Jan Kirchhoff kam 2013 vom FSV Mainz 04 zum FC Bayern
Jan Kirchhoff kam 2013 vom FSV Mainz 04 zum FC Bayern © Getty Images
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München - Nach seinem Wechsel zum FC Bayern geht die Karriere von Jan Kirchhoff steil bergab. In Magdeburg plant der 28-Jährige nun den Neustart in der 2. Bundesliga.

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2013 heuerte er beim frisch gekürten Champions-League-Sieger FC Bayern an, nun wagt er im Tabellenkeller der 2. Bundesliga einen Neustart: Jan Kirchhoff hat in den letzten fünfeinhalb Jahren einige Rückschläge hinnehmen müssen.

Doch Aufgeben gilt für den 28-Jährigen nicht. Der frühere Schüler von Pep Guardiola will es beim 1. FC Magdeburg noch einmal wissen. 

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"Für mich persönlich ist es einfach so, dass ich wieder Fußball spielen will. Und dass ich zeigen will, was ich kann", sagte der defensive Mittelfeldspieler zum Trainingsauftakt des FCM dem mdr. Beim Tabellen-17. unterschrieb Kirchhoff einen Vertrag bis zum Sommer.

Kirchhoff dachte an Karriereende

Hinter dem hoch aufgeschossenen Profi liegt keine einfache Zeit. Seit dem Sommer war Kirchhoff vereinslos, dachte schon ans Aufhören. Bei seinen letzten Stationen in England beim AFC Sunderland und bei den Bolton Wanderers war es nicht nach Wunsch gelaufen.

"Ich habe Bolton aus verschiedenen Gründen verlassen, wollte dort nicht mehr spielen", erklärte der 80-malige Bundesligaspieler der Magdeburger Volksstimme und verriet: "Danach habe ich mir Zeit genommen, um mir klar zu werden, was ich will. Im Hinterkopf war auch, meine Karriere zu beenden."

"Schalke war eine schlechte Zeit"

Dabei sah es 2013 ganz anders aus. Branchenprimus Bayern München hatte das Talent des FSV Mainz 05 etwas überraschend für drei Jahre unter Vertrag genommen. Nicht wenige sahen in Kirchhoff schon einen zukünftigen Nationalspieler.

Doch unter Guardiola konnte sich der Blondschopf nicht durchsetzen, wurde schon im nächsten Winter an Schalke 04 ausgeliehen. "Schalke war eine schlechte Zeit - und als ich nach München zurückkam, war ich nur verletzt und in der Reha", sagte Kirchhoff später einmal. Nach Verletzungen (Syndesmose, Achillessehne) stand Anfang 2016 der Wechsel von der Bundesliga auf die Insel an.

England war Kirchhoffs Traum, doch auch im Fußball-Mutterland blieb ihm der Durchbruch versagt. Mit Sunderland stieg der frühere Jugendnationalspieler aus der Premier League ab, das Intermezzo bei den Bolton Wanderers in der 2. Liga endete nach nicht mal einem halben Jahr.

Neustart in Magdeburg

In Magdeburg soll nun der Neustart gelingen. Obwohl Kirchhoff bei einem Marktwert von immer noch rund zwei Millionen Euro gut verdienen dürfte, griff der einzige DDR-Europapokalsieger mutig zu. Ob der Vertrag eine Option auf eine Verlängerung enthält, wurde nicht bekannt.

"Sicherlich war Jan zuletzt vereinslos. Wir sehen aber sehr viel Potenzial in ihm, wenn er seine Qualitäten bei uns auf den Rasen bringt", sagte Magdeburgs Sportchef Maik Franz der Volksstimme und meinte: "Es kann für beide eine Win-win-Situation werden."

Kirchhoff selbst will zunächst einmal "alles dafür tun", dass der Aufsteiger aus der Bördestadt auch im nächsten Jahr in der 2. Bundesliga spielt. "Wenn uns das gelingt, werden wir weitersehen", sagte der Rückkehrer über seine weitere Zukunft.