Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat ihren Hauptsitz in Montreal
Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat ihren Hauptsitz in Montreal © Getty Images
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Anti-Doping-Ermittler Richard McLaren vermutet in Russland auch im Fußball ein ausgeklügeltes System. Es solle eine Bank mit sauberem Urin existieren.

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WADA-Sonderermittler Richard McLaren vermutet positive Dopingbefunde bei russischen Fußballern oder Manipulation der Proben.

Dies sagte der Kanadier der ARD: "Unsere Schlussfolgerung: Es ist ein Vertuschungssystem entdeckt worden, es muss aber ein zweites im Fußball gegeben haben", sagte McLaren im Interview mit dem Ersten.

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"Es gibt noch 155 Proben, die nicht analysiert wurden. Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat sie beschlagnahmt. Das haben wir der FIFA gemeldet", äußerte der von der WADA eingesetzte Nordamerikaner.

Wurden Proben manipuliert?

McLaren geht davon aus, dass diese Urinproben entweder manipuliert worden seien, um positive Tests zu verhindern, oder Dopingsubstanzen darin zu finden seien. Der Sonderermittler kommt zu dem Schluss, dass es für den russischen Fußball ein separates System der Vertuschung auffälliger Dopingtests gegeben habe: "Es gab offenbar eine Bank mit sauberem Urin - und diese Bank wurde offenbar für Fußballer genutzt."

McLaren hatte in seinen beiden Berichten institutionell gestütztes Doping in Russland bewiesen. Insgesamt seien in der Zeit von 2011 bis 2015 über 1000 Sportler an dem Programm beteiligt gewesen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte nach dem ersten McLaren-Bericht zwei Kommissionen eingesetzt, die derzeit die Untersuchungen auswerten.

Elf weitere Fußballer auf der Liste

Die britische Zeitung Mail on Sunday hatte berichtet, dass der Weltverband FIFA gegen den gesamten WM-Kader von 2014 ermittelt. Demnach soll in Erfahrung gebracht werden, ob auch das Fußball-Team von dem institutionellen Dopingsystem in Russland betroffen war. Die FIFA bestätigte, dass sie in enger Zusammenarbeit mit der WADA die im McLaren-Bericht genannten Vorwürfe gegen Fußballspieler untersuche, nannte aber keine Namen.

Neben den 23 Spielern Russlands sollen elf weitere Fußballer auf einer Liste von insgesamt 1000 Personen stehen, die mit Doping in Verbindung gebracht werden. Bislang waren Russlands Fußballer von konkreten Doping-Vorwürfen verschont geblieben.

In Maxim Kanunnikow, Denis Gluschakow, Igor Akinfejew, Alexander Samedow, Dimitri Kombarow und Juri Schirkow standen sechs Spieler aus dem WM-Team von Brasilien auch im Kader für den Confed Cup in Russland, wo der Gastgeber am Samstag nach einem 1:2 (1:1) gegen Mexiko im letzten Vorrundenspiel als Gruppendritter ausgeschieden war.