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Hamburg - Der HSV startet am Abend gegen den 1. FC Nürnberg in die restliche Rückrunde. Trainer Dieter Hecking nimmt bei der Mission Aufstieg seine Spieler in die Pflicht.

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Dieter Hecking wirkt in diesen Tagen äußerst fokussiert.

Denn da ist zwar diese typische "heckingsche" innere Ruhe - doch angesprochen auf den Druck, gegen den 1. FC Nürnberg als letztes Spitzenteam in die restliche Rückrunde zu starten, reagierte Hecking zu Beginn der Woche deutlich: "Das ist scheißegal. Mich interessiert nicht, wie Stuttgart gegen Heidenheim spielt." (2. Bundesliga: Hamburger SV - 1. FC Nürnberg ab 20.30 Uhr im LIVETICKER)

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Der Trainer des HSV weiß, welch wichtige Monate vor dem Verein stehen - denn das Ziel Aufstieg ist klar definiert. Dabei nimmt er für die anstehenden 16 Partien seine Spieler in die Pflicht: "Jetzt kommt es darauf an und wir brauchen Spieler, die von der ersten Sekunde an wissen, um was es geht - es gilt nun, den Fokus komplett drei Monate auf Fußball zu haben."

Eine Aussage, die ein wenig an das "Gipfelkreuzbeispiel" von RB-Trainer Julian Nagelsmann erinnert - Hamburgs Gipfelkreuz ist der Aufstieg des einstigen Bundesliga-Dinos.

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In eine ähnliche Kerbe schlägt auch HSV-Boss Bernd Hoffmann auf der Klubwebseite: "Am Ende wird für uns entscheidend sein, ob wir von Donnerstag an als verschworene Einheit auftreten und mit der richtigen Einstellung in jede der verbliebenen 16 Partien gehen. Wir brauchen jetzt vier Monate lang einen Tunnelblick - voll fokussiert auf das Wesentliche, ungeachtet aller Störfeuer und Nebenthemen, von denen es in unserem Umfeld immer welche geben wird."

Testspielpleite in Lübeck trübt gute Vorbereitung

Den angesprochenen Fokus hat Hecking vor allem bei der peinlichen 2:5-Pleite im Testspiel gegen Regionalligist Lübeck vermisst. "Bis Basel war alles in Ordnung (gemeint der 2:0-Testspielsieg gegen den FC Basel, Anm.d.Red.). Wir haben dann ein gutes Trainingslager in Portugal absolviert. Doch dann kam der Auftritt in Lübeck - wo ich vor allem mit der zweiten Halbzeit nicht zufrieden sein kann und darf."

Vor allem von einigen Stammkräften zeigte sich Hecking bei der Generalprobe in Lübeck enttäuscht: "Die sind vogelwild rumgelaufen und haben überhaupt keine Ordnung gehalten."

Folglich könnte es beim HSV den ein oder anderen geben, der sich unerwartet nicht in der Startelf wiederfindet. Mögliche Kandidaten: Toptorjäger Sonny Kittel oder der erfahrene Ewerton. 

Drei Winterneuzugänge für den HSV

Schon bereits gegen Ende der Hinrunde taten sich die Hamburger schwer. Gerade gegen tief stehende Gegner fiel dem HSV nicht viel ein.

Hecking überraschte während des Trainingslagers mit der Aussage bezüglich eines Systemwechsels, zukünftig "den Gegnern viel mehr den Ball zu lassen, weil es nur wenige Mannschaften in der Zweiten Liga gibt, die mit dem Ball etwas anfangen können", und fügte hinzu: "Warum sollen wir immer die Wilden spielen, die vorne draufgehen und dann selbst unter Druck geraten, weil ein Konter reicht? Ich denke schon, dass unser Plan für die Rückrunde ein anderer wird als der für die Hinrunde."

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Muss er auch, denn mit nur einem Sieg in den letzten sieben Spielen kamen nicht nur bei den Fans Zweifel auf, ob es denn in dieser Saison mit dem ersehnten Aufstieg klappt. Daher handelten die Verantwortlichen und schlugen im Winter auf dem Transfermarkt ordentlich zu.

Jordan Beyer wurde von Borussia Mönchengladbach ausgeliehen, Louis Schaub vom 1. FC Köln und von Bayer Leverkusen Joel Pohjanpalo. Gerade von Schaub und Pohjanpalo erhofft man sich an der Elbe mehr Kreativität und Durchschlagskraft in der Offensive und das trotz der zweitmeisten geschossenen Tore in der Liga. 

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Bloß nicht wieder so eine Horrorrückrunde

Bleibt die Frage, ob der HSV aus den Fehlern der vergangen Spielzeit gelernt hat. 37 Punkte in der Vorrunde, mit einem Bein zurück in der Bundesliga. Doch dann der Absturz. Magere 19 Punkten standen in der Rückrundentabelle zu Buche. Stolze zwölf Punkte Vorsprung wurden auf den späteren Aufsteiger Paderborn verspielt.

Auf SPORT1-Nachfrage, mit welchem Gefühl Dieter Hecking in die Rückrunde geht, sagte der 55-Jährige: "Es wird in der Rückrunde darum gehen, dass wir diese vielen Unentschieden-Spiele, die wir zum Teil gerade auswärts zu viel hatten, wieder auf unsere Seite ziehen müssen. Und wenn wir kontinuierlich punkten, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir das Ziel am Ende geregelt haben." Und somit das Hamburger Gipfelkreuz für diese Saison zu erreichen.