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München - Nach dem verpassten Aufstieg in die Bundesliga muss sich der Hamburger SV neu aufstellen. Womöglich geht Investor Klaus-Michael Kühne von Bord.

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Geht das Kapitel Klaus-Michael Kühne beim Hamburger SV zeitnah zu Ende?

Der Investor hatte sich nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg entschlossen, den Vertrag über die Namensrechte am Volksparkstadion nicht zu verlängern, was dem Klub bislang vier Millionen Euro jährlich einbrachte. Womöglich steigt er beim HSV nun aber auch ganz aus. Die Bild will erfahren haben, dass Kühne Markus Frömming, seinen Vertreter im Aufsichtsrat der HSV Fußball AG, instruiert habe, seine 20,57 Prozent der Anteile zu veräußern.

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Er selbst schweigt dazu. "Herr Kühne hat sich entschlossen, zum Thema HSV bis auf Weiteres keine Kommentare abzugeben, geschweige denn für Interviews zur Verfügung zu stehen" - so lautete die Antwort von Kühnes Assistentin auf eine SPORT1-Nachfrage.

Laut dem ehemaligen HSV-Präsidenten Jürgen Hunke (November 1990 bis Oktober 1993) kann dem ehemaligen Bundesliga-Dino nichts Besseres passieren.

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"Der HSV war immer nur ein Spielball für Kühne", sagt Hunke zu SPORT1.

Der Verein hatte am Sonntag mit dem desaströsen 1:5 im Heimspiel gegen den SV Sandhausen erneut die Rückkehr in die Bundesliga verpasst und muss nun ein drittes Jahr in der Zweitklassigkeit planen. Ein schweres Unterfangen. Noch ist unklar, ob Trainer Dieter Hecking, dessen Vertrag heute ausläuft, bleiben darf. 

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"Das größte Problem beim HSV ist seit Jahren die Trainerposition. Ich hatte in acht Jahren 16 Trainer, das ist ja unfassbar. Das ist auch für einen Spieler schwer, wenn dauernd neue Trainer da sind. Wenn da keine Konstanz reinkommen kann, dann kann sich kein dauerhafter sportlicher Erfolg einstellen", sagt der langjährige HSV-Profi Dennis Diekmeier, der nun für Sandhausen gegen seinen alten Klub traf, im Gespräch mit SPORT1.

Diekmeier hofft auf Hecking-Verbleib

Der 30-Jährige fordert deshalb Kontinuität. "Man sollte nicht schon wieder den Fehler machen den Trainer auszutauschen, sondern Dieter Hecking die Möglichkeit geben, ein zweites Jahr dort arbeiten zu können. Der HSV sollte froh sein, so einen erfahrenen Mann zu haben, der sich im Geschäft auskennt und auch gut mit dem Hamburger Medien kann. Ich bin gespannt, wie es dort weitergeht."

Wenn es nach Hunke geht, könne Hecking, den er für einen "ganz ordentlichen Mann" hält, ruhig bleiben, Kühne sollte das Weite suchen. Der ehemalige Vorstandsboss Bernd Hofmann, der am 11. April dieses Jahres entlassen wurde, hatte Kühne im Sommer 2010 zum HSV gebracht - gegen den Willen von Hunke, der damals Aufsichtsratsvorsitzender war. 

Für 12,5 Millionen Euro erhielt Kühne damals 33 Prozent der Transferrechte an den Spielern Dennis Aogo, Diekmeier, Paolo Guerrero, Lennard Sowah und Heiko Westermann und Marcell Jansen, der aktuell beim HSV Aufsichtsratsvorsitzender des eingetragenen Vereins ist.