbst werde das Spiel "im Fernsehen verfolgen".

Rummenigge versprach im Gegensatz zur unglücklichen "Rudelbildung" auf der VIP-Tribüne beim Bundesliga-Auftakt gegen Schalke 04 (8:0) tadelloses Verhalten. "Beim nächsten Spiel werden wir den gewünschten Abstand und die Maskenpflicht einhalten, kein Problem", sagte der 64-Jährige.

Rummenigge verteidigt Zusammenarbeit mit Katar

Außerdem verteidigte Rummenigge erneut die umstrittene Zusammenarbeit mit Katar. "Ich weiß, dass das oft kritisch gesehen wird", sagte Rummenigge im Bild-Podcast "Phrasenmäher", "aber meine Erfahrung ist: Im Dialog kann man Vieles verändern und zum Wohle verbessern. Der Fußball hat in Katar eine wesentliche Verbesserung gebracht und wird diese noch leisten."

Der Vertrag mit einem katarischen Sponsor (Qatar Airways) sei für den FC Bayern "finanziell sehr lukrativ", gab Rummenigge zu, aber: "Wir haben uns diesen Vertrag nicht einfach gemacht, der ist nicht aus der Hüfte geschossen."

Die Motivation sei auch gewesen "einen Beitrag zu leisten, etwas verbessern in einer Region, in der regelmäßig Menschen- und Arbeitsrechte kritisiert werden". Dies sei gelungen, das bestätigten auch verschiedene NGOs. "Katar ist von allen arabischen Ländern viel weiter als die Nachbarstaaten. Alles, was wir hören, lässt uns hoffnungsvoll in die Zukunft schauen. Das ist der Beweis: Man muss im Dialog bleiben." Katar werde 2022 "ein sympathischer Gastgeber" der WM sein, prophezeite Rummenigge.