Ein Niederländer als deutscher Nationaltrainer: Bei den Fußballern undenkbar, im Futsal brillant. SPORT1 zeigt, wie Marcel Loosveld das DFB-Team voranbringt.

von Martin van de Flierdt , Lukas Rott

Die Hoffnung der deutschen Futsal-Nationalmannschaft hat einen Namen: Marcel Loosveld. Und sie stammt aus: den Niederlanden.

Seit Februar 2017 ist der Niederländer als Nachfolger von Paul Schomann verantwortlich für die DFB-Auswahl.

Dabei hat Loosveld ein klares Ziel: Der  55-Jährige will "die Entwicklung des Spielstils im Training auf einen internationalen Standard bringen", sagt er SPORT1. Wie weit Loosveld seine Mannschaft nach diesem Anspruch bereits geformt hat, wird sich am Montag im Länderspiel gegen Georgien (Futsal: Deutschland – Georgien, Mo., ab 17.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) zeigen.

Zwar lesen sich die Ergebnisse der deutschen Futsaller auch nach der verpassten EM-Qualifikation 2017 nicht berauschend. Doch für Loosveld und seine Spieler sind die in der Folge erlittenen sieben Niederlagen aus acht Spielen gegen starke Gegner kein Grund, den Kopf hängen zu lassen.

Loosveld: Entwicklung wichtiger als Ergebnisse

"Die Entwicklung der Spieler war in diesem Fall das Wichtigste", sagt der Trainer, der als Spieler 1989 bei der ersten Futsal-WM überhaupt mit fünf Treffern wesentlich dazu beitrug, dass die niederländische Auswahl erst beim 1:2 im Finale in Brasilien seinen Meister fand. "Wenn ich unser Spiel mit der Zeit vergleiche, als wir angefangen haben, dann sehe ich einen deutlichen Unterschied."

Deutschland habe im Futsal jedenfalls Potenzial. "Aber die Einflüsse hier waren aus dem Hallenfußball. Das ist etwas anderes. Da hat auch mit der Bande zu tun", sagt Loosveld, der die Auswahl seines Heimatlandes 2014 als Trainer zur EM führte. "Wir haben als erstes die Raumaufteilung geändert. Und wenn du eine andere Besetzung und Aufteilung hast, sind da auch andere Aufgaben für die Spieler."

So oder so: Bei seinen Spielern kommt der Coach gut an. "Er hat eine wahnsinnige Erfahrung, weil er in Holland selbst gespielt hat und Trainer der Nationalmannschaft war", sagt Jonas Hoffmann, der in Dänemark für Kopenhagen Futsal kickt. "Er bringt sehr viel Expertise mit."

Heinze: Loosveld wird uns auf andere Ebene hieven

Auch Kapitän Timo Heinze freut sich über den "neuen Input" durch Loosvelds "neue taktische Finessen".

"Die letzten Spiele waren auch unter einem Lernaspekt gehalten. Es war klar gegen starke Gegner, dass man die nicht an die Wand spielt", sagt der 32-Jährige. "Was ich sehr wichtig finde, ist, dass wir jetzt eine klare Philosophie und Vorgabe haben, wie es läuft und wo wer hinzulaufen hat in welcher Situation."

Am 30. Oktober 2016 hatte Heinze in der Hamburger Inselparkhalle beim 5:3 gegen England im ersten Länderspiel einer deutschen Futsal-Auswahl das erste Tor erzielt.

Insgesamt stehen für ihn nun sechs Tore in zwölf Begegnungen zu Buche. Kein deutscher Spieler kann den Fortschritt der Mannschaft insofern besser beurteilen. "Loosveld wird uns futsalerisch auf eine andere Ebene hieven", prognostiziert Heinze.

Die Partie gegen Georgien in der gleichen Halle wie bei der Premiere 2016 – auch wenn sie nun Edel-optics.de Arena heißt - wird zeigen, wie es um die Klasse der deutschen Futsaller bestellt ist, ehe es Ende Januar mit der WM-Qualifikation richtig ernst wird.

"Wir sind natürlich noch lange nicht dort, wo wir hinwollen", sagt Heinze. "Aber wir sind auf einem ganz guten Weg." Auf dass es von Weltranglistenplatz 65 möglichst bald steil nach oben geht.