Die Schalke-Profis wollen ihren Beitrag zur Krise liefern
Die Schalke-Profis wollen ihren Beitrag zur Krise liefern © Getty Images
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Gelsenkirchen - Die Corona-Krise trifft den FC Schalke 04 hart. Die Situation ist "existenzbedrohend". Jetzt reagiert der Spielerrat - und bietet dem Verein von sich aus Kürzungen des Gehalts an.

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Eigentlich wollten sie seit Montag wieder gemeinsam trainieren, doch Schalke 04 verlängerte die Zeit im Home-Office bis Freitag. "Dann waren wir zwei Wochen voneinander getrennt", sagt Sportchef Jochen Schneider im Gespräch mit SPORT1. "Wir werden uns in einem großen Raum in der Arena treffen und besprechen, wie wir mit der aktuellen Situation weitermachen."

Dann soll auch über ein Gehaltsverzicht der hochbezahlten Fußball-Profis gesprochen werden. Auf Schalke kämpfen sie nämlich aufgrund der Corona-Krise ums wirtschaftliche Überleben. Finanz-Boss Peter Peters sprach kürzlich von einer "existenzbedrohenden" Situation.

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"Es geht wie bei vielen anderen Klubs auch um die Existenz", meint Schneider. "Wir spielen Fußball, das ist unser Geschäft. Wenn wir das nicht tun können, dann haben wir keine Einnahmen. Und wenn ein Unternehmen keine Einnahmen hat, dann ist das schlecht."

Teamrat schlägt bis zu 30 Prozent Gehaltsverzicht vor

Wie SPORT1 aus Mannschaftskreisen erfuhr, wollen die Schalke-Millionäre deshalb von sich aus auf Teile ihres Gehalts verzichten. Auf Initiative von Kapitän Omar Mascarell, einer der Topverdiener, hat der Mannschaftsrat, dem auch Daniel Caligiuri, Guido Burgstaller, Alexander Nübel und Benjamin Stambouli angehören, dem Klub vorübergehende Gehaltseinbußen vorgeschlagen - und zwar nach SPORT1-Informationen in Höhe von bis zu 30 Prozent!

Man sei sich der schwierigen Lage bewusst und wolle dem Verein helfen, so ist aus Teamkreisen zu hören. Schon am Dienstag soll es ein Treffen mit den Schalke-Bossen und dem Mannschaftsrat geben.

Schneider dazu auf Nachfrage: "Natürlich ist allen bewusst, wie schwierig die Situation ist. Man spürt von allen Seiten eine große Solidarität. Wir können das nur gemeinsam tragen. Das Thema behandeln wir aber intern. Wir wollen nicht möglichst schnell mit Informationen nach draußen preschen."

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Der verletzte Mascarell (Adduktoren) meldete sich am Montag indes aus der Reha zurück, die er zurzeit auf Teneriffa macht: "Wir befinden uns in einer schwierigen Situation", sagte der 27-Jährige via Twitter. "Ich hoffe, dass alle gesund bleiben. Bitte bleibt alle Zu Hause. Wir werden gestärkt zurückkommen!"

Am Freitag soll das Gehalts-Thema dann mit allen Spielern besprochen werden. Auf Schalke sind sie zum Sparen verdammt. Die Pandemie bringt den Traditionsverein in eine finanzielle Schieflage. Schon im Geschäftsjahr 2019 machte der Konzern ein Minus von 26,1 Millionen Euro bei einem Umsatz von 275 Mio. Euro. Wird die Europa League in dieser Saison verpasst, rechnet man mit einem weiteren Umsatzrückgang auf 241 Mio. Euro (Corona-Verluste nicht mit eingerechnet).

Schalke ist zum Sparen verdammt

Schneider: "Wir diskutieren täglich im Verein und sprechen über die wirtschaftlichen Auswirkungen. Wir haben verschiedene Maßnahmen getroffen. Bei uns gibt es einen Einstellungs- und Investitionsstopp. Auch Transfergespräche sind vorerst auf Eis gelegt. Es geht jetzt um andere Dinge. Wir müssen Prioritäten setzen." Man spüre von allen Seiten im Verein eine große Bereitschaft und Solidarität.

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Vor allem die Schalke-Profis wollen in Krisen-Zeiten vorangehen und so den rund 600 festangestellten Mitarbeitern helfen. Zählt man alle Helfer und Aushilfen hinzu, beschäftigt Schalke laut Konzernbericht 2019 sogar über 1900 Menschen.

Im Jahr 2019 hat Schalke Gehälter und Löhne in Höhe von 116,6 Millionen Euro ausgegeben. Im Schnitt verdient ein Spieler bei den "Königsblauen" im Jahr etwas mehr als 2 Millionen Euro brutto. Ein Verzicht von bis zu 30 Prozent, wie ihn der Spielerrat anbietet, würde bei einem Monatseinkommen von durchschnittlich 166.000 Euro Einsparungen in Höhe von 50.000 Euro pro Spieler bedeuten.

Ein starkes Zeichen der Schalke-Stars in schweren Zeiten!