In Hamburg qualmte es am Wochenende kontrolliert und erlaubt
In Hamburg qualmte es am Wochenende kontrolliert und erlaubt © Getty Images
Lesedauer: 2 Minuten

Der Hamburger SV hat als erster Verein eine kontrollierte Pyro-Show mit seinen Fans veranstaltet. Für einen Soziologen ist das der völlig falsche Weg.

Anzeige

Der Pyro-Test von Zweitligist Hamburger SV ist nach Ansicht von Fan-Forscher Gunter A. Pilz für die Debatte über die Verwendung von Feuerwerkskörpern in Stadien nicht zielführend.

"Das ist eine Art Mogelpackung und nicht der richtige Weg", sagte der Soziologe dem Sport-Informations-Dienst (SID) zur kontrollierten und überwachten Zündung von Rauchtöpfen vor Hamburgs Punktspiel am Samstag gegen den Karlsruher SC im Innenraum des Volksparkstadions.

Anzeige

Pilz begründete seine Bewertung des Versuchs unabhängig von "Zweifeln, dass Bengalos zur Fankultur gehören", mit verschiedenen Ansätzen.

Meistgelesene Artikel
  • Fussball / Bundesliga
    1
    Fussball / Bundesliga
    Rummenigge fürchtet Bundesliga-Aus
  • Fussball / Bundesliga
    2
    Fussball / Bundesliga
    Auf der Zehn blüht Brandt wieder auf
  • Fussball / Champions League
    3
    Fussball / Champions League
    Kroos: Bayern "bestes Team der Welt"
  • Olympia / Biathlon
    4
    Olympia / Biathlon
    Olympia-Gold für Deutschland?
  • Fußball / Champions League
    5
    Fußball / Champions League
    Bayerns Reiseplan im Risikogebiet

"Perspektivisch ist das sicher nicht die Variante, die Ultras unter Fankultur verstehen. Ultras wollen sicher nicht nur vorher etwas Pyro-Show und dann 90 Minuten nichts mehr. Die Bemühungen um einen Dialog sind zwar wichtig, aber wenn man dabei nur nach Wegen sucht, um etwas Verbotenes doch zu legalisieren, ist es nicht richtig. Ich kann doch nicht etwas einfach legalisieren, nur weil ein Verbot nicht wirkt. Dann müsste man auch Doping legalisieren, weil man das Problem nicht in den Griff bekommt", sagte der 75-Jährige.

Führt das Thema Umweltschutz zu Veränderungen?

Als Grundvoraussetzung für erfolgversprechende Gespräche zwischen Vereinen und Fans nannte Pilz die Einsicht in die Gefahren des Spiels mit dem Feuer auf den Tribünen: "Der Dialog muss auf Augenhöhe stattfinden und von Vernunft geleitet sein. Dann kann man über Alternativen sprechen, die nicht gefährlich sind."

Angesichts der jedoch grundsätzlich verhärteten Fronten in der "Pyro-Frage" sieht der Wissenschaftler einen Lösungsansatz fast nur noch in der gesellschaftlichen Debatte über verstärkte Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels: "Wenn es legal würde, jedes Wochenende alleine im Profi-Bereich in 18 Stadien solche Pyro-Zündungen wie in Hamburg durchzuführen, wäre das im höchsten Maße umweltschädlich. Ich gehe aber davon aus, dass sich auch unter Ultras viele für den Klimaschutz engagieren. Deswegen hoffe ich am stärksten, dass sich über das Thema Umweltschutz noch am meisten in der Frage bewegen lassen könnte."