Rui Pinto fürchtet die Fans von Benfica Lissabon
Rui Pinto fürchtet die Fans von Benfica Lissabon © Getty Images
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Rui Pinto, Whitleblower bei Football Leaks, fürchtet eine Auslieferung in sein Heimatland Portugal. Die Fußballmafia und die Fans von Benfica machen ihm Angst.

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Dem in Ungarn festgenommenen Whistleblower der Enthüllungsplattform Football Leaks, Rui Pinto, bereitet die mögliche Auslieferung in sein Heimatland große Sorgen.

"Ich fürchte, dass wenn ich ein portugiesisches Gefängnis betrete, vor allem eines in Lissabon, ich dort nicht lebend herauskomme", sagte Pinto, der unter dem Decknamen "John" Millionen Dokumente weitergereicht hatte, in einem Interview mit dem Spiegel, dem NDR und Mediapart.

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Es gebe zwar "Staatsanwälte und Richter, die ihren Job ernst nehmen", sagte der Portugiese: "Aber diese Fußballmafia ist überall. Sie wollen die Botschaft aussenden, dass sich niemand mit ihnen anlegen soll." Er fürchte auch die Rache seiner fußballbegeisterten Landsleute, Pinto sieht sich als "Angriffsziel vor allem für Fans von Benfica Lissabon".

Pinto will Informaten-Schutz 

In Portugal wird Pinto unter anderem "die unzulässige Aneignung und Verbreitung von Daten sowie versuchte Erpressung" vorgeworfen, was er teilweise auch einräumt. "John" und seine Anwälte hoffen aber darauf, sich auf den besonderen Schutz für Informanten durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte berufen zu können.

"Ich bin kein Hacker", sagte Pinto: "Am Ende geht es darum, dass Whistleblower Vorgänge offenlegen, die der Gesellschaft sonst verborgen blieben: Verbrechen, Missstände, Fehlverhalten. Im besten Fall entfachen Whistleblower damit eine öffentliche Debatte und lösen Ermittlungsverfahren der Behörden aus."

Pinto hat "das Richtige" getan

Die Plattform Football Leaks sorgt mit ihren Enthüllungen seit 2015 für Aufsehen im Weltfußball. Darunter waren auch Berichte über die Steuervergehen von Topstar Cristiano Ronaldo während seiner Zeit in Spanien bei Real Madrid und über die Versuche der Spitzenteams Paris St. Germain und Manchester City, die Regeln des Financial Fair Plays (FFP) zu umgehen.

"Ich bin überzeugt davon, dass ich das Richtige getan habe", sagte Pinto mit Blick auf Ronaldo: "Dafür sind und waren meine Daten hilfreich. Es ist mir gleichgültig, ob mein Lieblingsspieler oder mein Lieblingsverein, der FC Porto, betroffen sind. Ich gebe alle relevanten Daten weiter."