Vaevictis eSports ist in der höchsten russischen LoL-Liga ohne Chance
Vaevictis eSports ist in der höchsten russischen LoL-Liga ohne Chance © Riot Games Russland
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Riot Games Russland hat gegen die Teams ROX und Vega Squadron Verwarnungen ausgesprochen. Beide sollen ein deutlich unterlegenes Damen-Team vorgeführt haben.

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Riot Games Russland hat gegen die Teams ROX und Vega Squadron im Rahmen einer Wettbewerbsentscheidung Verwarnungen ausgesprochen. Beide Mannschaften sind Teilnehmer der höchsten russischen League-of-Legends-Liga LCL.

Sowohl ROX als auch Vega Squadron waren in der Vorwoche gegen Vaevictis eSports in der LCL angetreten. Bei diesem Team handelt es sich um das kürzlich bekanntgegebene erste Frauenteam im Profibereich von League of Legends.

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Vega Squadron soll das deutlich unterlegene Team vorgeführt haben, indem sie die Begegnung nicht beendet haben, als sie die Chance dazu hatten. Dies wertet Riot Games als unsportliches Verhalten, denn nach Regel 10.1.1.2 des LCL-Regelwerks muss jedes Team stets bestrebt sein, die bestmögliche Leistung zu vollbringen.

Vorerst keine echten Konsequenzen

ROX hingegen hatte in der Draft-Phase ihrer Begegnung fünf Support-Champions gebannt. Sehr ungewöhnlich, gerade vor dem Hintergrund, dass weiblichen Spielern nachgesagt wird, nur eben diese Support-Champions zu spielen. Betrachtet man jedoch die Historie der hier betroffenen Spielerinnen, handelt es sich in diesem Fall keineswegs um eine Stigmatisierung von weiblichen Kontrahenten.

Vier der fünf Spielerinnen wählen tatsächlich vorwiegend eben diese Champions, wenn sie in Ranglisten-Spielen antreten. Auch Riot Games gibt zu, dass hier eigentlich kein Regelverstoß vorliegt, aber von einer respektlosen Intention ausgegangen wird. Obwohl keine der Regeln konkret verletzt wurde, zitiert man hier Punkt 10.2.4 aus dem Regelbuch der LCL, der unter dem Titel "Diskriminierung und Verunglimpfung" läuft.

Zwar bleiben die ausgesprochenen Verwarnungen zunächst ohne direkte Konsequenzen, ziehen jedoch im Fall eines zukünftigen Vergehens deutlich empfindlichere Strafen nach sich. Diese Entscheidungen von Riot Games stießen jedoch augenblicklich auf enormen Gegenwind.

Am Tag der Bekanntgabe der Verwarnungen traten Elements Pro Gaming, die aktuellen Tabellenführer der LCL, gegen Die Zentral Magier im 2019er LCL Open Cup an. Beide Teams bannten in der Draft-Phase je fünf Support-Champions. Ein klares Statement dafür, dass man für die Wettbewerbsentscheidung von Riot Games kaum Verständnis hat. Eine Reaktion von Riot Games Russland bezüglich dieser Entwicklung steht bisher aus.

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Vaevictis eSports total überfordert

Darüber hinaus kommentiert Kelsey Moser, Cheftrainer des Nachwuchsteams der 100 Thieves die Entscheidung wie folgt: "Wenn ROX für Diskriminierung belangt wird, sollte das Management von Vaevictis eSports in gleichem Maße zur Verantwortung gezogen werden."

Diese Aussage von Moser ist auch für Außenstehende leicht nachvollziehbar, denn rein objektiv betrachtet ist das Team von Vaevictis eSports der Konkurrenz in der LCL schlichtweg nicht gewachsen. Dies muss allen Beteiligten vor Ligastart ebenfalls bewusst gewesen sein. Gerade vor dem Hintergrund, dass ein reines Frauenteam eine außergewöhnliche Position in der kompetitiven League-of-Legends-Szene einnimmt, ist es vom Management von Vaevictis eSports unverantwortlich die Spielerinnen so vorzuführen.

Unbestätigten Berichten zufolge soll Vaevictis eSports vergeblich versucht haben, ihren Startplatz in der LCL vor Saisonbeginn zu verkaufen. Die aktuelle Besetzung des Teams könnte folglich eine simple Sparmaßnahme als Übergangslösung darstellen.

Autor: Alexander Hugo