Die Herz-Operationen und der Wirbel um seine Person gehen nicht spurlos an Franz Beckenbauer vorüber. Einige seiner Freunde sorgen sich um die Fußball-Legende.

Freunde und frühere Wegbegleiter sorgen sich um Franz Beckenbauer. Der "Kaiser" leidet offenbar weiter stark unter den Anschuldigungen im WM-Vergabeskandal, meidet nach dem Tod seines Sohnes und mehreren Herzoperationen die Öffentlichkeit. Das legen Aussagen von Uli Hoeneß und anderer Fußball-Größen offen.

"Der Franz ist nach seiner schweren Herz-Operation im Moment zur Reha in Bad Wiessee. Nach der OP ging es ihm nicht so gut. Jetzt geht es ihm wieder besser", hatte Hoeneß bei einer Fanclub-Weihnachtsfeier gesagt und gefordert: "Ich appelliere an gewisse Leute bei den Medien, ihn in Ruhe zu lassen. Es ist eine Riesenschweinerei, was um seine Person gemacht wird."

Im Rahmen einer TV-Produktion schlossen sich nun andere Wegbegleiter Beckenbauers an.

Breitner stärkt Beckenbauer den Rücken

"Der ganze Stress, die ganzen Geschichten, sowohl im Privaten als auch mit der WM-Vergabe 2006, haben ihn natürlich mitgenommen", meinte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, der Beckenbauer vor wenigen Wochen traf. "Er sieht nicht mehr so frisch aus wie vorher", meinte Matthäus, aber "von der Art her, vom Lächeln und von der Unterhaltung her" sei Beckenbauer "der Alte geblieben".

Der ARD-Film begibt sich auf die Spuren der Lichtgestalt und stellt auch die Frage, wann sich die Öffentlichkeit von einem Helden abwendet. Für Beckenbauers Ex-Mitspieler Paul Breitner ist das kein Thema. "Ich sehe mich als derjenige, der nicht ein Haar über Franz krumm werden lässt. Null." Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber meint: "Wenn ein Freund einen Fehler gemacht hat, bleibt er trotzdem ein Freund."

SPORT1-Experte Marcel Reif sprach seine Gefühlslage Beckenbauer gegenüber am deutlichsten aus.

"Ich mache mir große Sorgen. Denn nach allem, was ich höre, ist ein Mensch, der so in der Öffentlichkeit war, wie Franz Beckenbauer das war, jetzt - auf eigene Veranlassung - völlig aus der Öffentlichkeit verschwunden", sagte der langjährige Sportkommentator, der viele Jahre mit Beckenbauer zusammengearbeitet hat.
   

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