© SPORT1-Grafik: Getty Images / Imago / Philipp Heinemann
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Der Untergang der Münchner Löwen liegt keineswegs allein an seinem umstrittenen Geldgeber. Doch nur ohne ihn ist ein Neuanfang im Amateurlager möglich.

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Wer nach diesem historischen Absturz Hasan Ismaik zum alleinigen Totengräber des TSV 1860 München erklären will, der macht es sich zu einfach.

Denn für die Talfahrt von der Bundesliga ins Amateurlager waren viele verantwortlich, zumal sie schon lange vor dem Einstieg des Investors aus Abu Dhabi begonnen hat.

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Etwa die zahlreichen überforderten Trainer und die zig Spieler, die ihr Potenzial fast nie auch nur annähernd auf dem Platz gezeigt haben – nicht nur in der abgelaufenen Saison.

Vor allem aber die vielen Vereinsbosse, die den früheren Deutschen Meister Schritt für Schritt in den Abgrund geführt haben. Mit Herzblut waren sie zwar alle dabei, aber gut gemeint ist eben nicht gut gemacht. Im Gegenteil.

Und der größte Fehler der jüngeren Vergangenheit war mit Sicherheit der Ausverkauf an Hasan Ismaik.

Dessen Millionen vernebelten den damaligen Entscheidern offenbar die Sinne, weil sie lieber vom völlig utopischen Angriff auf den FC Bayern träumten, als sich seriös wirtschaftende und damit auch sportlich erfolgreiche Kleinvereine wie Freiburg oder Mainz zum Vorbild zu nehmen.

Seitdem hat Ismaik rund 73 Millionen Euro verbrannt und doch ging es immer weiter abwärts. Vom geachteten Traditionsklub haben sich die Löwen zur Lachnummer des deutschen Profifußballs entwickelt.

Weil der Mann aus Jordanien keine Ahnung von Fußball hat, gleichzeitig aber alle Entscheidungen bei seinem neuen Lieblingsspielzeug selber absegnen wollte. Weshalb Ismaik am Ende ultimativ die Alleinherrschaft über 1860 forderte, was allein aufgrund der DFL-Statuten gar nicht möglich ist.

Mit der nötigen Finanzspritze von rund elf Millionen Euro für die Drittliga-Lizenz hätte der Klub aus Giesing weiter am Tropf ihres Geldgebers gehangen. So bitter der tiefe Sturz in die Regionalliga ist, so ist Ismaiks Verweigerung doch auch die Chance zum sauberen Neuanfang für die Löwen.

Allerdings kann es diesen Neustart nur ohne Ismaik und seine zerstörerische Einmischung geben. Ansonsten dürfte der schleichende Untergang der Sechziger weitergehen.