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Personalentscheidung bei Hannover 96. Der Zweitligist stellt Sportdirektor Jan Schlaudraff mit sofortiger Wirkung frei. SPORT1 kennt Hintergründe.

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Hannover 96 hat sich nach nur knapp acht Monaten von Sportchef Jan Schlaudraff getrennt.

Der 36-Jährige wurde wegen "unterschiedlicher Auffassungen über die zentralen Entscheidungen für die Zukunft von Hannover 96" freigestellt, wie der Tabellen-13. am Donnerstag mitteilte. Schlaudraffs Aufgaben übernimmt mit sofortiger Wirkung kommissarisch Gerhard Zuber.

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Diese Entscheidung kam überraschend, schließlich dementierte Klub-Boss Martin Kind noch vor Silvester, dass man in der Rückrunde nicht mehr mit Schlaudraff zusammenarbeiten wolle.  

Schlaudraffs Verhältnis zu Kind belastet

Nun hat sich der 75-Jährige doch für eine Trennung entschlossen - nach nur knapp acht Monaten. 

Was sind die Hintergründe der Entlassung? 

Wie SPORT1 erfuhr, war das Verhältnis zwischen Kind und Schlaudraff getrübt, eine Kommunikation fand seit Wochen nicht mehr statt. Die Vorgabe des Bosses, 70 bis 80 Prozent der Transfers müssten passen, konnte Schlaudraff nicht nachvollziehen.

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Weiter war die Vorgabe von Kind, dass Schlaudraff erst einkaufen solle, wenn vorher Transfererlöse erzielt werden.

Ärger wegen Mavropanos

Vor 14 Tagen wurde Schlaudraff bei Kind vorstellig und wollte das griechische Abwehrtalent Konstantinos Mavropanos vom FC Arsenal ausleihen, doch Kind akzeptierte kein Leihgeschäft. Schlaudraff musste zuschauen, wie der 1. FC Nürnberg sich den Verteidiger schnappte. Die Franken einigten sich mit den Gunners auf ein Leihgeschäft bis zum Sommer.  

Nach SPORT1-Informationen hat sich Kind auch bei Transferplanungen eingeschaltet und mit Beratern eigenmächtig verhandelt. Was Schlaudraff auch übel aufstieß, war die Tatsache, dass Kind die schriftliche Zusicherung zum ablösefreien Wechsel von Michael Esser zur TSG Hoffenheim gab. 

Zuber, ehemaliger Sportlicher Leiter der Niedersachsen, hatte nach Schlaudraffs Beförderung zum Sportchef im Sommer Kompetenzen verloren. Erst am Mittwoch gewann der Österreicher vor dem Arbeitsgericht in Hannover einen Prozess gegen 96, die Parteien stritten sich um das vermeintliche Vertragsende des 44-Jährigen (2020 oder 2021).

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Antrag von Zuber wurde stattgegeben

Zubers Antrag auf Entfristung des Arbeitsverhältnisses wurde stattgegeben. "Unabhängig von arbeitsgerichtlich zu klärenden Rechtsfragen genießt Gerhard Zuber das volle Vertrauen der Geschäftsführung", teilte 96 mit.

Nach dem Bundesliga-Abstieg im Sommer wurde in Hannover zuletzt bereits Trainer Mirko Slomka entlassen und Anfang November durch Kenan Kocak ersetzt.