Lewis Holtby erzielte sein viertes Saisontor für den Hamburger SV
Lewis Holtby erzielte sein viertes Saisontor für den Hamburger SV © Getty Images
Lesedauer: 4 Minuten

Hamburg - Der Hamburger SV tut sich gegen Dynamo Dresden lange Zeit schwer. Die Gäste schenken mit einem Abwehrpatzer dem Spitzenreiter kurz vor Schluss die drei Punkte.

Anzeige

Die Festung Volkspark hält dank Lewis Holtby: Der Hamburger SV hat mit einem hart erkämpften Sieg gegen Dynamo Dresden die Tabellenführung in der 2. Bundesliga ausgebaut und kommt dem sofortigen Wiederaufstieg immer näher.

Das Team von Trainer Hannes Wolf schlug die Sachsen zum Abschluss des 21. Spieltags dank eines späten Treffers von Ex-Nationalspieler Holtby (84.) 1:0 (0:0) und hat nun sechs Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz drei. (SERVICE: Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Anzeige

Beim Treffer des Tages halfen die Gäste aber entscheidend mit. Eine Rückgabe von Linus Wahlqvist brachte Keeper Markus Schubert zunächst nicht unter Kontrolle. Sein Befreiungsschlag blieb dann an Holtby hängen, der den Ball ins leere Tor schob. (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen)

Schubert sieht Gegentor nicht als Fehler

"Als Fehler würde ich das nicht bezeichnen", sagte Dynamo-Keeper Schubert bei Sky. Vielmehr habe Wahlqvist sein Kommando offenbar nicht gehört. "Dann ist die Situation so gekommen. Ich muss ihn zur Ecke oder ins Seitenaus schießen. Daraus habe ich wieder gelernt."

Die Aktion werde den 20 Jahre alte Juniorennationaltorhüter, der ansonsten mit starken Paraden sein Team lange im Spiel hielt, dennoch wohl etwas beschäftigten. "Mal gucken, wann ich heute Abend einschlafen kann. Es wird bestimmt ein bisschen später", sagte Schubert. "Man muss darüber hinwegsehen. In den nächsten Tagen geht es wieder weiter, dann liegt der Fokus auf dem nächsten Spiel."

Holtby: Da musst du schnell schalten

Beim Matchwinner war die Freude hingegen groß. "Ich habe gesehen, dass sie sich nicht einig waren. In so einer Situation musst du schnell schalten, manchmal muss man sich das Glück erarbeiten", sagte Holtby bei.

HSV-Torhüter Julian Pollersbeck ergänzte: "Die 43 Punkte stehen. Es gilt, die Spiele zu gewinnen - egal wie. Wenn es ein 1:0 ist, dann nehmen wir auch ein 1:0."

Dresden-Trainer Walpurgis fehlt

Während die Hanseaten vor eigenem Publikum wettbewerbsübergreifend seit September ungeschlagen sind, muss Dynamo, das ohne Chefcoach Maik Walpurgis (Bronchitis) zum Liga-Primus gereist war, nach der fünften Niederlage aus den vergangen sechs Partien eine Ergebniskrise einräumen. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen beträgt aber immerhin noch neun Punkte für die Sachsen, die von den Co-Trainer Ovid Hajou und Massimilian Porcello betreut wurden.

Meistgelesene Artikel
  • Bayerns Nationalspieler sind in München zurück im Training
    1
    Fussball / Bundesliga
    Bayern: Breite Brust und neue Sorgen
  • Lucas Hernandez (l.) steht offenbar vor einem Wechsel zum FC Bayern
    2
    Fußball / Transfermarkt
    Transferticker: FCB-Deal mit Hernandez fix?
  • Schalkes Trainer Huub Stevens (M.) beschäftigen unter anderem Nabl Bentaleb (l.) und Sebastian Rudy
    3
    Fussball / Bundesliga
    Brennpunkte der Liga: FC Schalke 04
  • Auch Torschütze Raheem Sterling wurde von Fans rassistisch beleidigt
    4
    Int. Fußball / EM-Quali
    Rassismus-Eklat: "Es regnete Hass"
  • Philipp Grubauer glänzt für die Colorado Avalanche derzeit mit zahlreichen starken Paraden
    5
    US-Sport / NHL
    Deutscher Albtraum der NHL-Stars

ANZEIGE: Jetzt das Trikot von Hamburg oder Dresden holen - hier geht's zum Shop!

Sechs Tage nach dem Pokalcoup gegen den 1. FC Nürnberg (1:0) wollte der HSV in der Liga vor 46.924 Zuschauern nachlegen. Wolf beorderte anstelle von Gotoku Sakai (Rotsperre) und Jann-Fiete Arp Defensivmann Gideon Jung und Sturmtank Pierre-Michel Lasogga in seine Startelf und sah einen ordentlichen Beginn - aber ohne die ganz große Dominanz. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

Dynamo setzt Nadelstiche

Dynamo, angefeuert von 8000 mitgereisten Anhängern, versteckte sich nicht. Sturmspitze Moussa Kone zeigte sich sehr beweglich und war auch am Durcheinander im HSV-Strafraum beteiligt, das Jannis Nikolaou für einen zu hohen Abschluss aus gefährlicher Position nutzte (15.).

Der HSV versuchte über die Außen, Gefahr heraufzubeschwören und dann Lasogga zu bedienen. Khaled Narey probierte es in der 18. Spielminute mit einer scharfen Hereingabe, doch Lasogga erreichte den Ball nicht. Wenig später störte Dynamo-Keeper Markus Schubert den heranrauschenden Lasogga gerade noch so beim Kopfball (22.).

Mit dem SPORT1 Messenger keine News mehr verpassen – Hier anmelden | ANZEIGE

Eine echte Druckphase ließ Dresden aber nicht zu, die Gäste wurden stattdessen auf der anderen Seite gefährlich, Sören Gonther konnte seinen Schuss aus kurzer Distanz aber nicht mehr genug kontrollieren (30.).

Kone lässt Großchance aus

Dem HSV fehlte weiter die Power aus dem Mittelfeld, auch zu Beginn des zweiten Durchgangs konnte Dynamo gut mithalten. Kone enteilte sogar David Bates und kam zur Führungschance, doch Julian Pollersbeck im Tor der Gastgeber war gut postiert (52.).

Der HSV, dem schwere Auswärtspartien in Heidenheim und Regensburg bevorstehen, erhöhte nach rund 60 Minuten das Tempo, und Holtby hatte den ersten Treffer gleich zweimal auf dem Fuß, doch er traf erst einen Dresdner Rücken (67.) und dann Schubert (69.).