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Hamburg - Bielefeld erfüllt sein Soll gegen Heidenheim, doch der HSV kann die Vorlage nicht annehmen und verliert deutlich gegen Sandhausen. Diekmeier macht das Debakel perfekt.

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Der Hamburger SV bleibt nach einem völlig verkorksten Saison-Endspiel auch in der nächsten Saison ein Zweitligist. (LIVETICKER zum Nachlesen)

Im letzten Spiel gegen den SV Sandhausen hätte aufgrund des Sieges von Arminia Bielefeld gegen den 1. FC Heidenheim ein Unentschieden gereicht, um wenigstens die Relegation gegen Werder Bremen zu erreichen. (Service: TABELLE der 2. Bundesliga)

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Doch der HSV verlor die Partie mit 1:5.

"Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Wir haben uns in den letzten Spielen in der Nachspielzeit Punkte wegnehmen lassen und sind deshalb erst in diese Situation zu kommen", sagte HSV-Präsident Marcell Jansen bei Sky. "Die Beine waren schwer, der Kopf war langsam."

Der ehemalige Spieler das HSV verwies auch auf die bittere 1:2-Niederlage gegen Heidenheim in der vergangenen Woche: "Wenn du in der 94. Minute einen bekommst, das nimmst du mit. Das ist unterbewusst da."

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Heidenheim verliert in Bielefeld

Die Relegationsspiele bestreitet trotz der 0:3-Niederlage in Bielefeld der FCH. Das Hinspiel steigt am kommenden Donnerstag, das Rückspiel am folgenden Sonntag. (Service: SPIELPLAN der 2. Bundesliga

"Man hat heute gesehen, dass wir unter einer sehr großen Anspannung gespielt haben. Ich war mir eigentlich sicher, dass Bielefeld uns den Gefallen tut und Heidenheim schlägt", sagte HSV-Trainer Dieter Hecking. "Aber dann dürfen wir natürlich nicht nach 20 Minuten zwei so leichte Gegentore kriegen. Dann bringst du dich natürlich noch mehr unter Druck. Diese Nervosität konnten wir im gesamten Spiel nicht mehr ablegen."

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Die Hamburger hinterließen in der ersten Halbzeit einen miserablen Eindruck und lagen nach 45 Minuten durch ein Eigentor von Rick van Drongelen (13.) und einem Treffer von Kevin Behrens (21.) mit 0:2 zurück.

Hunt sorgt für Hoffnung

Aaron Hunt beachte die "Rothosen" mit einem an ihm selbst verschuldeten Elfmeter wieder zurück ins Spiel. Schiedsrichter Frank Willenborg ahndete das Foul zunächst nicht, entschied sich dann aber nach Kontakt mit dem Video-Schiedsrichter für Strafstoß. Hunt verwandelte trocken in den rechten Winkel.

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Diekmeier: "Ich bin ein souveräner Killer"

Doch die Hoffnung auf den benötigten Punkt schwand endgültig, nachdem auch Sandhausen ein Strafstoß zugesprochen wurde. Behrens verwandelte locker zum 1:3. Mario Engels und der Ex-Hamburger Dennis Diekmeier machten das Debakel für den HSV endgültig perfekt.

Letzterer kommentierte sein erst zweites Tor seiner langjährigen Profi-Karriere mit einem Schuss Ironie: "Ich bin ein souveräner Killer und habe mir den Winkel ausgesucht." Mit seinen ehemaligen Kollegen des HSV hat er Mitgefühl. "Das wird eine schwierige Situation für die Jungs", sagte Diekmeier.

So bejubelte Dennis Diekmeier sein Tor gegen den Ex-Klub
So bejubelte Dennis Diekmeier sein Tor gegen den Ex-Klub © Imago

Der Vertrag von HSV-Coach Hecking hätte sich automatisch nur bei einem Aufstieg verlängert. Wie es mit dem Trainer weitergeht, ließ Jansen offen. nach dem verpassten Aufstieg och eine zweite Chance bekommen werde. "Jonas Boldt (HSV-Sportvorstand, Anm. d. Red.) und Dieter Hecking werden nach der Saison mit der brutalsten Enttäuschung in die Analyse gehen und sich dann dazu äußern", sagte er.

Hecking appelliert an Charakterstärke

HSV-Trainer Dieter Hecking hatte vor der Partie Charakterstärke von seiner Mannschaft gefordert, um doch noch die letzte Chance zu nutzen. Die bittere Last-Minute-Pleite in Heidenheim (1:2) sollte aus den Kleidern sein. Doch nur die ersten Minuten stimmten. Torjäger Joel Pohjanpalo deutete seine Gefahr per Direktabnahme an (5.).

Der SVS präsentierte sich ebenso giftig und gut gestaffelt wie eiskalt in der Chancenverwertung. Und der HSV agierte in der Folge kopflos, ratlos, völlig verunsichert. Hecking stellte von Dreier- auf Viererkette in der Abwehr um und brachte mit Bakery Jatta einen weiteren Offensivmann für den unter Schmerzen ausgewechselten van Drongelen (36.), Sandhausen vergab weitere Topchancen.

Hecking hatte in der Halbzeitpause noch einmal die Gelegenheit, seine Mannschaft wachzurütteln. Und mit dem Treffer von Hunt war plötzlich die Spannung wieder greifbar. Für den HSV wurde der Kampf gegen die Uhr zunehmend zu einem Nervenspiel - mit schlechtem Ausgang.

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Mit Material des Sport-Informations-Dienstes (SID)