Robert Tesche (R) feiert seinen späten Siegtreffer
Robert Tesche (R) feiert seinen späten Siegtreffer © Imago
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Der VfL Bochum nimmt eine wichtige Hürde und macht einen großen Schritt in Richtung Bundesliga. Die Bochumer behalten in einem echten Spektakel die Oberhand.

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Schlagabtausch, später Ausgleich, später Siegtreffer: Der VfL Bochum hat ein Wechselbad der Gefühle für sich entschieden. (LIVETICKER zum Nachlesen)

Nach dem spektakulären 4:3 (2:1)-Sieg gegen Hannover 96 klopfen die Bochumer mehr als deutlich an die Tür zur Bundesliga an. Damit hat Bochum erneut mit einem Sieg auf eine Niederlage geantwortet. Eine Woche nach dem 0:3-Rückschlag beim SC Paderborn baute der VfL seinen Vorsprung vor dem Tabellenzweiten SpVgg Greuther Fürth auf sechs Punkte aus. (Tabelle der 2. Bundesliga)

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Hannovers Dominik Kaiser hatte den Gastgebern zwar früh eine kalte Dusche spendiert (22.), der VfL zeigte sich jedoch unbeeindruckt und drehte durch Robert Tesche (29.) und Gerrit Holtmann (38.) noch vor der Pause die Partie. 

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In der Nachspielzeit bricht der Wahnsinn ein

Im zweiten Durchgang legte Simon Zoller das 3:1 nach (61). Hannover verkürzte in Person von Marvin Ducksch (67.), ließ in der Folge aber einige Chancen zum Ausgleich aus. (Spielplan der 2. Bundesliga)

In der Nachspielzeit brach dann der Wahnsinn über Bochum ein: Philipp Ochs erzielte zunächst den Ausgleichstreffer (90.), doch Bochum hatte noch eine Antwort. Tesche traf in der 92. Spielminute zum Sieg. (Spielplan der 2. Bundesliga)

"Das 3:3 war absolut bitter. Dann hatten wir aber noch einen Eckball und das war ein super Gefühl für uns. Alle Köpfe waren schon am Boden, da gehört natürlich auch ein wenig Glück dazu. Das war extrem wichtig und ich freue mich sehr", sagte Matchwinner Tesche bei Sky

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Zum achten Mal reagierte das Team von Trainer Thomas Reis somit mit einem Dreier auf eine Ligapleite. Hannover ist seit acht Spielen ohne Sieg. 

Kocak ist stolz auf sein Team

"Im Moment habe ich keine Worte dafür. Es ist im Fußball aber oft so, dass man einen draufbekommt. Jetzt müssen wir wieder aufstehen", sagte Hannovers Ochs bei Sky

"Ich bin sehr stolz auf die Jungs und wir hätten heute einen Sieg verdient gehabt", sagte 96-Coach Kenan Kocak: "Wir müssen jetzt aus der Phase herauskommen".

Der VfL, der nach elf Jahren die Rückkehr in die Bundesliga anstrebt, benötigte gegen stark beginnende Gäste offenbar einen Weckruf. Kaisers Treffer zur 96-Führung war hochverdient, weil die Niedersachsen im Minutentakt Großchancen herausgespielt hatten: Erst rettete Cristian Gamboa bei einem Schuss von Genki Haraguchi für seinen Torhüter Manuel Riemann, der einen Ausflug an den Strafraumrand gewagt hatte (20.). Dann traf Simon Falette die Latte des Bochumer Tores (21.).

Kaisers Treffer zeigte Wirkung, der VfL schaltete in den Vorwärtsgang. Nach einem Eckball von Robert Zulj glich Tesche per Kopf aus, Holtmann schloss einen Angriff, den Keeper Riemann mit einem langen Pass eingeleitet hatte, mit der Pausenführung ab.

Hannover steckte auch nach dem 1:3 nicht auf und drängte nach dem Anschlusstreffer auf den Ausgleich, den Ochs erzielte, ehe Tesche Bochum doch noch jubeln ließ.

Bochum steht Kopf: Robert Tesche feiert den späten Siegtreffer
Bochum steht Kopf: Robert Tesche feiert den späten Siegtreffer © Imago

Düsseldorf wahrt Aufstiegschancen

Auch Fortuna Düsseldorf darf sich weiter Hoffnungen auf die Bundesliga-Rückkehr machen.

Das Team von Trainer Uwe Rösler siegte verdient mit 3:0 (1:0) beim abstiegsbedrohten VfL Osnabrück. Dadurch verkürzten die Rheinländer den Rückstand auf den Hamburger SV auf dem Aufstiegs-Relegationsplatz auf zunächst vier Punkte und kletterten auf Platz sechs. (LIVETICKER zum Nachlesen)

Kristoffer Peterson (37.) erzielte die Führung für die Gäste. Dawid Kownacki (50.) per Foulelfmeter nach Videobeweis und Marcel Sobottka (67.) erhöhten. "Wir tun gut daran, Siege einzufahren. Wir haben den Aufstieg nicht mehr in der eigenen Hand und können nur das beeinflussen, was wir machen. Wir wollen bis zum Ende oben dranbleiben", zeigte sich Sobottka bei Sky zufrieden.

Osnabrück bleibt durch die zwölfte Heimniederlage in Folge mit 26 Punkten auf dem Abstiegs-Relegationsrang. Der Rückstand auf den rettenden 15. Platz beträgt vier Zähler.

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Die Fortuna kam an der Bremer Brücke gut in die Partie. Nach einem Fehlpass von VfL-Keeper Phillip Kühn schalteten die Gäste schnell, doch Kühn machte seinen Fehler gegen den freistehenden Kownacki wieder gut (4.).

Bei der nächsten guten Möglichkeit scheiterte Sobottka aus spitzem Winkel am gut reagierenden Kühn (18.). In der Folge fehlten Düsseldorf zunächst die Ideen im Offensivspiel, bis Peterson den Ball ins lange Eck zirkelte.

Nach dem Seitenwechsel blieb Kownacki vom Punkt eiskalt. Sobottka hatte bei einem abgefälschten Schuss Glück, dass sich der Ball hinter Kühn ins Tor senkte.

Heidenheim rückt auf Rang vier vor

Und auch der 1. FC Heidenheim bleibt im Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga. Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt kam bei Jahn Regensburg dank hoher Effizienz zu einem verdienten 3:0 (2:0) und rückte damit bis auf zwei Punkte an den Hamburger SV auf dem Relegationsplatz heran. (LIVETICKER zum Nachlesen)

Allerdings bleibt die Tabelle schief: Die Hanseaten bestreiten ihr 29. Spiel in dieser Saison erst am Donnerstag beim SV Sandhausen, Heidenheim empfängt schon am Mittwoch in seinem 30. Spiel Tabellenführer VfL Bochum.

Die Gäste profitierten bei den Toren von Denis Thomalla (11.) und Patrick Mainka (36.) von Fehlern der Regensburger. Der Führungstreffer resultierte aus einem bösen Missverständnis zwischen Scott Kennedy und Torhüter Alexander Meyer, hinter dem Thomalla unbedrängt einschieben konnte. Tim Kleindienst verwandelte einen Handelfmeter nach Videobeweis souverän (80.). Jahn-Kapitän Benedikt Gimber hatte den Ball mit der Hand gespielt. 

Dabei hatten die Hausherren eigentlich den besseren Start. Doch die Gäste schlugen noch vor der Pause erneut eiskalt zu - auch, weil Torwart Meyer erneut patzte: Er ließ einen Schuss von Marnon Busch zu Maika abprallen, der aus kurzer Distanz verwertete.

Gegen Robert Leipertz (43.) und Tobias Mohr (45.+2) verhinderte Meyer immerhin eine höhere Pleite. Regensburg war danach um den Anschluss bemüht, kam aber kaum zu zwingenden Möglichkeiten.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)