Franz Beckenbauer wurde 2019 in die Hall of Fame des deutschen Fußballs aufgenommen
Franz Beckenbauer wurde 2019 in die Hall of Fame des deutschen Fußballs aufgenommen © Getty Images
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München - Franz Beckenbauer begeht am Freitag einen runden Geburtstag. In Feierstimmung ist er nicht. Dafür blickt er auf sein Leben zurück - und spricht häufiger schon vom Tod.

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Am Freitag wird Franz Beckenbauer 75 Jahre alt.

Eine rauschende Feier wird der wohl beste Spieler der deutschen Fußball-Geschichte aber nicht geben.

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Dafür waren die vergangenen Jahre zu sehr von Stress und Krankheiten geprägt.

"Was da alles war in den letzten Jahren. Mit all den Operationen und auch mit der Geschichte 2006. Das hat mich schon sehr mitgenommen", sagt Beckenbauer in der Bild mit Blick auf den Skandal rund um die WM-Vergabe an Deutschland.

Beckenbauer: "Die letzten Jahre waren schon hart"

"Ich sehe zwar, dass mittlerweile akzeptiert wird, dass da nichts war, aber die letzten Jahre waren schon hart", erklärt der Weltmeister von 1974 (als Spieler) und 1990 (als Trainer).

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Auch mit Alkohol wird er nicht auf sein Jubiläum anstoßen, nachdem er 2016 und 2017 zweimal am Herzen operiert werden musste.

"Ich trinke seit der Herz-OP keinen Alkohol mehr. Einmal habe ich damit wieder angefangen, da kam sofort das Herzflimmern. Seitdem lasse ich es ganz. Und habe festgestellt, es geht auch ohne", sagte Beckenbauer, der seit einem Augeninfarkt im vergangenen Jahr auf dem rechten Auge so gut wie blind ist.

Um körperlich aktiv zu bleiben, geht er mittlerweile regelmäßig in das kleine Schwimmbad in seinem Haus in Salzburg: "Das tut mir gut. Ich laufe im Wasser gegen den Widerstand an. Das mache ich sehr gerne."

Beckenbauer spricht über den Tod

Dennoch spricht Beckenbauer häufig über den Tod. "Der 50. Geburtstag war mir wurscht. Der 70. war mir auch wurscht. Jetzt, beim 75., ist es das erste Mal, dass ich anfange nachzudenken. 75 ist ein Alter, da kannst du das Ende erahnen", sagte er.

Er hoffe zwar, dass "mir vom Lieben Gott noch viele Jahre gegeben werden. Aber du weißt es nicht. Die Endlichkeit wird dir bewusst. Und das beschäftigt dich natürlich".

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Angst vor dem Tod habe er aber nicht. "Warum soll ich mich über etwas aufregen, was ich eh nicht ändern kann? Ich weiß, dass es passieren wird. Man denkt im Alter nur häufiger daran als früher, als man noch jung war", betonte er.

Er gehe zwar kaum noch in die Kirche, aber er bete regelmäßig: "Es sind Dankesgebete. Ich bedanke mich für das schöne Leben, das ich führen durfte. Da ist es schon angebracht, sich jeden Tag zu bedanken."