London Spitfire ist der Debütchampion in der OWL
London Spitfire ist der Debütchampion in der OWL © SPORT1

New York City - Die Overwatch League startete als gigantisches Projekt in die Debütsaison. Nun fand sie ein begeisterndes Ende und ließ sieben Koreaner jubeln.

Das Spiel Overwatch hat seinen ersten Champion. London Spitfire schlägt Philadelphia Fusion in einer Best-of-3 Serie im Finale der OWL mit 2:0 und damit stemmte am Ende die einzige europäische Destination der Franchise-Liga die Trophäe in die Höhe.

Am vergangenen Samstag versammelten sich Overwatch- und eSports-Fans aus aller Welt im Barclays Center in Brooklyn, New York. In ausverkaufter Halle wurden sie Zeuge, wie die beiden besten Overwatch-Teams der Welt um ein dickes Preisgeld und den Titel der Liga kämpften.

Auf Augenhöhe mit Drake & der WWE

Dabei waren beide Teams nicht unbedingt Favoriten, als es in die Playoffs ging: Sie sicherten sich als letzte Teams ihre Plätze und müssten im Halbfinale jeweils gegen die eigentlichen Favoriten und Liga-Platzhirsche ran, doch am Ende zogen unerwartet, aber nicht unverdient, Philadelphia Fusion und Spitfire in das große Finale der ersten Overwatch League ein.

Dass es sich beim Finale der Overwatch League nicht nur um irgend ein Event handelte, war schon im Vorfeld klar: Die Tickets waren zwischenzeitlich gefragter und begehrter, als die von Rapper Drake, Sänger Bruno Mars oder den WWE-Events.

Fusion strauchelt im ersten Match

Dass das Team von Philadelphia Fusion den (US-)Heimvorteil hatte, hörte man: Die Fans und Anhänger des Teams brannten ein Feuerwerk der Emotionen nieder und feierten jeden gelungen Moment der Spieler. Die Taktik ging auf: Im ersten Match (Bo5) konnte sich Fusion relativ sicher die erste Runde auf der Karte „Dorado“ sichern und die Fans in Ekstase versetzen.

Doch auf „Oasis“ strauchelte das Team von Fusion plötzlich und gab die Karte leichtfertig aus der Hand: London Spitfire gewann plötzlich an Selbstvertrauen und glich unter donnerndem Applaus der Fans zum 1-1 aus.

Auf Eichenwalde kippte das Spiel von Fusion dann komplett und während sich mit Mühe und Not ein Punkt erkämpft wurde, marschierte London selbstsicher durch die Karte und fuhr den nächsten Sieg ein. Auch auf der folgenden Map tat sich Fusion, das nun zunehmenden nervöser spielte und viele Fehlentscheidungen traf, sehr schwer.

Am Ende holte sich auch hier London den verdienten Sieg und konnte das erste Match nach schwachem Start für sich entscheiden, während die Fans für Gänsehaut-Stimmung sorgten und die Arena beben ließen.

London ist nicht zu stoppen

Mit Spannung warteten die Anhänger nun auf das zweite Match einen Tag später: Würde Fusion noch einmal zurückkommen? Bereits auf Junkertown holte London Spitfire den nächsten Sieg und erhöhte den Druck auf das Team aus Philadelphia von der ersten Sekunde an.

Danach folgten die Lijiang Tower und spätestens hier musste sich auch der härteste Fusion-Fan Spitfires Dominanz eingestehen. Nicht eine Sekunde gab London die Karte aus der Hand und erhöhte Umgehend auf 2:0.

Doch dann das letzte Aufbäumen: Auf der vermeintlich finalen Karte King’s Row überragte Fusion mit gutem Teamplay und konnte die noch immer bestens gelaunten Anhänger in der Arena erneut motivieren. Spitfire konnte nur mit Mühe ein Unentschieden erzwingen, dank einiger gelungener Einzelaktionen von Spieler "Fury", der das Team immer wieder ins Match zurück brachte.

In der Entscheidungsrunde knickte Fusion dann allerdings erneut ein und musste sich am Ende mit einem mehr als deutlichen 0:3 geschlagen geben: London war OWL-Champion, Fusion hingegen konnte trotz einiger gelungener Aktionen nicht einen einzigen Erfolg im gesamten zweiten Match vorweisen.

Fans lassen die Arena beben

Trotz enttäuschter Spieler tat das alles der Stimmung in der Arena keinen Abbruch: Ungefähr 19.000 Fans feierten, klatschen und jubelten ihren Spielern zu, die gerade Overwatch-Geschichte geschrieben haben.

Während London Spitfire wohlverdient mit einer Million Dollar Preisgeld, dem Pokal und dem ersten Champion-Titel nach Hause fährt, können sich die Spieler von Fusion immerhin noch über einen „Trostpreis“ von 400.000 Dollar freuen.

In der anschließenden Pressekonferenz gestand man sich dann die verdiente Niederlage ein und gratulierte dem europäischen Team zum verdienten Sieg, während man selbst Fehler analysierte.

Ein wenig frech reagierte London Spitfire beim Sieger-Statement: Spieler „Boosin“ antwortete auf die Frage, was man sich für Season 2 wünschen würde, folgendes: "Wir hoffen, nächste Saison gegen ein stärkeres Team spielen zu können."

Die Overwatch League wird in eine zweite Saison starten. Laut ESPN wird auch Paris demnächst ein Franchise stellen. Die Slots für die Liga sollen für die kommende Ausgabe zwischen 30 und 60 Millionen US-Dollar kosten.

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