Die deutschen Vereine drohen im internationalen Vergleich ein Wenig den Anschluss zu verlieren. Daher fordert Oliver Bierhoff eine neue Qualitätsoffensive.

Für den Fortschritt, gegen die Stagnation: Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff fordert eine neue Qualitätsoffensive aller Kräfte für den deutschen Fußball.

"Es muss den nächsten Masterplan geben wie zuletzt 2000", sagte Bierhoff bei einem Hintergrundgespräch in München: "Das hört sich hochgegriffen an, aber der nächste Schritt muss kommen."

Im Europapokal sind nur noch zwei deutsche Vereine vertreten, Bundestrainer Joachim Löw monierte zudem die spielerischen Defizite in der Bundesliga. "Die Situation ist nicht verheerend, wie sie 2000 war. Aber wir haben ein bisschen nachgelassen, das sieht man auch im U-Bereich oder bei den Frauen", sagte Bierhoff.

"Alle Verantwortlichen, auch bei den Vereinen, haben die Zeichen gesehen, dass wir agieren müssen. Das sieht auch die Deutsche Fußball Liga mit Christian Seifert an der Spitze so, mit dem wir da auf einer Linie liegen. Die Liga ist da absolut offen."

Blamables EM-Aus 2000 sorgte für Umdenken

Die Weiterentwicklung des deutschen Fußballs sei eine "Riesenaufgabe, da habe ich Riesenrespekt vor. Wir müssen und wollen das Silo-Denken aufbrechen, agiler und vernetzter denken", forderte Bierhoff. Ende 2020 soll die neue DFB-Akademie in Frankfurt/Main eröffnet werden.

Im Jahr 2000 war die deutsche Nationalmannschaft bei der EM in Belgien und den Niederlanden blamabel in der Vorrunde ausgeschieden. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) reagierte mit einer Ausbildungsoffensive und nahm die Vereine in die Pflicht, Nachwuchsleistungszentren einzuführen.