Da kommt Freude auf: Jordi Osei Tutu (Mi.) und die Teamkollegen vom VfL Bochum gewinnen gegen den 1. FC Heidenheim
Da kommt Freude auf: Jordi Osei Tutu (Mi.) und die Teamkollegen vom VfL Bochum gewinnen gegen den 1. FC Heidenheim © Getty Images
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München - Erfolgreicher Re-Sart in der 2. Bundesliga für den VfL Bochum gegen Heidenheim. Auch der Karlsruher SC krabbelt aus dem Keller, Regensburg ärgert Kiel spät.

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Der Karlsruher SC hat zum Wiederbeginn der 2. Fußball-Bundesliga im Abstiegskampf dreifach gepunktet. Die Badener kamen gegen Darmstadt 98 im Geisterspiel zu einem 2:0 (0:0). Auch der VfL Bochum jubelte zum Re-Start, machte angesichts eines 3:0 (2:0) über den 1. FC Heidenheim einen Tabellensprung.

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Philipp Hofmann (66.) hatte den gastgebenden KSC mit seinem zwölften Saisontor in Führung, Marvin Wanitzek (90.+6) setzte den Schlusspunkt.

Mit 27 Punkten kletterte Karlsruhe auf den drittletzten Tabellenplatz, die Lilien aus Darmstadt haben trotz der Niederlage weiterhin Tuchfühlung zu den Spitzenrängen und sind im vorderen Mittelfeld platziert.

KSC beendet schwarze Serie

Nach zuletzt zwei Niederlagen konnte Karlsruhe wieder einen Sieg landen. Darmstadts Yannick Stark (36.) hatte die beste Chance im ersten Durchgang, doch er verzog und verfehlte das Tor klar.

Karlsruhe spielte optisch gefälliger, ohne sich allerdings ein klares Übergewicht herausspielen zu können. Vor den leeren Rängen war beiden Teams anzumerken, dass die Spielpraxis fehlte.

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Strafraumszenen blieben Mangelware. Beide Teams waren bemüht, so wenig Fehler wie möglich zu machen. Aufgrund der fehlenden Risikobereitschaft blieb allerdings die spielerische Klasse auf der Strecke. Die Abwehrreihen dominierten über weite Strecken das Geschehen, wirkliche Aufreger im Strafraum gab es selten. Erst Hofmann brach den Bann.

Bochum siegt gegen Heidenheim

Der VfL Bochum wiederum verpasste dem 1. FC Heidenheim beim Neustart nach der Corona-Pause einen Dämpfer im Rennen um den Aufstieg - und landete einen Befreiungsschlag Richtung Tabellenmittelfeld. Die Gäste indes verpassten es beim 0:3, zumindest vorübergehend mit dem drittplatzierten Hamburger SV gleichzuziehen.

Kapitän Anthony Losilla (11.), Jordi Osei-Tutu (34.) und Silvere Ganvoula (64.) trafen für den VfL, der sich mit dem hochverdienten Sieg und nun als Tabellen-Elfter ein Polster von sechs Punkten auf den ersten direkten Abstiegsplatz erspielte. 

Heidenheim schrieb indes ein kleines Stück Fußball-Geschichte, weil der FCH als erster Klub die erstmals erlaubten fünf Wechsel vollzog. "Es ist außergewöhnlich, aber wir haben das gut angenommen", sagte Bochums Simon Zoller bei Sky mit Blick auf die Hygienemaßnahmen und ergänzte: "Wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht und das Ergebnis gut über die Zeit bekommen."

Heidenheim als erster Klub mit fünf Wechseln

Insbesondere Heidenheim war die durch die Coronakrise erzwungene Wettkampfpause anzumerken. Es haperte an Präzision, Bochum erspielte sich so schnell ein Übergewicht im Mittelfeld und ging durch eine Standardsituation in Führung: Losilla kam nach einem Freistoß vor Heidenheims Torhüter Kevin Müller an den Ball und traf per Kopf zum 1:0.

In der Folge bemühte sich Heidenheim um den Ausgleich, wurde aber erneut kalt erwischt. Nach einem Fehler in der Defensive war Osei-Tutu zur Stelle. Nach der Pause blieb Bochum nicht nur das gefährlichere Team, auch in der Defensive ließ der VfL kaum etwas zu. Stattdessen drängte die Mannschaft von Trainer Thomas Reis auf den dritten Treffer.

Kiel spät eiskalt erwischt

Holstein Kiel wiederum verspielte einen wichtigen Auswärtsdreier leichtfertig. Die Störche kamen im Verfolgerduell bei Jahn Regensburg trotz 2:0-Führung nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus. Kiel blieb zum vierten Mal in Folge ohne Dreier, Regensburg verhinderte in letzter Sekunde die vierte Niederlage in Folge.

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Jae-Sung Lee (3.) erzielte das Führungstor für die Norddeutschen. Es war das erste Tor im bezahlten deutschen Fußball nach Wiederbeginn und 66 Tagen Pause aufgrund der Corona-Pandemie in der 1. und 2. Bundesliga.

Der Torjubel fiel verhalten aus, der Asiate jubelte zunächst solo, erst später kamen einige der Mitspieler und hielten die Faust zum Abstoßen hin. Finn Porath (58.) auf Vorarbeit von Lee erhöhte nur eine Minute nach seiner Einwechslung, doch Sebastian Stolze (75.) und Andreas Albers (90.+2) per Foulelfmeter drehten die Partie.

Kiel profitierte von der frühen Führung und diktierte zunächst das Geschehen. Die Gastgeber hatte hingegen Mühe, ihr Spiellinie zu finden. Viele Pässe landeten beim Gegner. Erst im Verlauf der ersten Halbzeit konnte der Jahn die Begegnung offener gestalten. Dem zweiten Treffer ging eine wunderschöne Ballstafette der Gäste voraus, am Ende glich Regensburg dennoch aus.

Aue siegt - Sandhausens Diekmeier fliegt

Erzgebirge Aue kehrte mit einem klaren Sieg in den Spielbetrieb zurückgekehrt. Im Erzgebirgsstadion gewannen die Sachsen nach langer Überzahl letztlich ungefährdet 3:1 (1:0) gegen den SV Sandhausen. 

Durch den Sieg festigte die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster ihren Platz in der oberen Tabellenhälfte. Sandhausen hingegen rutschte auf den 14. Platz.

Dimitri Nasarow brachte Aue per Foulelfmeter (5.) in Führung, Sandhausens Dennis Diekmeier hatte zuvor Aues Florian Krüger zu Fall gebracht. Schiedsrichter Florian Badstübner entschied auf Notbremse und zeigte Diekmeier die Rote Karte. In der zweiten Halbzeit erhöhte Krüger (65.), vier Minuten später traf Malcolm Cacutalua nach Ecke. Ein schwerer Patzer von Clemens Fandrich, dessen Rückpass auf Torwart Martin Männel zu kurz geriet, ermöglichte Julius Biada (80.) den Sandhäuser Anschlusstreffer.

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Sportlich kam die Corona-Pause für Aue zur rechten Zeit, nur eines der vergangenen sieben Spiele hatten die Veilchen gewonnen. Trotz der frühen Unterzahl gestaltete Sandhausen das Spiel aktiv mit, die größte Chance vor der Halbzeitpause hatte aber Aues Jan Hochscheidt (30.). Sandhausens Torwart Martin Fraisl rettete. Nach der Pause war das Spiel weiter offen, Krüger sorgte per Kopfball nach Flanke von John-Patrick Strauß für die Vorentscheidung.

Vier Klubs wechseln fünfmal

Vier der acht Zweitligisten haben die neue Regel genutzt und als erste Profiklubs fünf Spielerwechsel vollzogen. Heidenheim, Regensburg, Sandhausen und Darmstadt schöpften jeweils das komplette Kontingent aus. Heidenheims Trainer Frank Schmidt hatte dabei die Nase knapp vorne, er tauschte bereits in der 79. Minute zum fünften Mal.

Möglich gemacht hatten den neuen Wechselwucher die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB), die auf das höhere Spielaufkommen in den kommenden Wochen reagierte.

Die neue Regel kann ab sofort in allen Wettbewerben, die bis zum 31. Dezember 2020 abgeschlossen werden, angewendet werden. Allerdings darf es wie bisher auch nur drei Spielunterbrechungen für Auswechslungen pro Mannschaft geben.