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Kurz nach dem feststehenden Absturz der Löwen in den Amateurbereich kündigt der Investor eine Klage an. Der Jordanier fühlt sich betrogen und wittert eine Intrige.

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Nur wenige Stunden nach dem feststehenden Absturz des TSV 1860 München in den Amateurbereich hat Investor Hasan Ismaik eine Klage gegen die "50+1"-Regel angekündigt – und zugleich schwere Vorwürfe gegen den deutschen Fußball geäußert.

"Ich wollte das nie machen, aber jetzt werde ich gegen 50+1 klagen", sagte der Jordanier der Süddeutschen Zeitung.

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Die nur in Deutschland existierende 50+1-Regel soll verhindern, dass Investoren die Macht in einem Klub übernehmen. Eine Ausnahme bilden Vereine, bei denen sich ein Investor bereits mehr als 20 Jahre engagiert hat. Vor allem wegen dieser Ausnahme gilt die Regel als rechtlich umstrittenen, eine Klage als durchaus aussichtsreich.

Ismaik fühlt sich hintergangen

Der 40-Jährige war dem Bericht zufolge davon ausgegangen, dass diese für den Amateurbereich nicht greifen würde und hatte vermutlich auch deshalb nicht mit Hochdruck an einer Bewahrung des Vereins vor dem Fall in den Amateur-Bereich gekämpft.

Ismaik hatte am Freitag die Zahlung der für die Erteilung der Drittliga-Lizenz erforderlichen rund elf Millionen Euro verweigert, aber zugleich beteuert, auch beim vermutlichen Neustart in der Regionalliga Bayern als Investor an Bord bleiben zu wollen.

"Red Bull hat in der fünften Liga angefangen, richtig?", sagte Ismaik, der sein Machtvolumen vielmehr noch ausweiten wolle, der Süddeutschen Zeitung.

Dem entgegen stehen die Aussagen von BFV-Chef Rainer Koch vom Freitag: "Wir werden auf keinen Fall dulden, dass 1860 unter Druck gesetzt oder von außen rechtlich beherrscht werden soll. Das würde zur Verweigerung der Lizenz führen", so Koch.

"Großer Skandal passiert"

Vor allem die jüngst vorgenommenen Satzungsänderungen des Verbands, externe Eingriffe zu vermeiden, bringen Ismaik zur Weißglut.

"Es ist ein großer Skandal im deutschen Fußball passiert", so Ismaik, der ein Komplott seitens des Bayerischen Fußball-Verbandes gegen sich wittert, mit dem Ziel, ihn loszuwerden.

Ismaik gilt seit jeher als Gegner der 50+1-Regel, hatte aber zuletzt noch im Februar beteuert, sich dem nur in Deutschland fixierten Reglement zu beugen und nicht über eine Klage nachzudenken.

Zu diesem Zeitpunkt war die dramatische sportliche Entwicklung des Traditionsvereins aber auch noch nicht abzusehen gewesen.

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