Ein Treffer der Paderborner zählte wegen eines Handspiels 20 Sekunden vorher nicht
Ein Treffer der Paderborner zählte wegen eines Handspiels 20 Sekunden vorher nicht © Imago
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Der 1. FC Nürnberg rehabilitiert sich in Paderborn für die Niederlage gegen Fürth. Der SCP fühlt sich allerdings betrogen. Aue patzt und Sandhausen atmet auf.

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Aufatmen beim Club, VAR-Frust beim SCP: Der 1. FC Nürnberg hat mit einem 2:0 (1:0)-Erfolg beim SC Paderborn eine Reaktion auf die Derbyniederlage gegen die SpVgg Greuther Fürth gezeigt.

In einem turbulenten Spiel erzielten Robin Hack (8.) und Felix Lohkemper (49.) die Tore für die Franken. Allerdings verletzte sich Hack bei seinem Treffer und musste noch vor der Pause ausgewechselt werden.

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Die Paderborner haderten vor allem mit der Annullierung des Ausgleichstreffers von Sebastian Vasiliadis (18.). Schiedsrichter Robert Hartmann hatte das Tor nach einem Hinweis von Michael Bacher aus dem Kölner Keller und nach Sichtung der TV-Bilder wegen eines Handspiels von Dennis Srbeny 20 Sekunden (!) zuvor zurückgenommen. (Die Spiele zum Nachlesen im Ticker)

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Paderborn schimpft nach Torklau: "Eine Ewigkeit her"

"Das war schon eine gefühlte Ewigkeit her", schimpfte Paderborns Sebastian Schonlau bei Sky. "Ich habe gehört, weil kein Nürnberger mehr am Ball war, war es dann Handspiel. Aber dafür können wir ja nichts, dass die nicht an den Ball kommen. Bei aller Liebe, dann können wir auch das ganze Spiel zurückspulen. Da findest du immer Szenen."

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Auch Teamkollege Uwe Hünemeier fühlte sich betrogen. "Das war schon eine gefühlte Ewigkeit her. Ich habe gehört, weil kein Nürnberger mehr am Ball war, war es dann Handspiel. Aber dafür können wir ja nichts, dass die nicht an den Ball kommen. Bei aller Liebe, dann können wir auch das ganze Spiel zurückspulen. Da findest du immer Szenen", sagte der Abwehrchef. "Ich finde das eine absolute Frechheit. Ich kann sowas nicht verstehen. Die Leute, die sich darüber Gedanken machen, sollten wirklich überlegen, was man da mit dem Fußball macht. Für mich eine absolut unverständliche Entscheidung."

Baumgart von "Respekt"-Debatte genervt

SCP-Trainer Steffen Baumgart übte generell Kritik an den Schiedsrichtern: "Was mir wirklich auf den Sack geht, ist, dass ich immer wieder das Wort 'Respekt' von den Schiedsrichtern höre. Das fällt mir schwer - und da rede ich nicht von der VAR-Situation, sondern von vielen Kleinigkeiten auf dem Platz. Es gibt schon einige Sachen, die einen stören, aber auch das sind Tatsachenentscheidungen, mit denen wir leben werden."

Baumgart hält auch nichts davon, dass sich die Trainer und die Schiedsrichter noch mal an einen Tisch setzen sollten, um die Konflikte beizulegen. "Das bringt nichts. Und dann reden wir wieder von Respekt und der Respekt muss immer von uns ausgehen. Wichtig ist, dass man Entscheidungen trifft, die alle begreifen - und das ist nicht so gegeben."

Nürnberg klettert aus dem Keller - Dämpfer für Aue

In der Tabelle stellten die Nürnberger als Tabellenzwölfter mit nun 13 Punkten den Anschluss ans Mittelfeld her, Paderborn rutschte auf Rang zehn ab. (Tabelle der 2. Bundesliga)

Der FC Erzgebirge Aue verpasste derweil durch eine 0:2 (0:2)-Niederlage gegen den SSV Jahn Regensburg den Sprung auf einen Aufstiegsrang. Trainer Michael Schiele siegte mit dem SV Sandhausen beim Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Würzburger Kickers mit 3:2 (1:1). (Spielplan und Ergebnisse der 2. Bundesliga)

Keita-Ruel schießt Würzburger Kickers ab

In Aue ging der Jahn durch Treffer von Andreas Albers (8.) und Sebastian Stolze (40., FE) in Führung. Veilchen-Keeper Martin Männel parierte zudem noch einen Handelfmeter von Maxim Besuschkow (12.).

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SVS-Angreifer Daniel Keita-Ruel (18., 70.) war mit seinem Doppelpack in Würzburg der Mann des Spiels. Zudem traf Ivan Paurevic (54.) für den SVS, der durch Mitja Lotric (42.) zwischenzeitlich den Ausgleich hinnehmen musste.

In der Schlussphase sah Würzburgs Ewerton nach einem Frustfoul an Dennis Diekmeier die Rote Karte (74.). Der Ex-Hamburger konnte die Partie nach einer Behandlungspause fortsetzen. Anschließend zählte der erste Saisontreffer von Aziz Bouhaddouz (84.) nicht. Kurz vor Schluss machte es Würzburgs Daniel Hägele (88.) doch noch mal spannend.

Schuppan hadert mit Schiedsrichterentscheidung

Sandhausen vergrößerte dank des Dreiers den Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze auf vier Punkte, der Rückstand von Schlusslicht Würzburg aufs rettende Ufer beträgt indes schon sieben Zähler.

"Wir sind schwer enttäuscht und auch stinksauer" sagte Würzburgs Sportvorstand Sebastian Schuppan bei Sky und beklagte eine vermeintliche Fehlentscheidung von Schiedsrichter Sören Storks vor dem 1:2, betonte jedoch: "Es wird extrem schwer. Aber wir geben hier nicht auf."