Hearthstone Decent of Dragons
Hearthstone Decent of Dragons © Blizzard/Sport1
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Hearthstones neuste Erweiterung "Erbe der Drachen" ist abgehoben! Im ersten klassenspezifischen Überblick wird das neue Karten-Set des Druiden genauer beleuchtet.

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Nachdem in Teil 1 und Teil 2 der großen "Erbe der Drachen"-Vorschau die neutrale Klasse beleuchtet wurde, ist es nun an der Zeit sich den unterschiedlichen Helden-Klassen zu widmen. Den Anfang macht die Druiden-Klasse. 

Treants for the Win!

Neben dem durch das Thema der Erweiterung logischen Fokus auf Drachen, wurde beim Druide das Augenmerk vor allem auf einen Deck-Archetyp gelegt: den Treanten-Archetyp. Dieser hat zwar seit "Dr. Bumm's Geheimlabor" schon ein paar Versuche es in die Meta zu schaffen hinter sich, konnte sich aber letztendlich nie über längere Zeit dort halten. Mit "Erbe der Drachen" könnte sich dies ändern. Insgesamt vier neue Karten mit direktem Bezug zu Treants kamen neu in das Spiel. Zwei davon stechen sicherlich hinaus. Die Erste ist "Goru der Baumstarke".

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Buffs für Bäume

Hearthstone Decent of Dragons
Hearthstone Decent of Dragons © Blizzard

Mit seinem Kampfschrei "Für den Rest des Spiels haben Eure Treants +1/+1." ist "Goru der Baumstarke", in einem hypothetischen rein auf Treants ausgerichtetem Deck, die Karte, die zum einen so früh wie möglich im Spiel gespielt werden sollte (Hallo "Psychedelische Melone"?) und könnte zum anderen durch seine Fähigkeit alleine dafür verantwortlich sein, dass Treants deutlich schwieriger vom Board zu räumen sein werden. Gängige Area-of-Effect(AoE)-Zauber wie "Weihe", "Blizzard", "Gewittersturm" oder "Heilige Nova" würden das Spielfeld entweder gar nicht mehr oder zumindest nicht mehr vollständig klären.

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Natürlich würde der +1/+1-Buff gegen Stärkere AoE's wie Wirbelnder Nether, Plage des Todes oder Scharmützel auch keinen allzu großen Unterschied machen, aber diese sind zum einen meist deutlich teurer und damit erst später im Spiel verfügbar und zum anderen hätte ein Treant-Druiden-Deck inzwischen genug Karten/Ressourcen in der Hinterhand, um geklärte Spielfelder direkt im anschließenden Zug wieder mit ausreichenden Treants zu befüllen. In Kombination mit beispielsweise "Wildes Brüllen" könnte der Druck auf den Gegner konstant oben gehalten werden. 

Damit dies gelingen kann, muss der Treant-Druide aber für stetigen Ressourcen-Nachschub, sprich Carddraw, sorgen können. "Aeroponik" könnte diese Bedingung erfüllen.

Hearthstone Decent of Dragons
Hearthstone Decent of Dragons © Blizzard

"Zieht 2 Karten. Kostet (2) weniger für jeden Treant, den ihr kontrolliert." kann ein unfassbar starker Zauber in einem auf Treants ausgerichteten Deck sein. Selbst wenn der Spieler nur einen Treant kontrolliert, würde das "Aeroponik" auf eine Stufe mit "Arkane Intelligenz" hieven, eine Karte, die seit jeher in allen verschiedenen Magier-Decklisten gespielt wird und gemeinhin als gut gilt. Kontrolliert der Spieler zwei oder noch mehr Treants, mutiert "Aeroponik" zu einem Zauber, der entweder für ein Mana oder oftmals sogar völlig umsonst im Anschluss an Karten wie "Landschaftsgestaltung", "Naturgewalt" oder "Hilfe des Waldes" gespielt werden kann. Umsonst Karten ziehen - gab schon einmal schlechtere Zauberkarten..

Eine Karte, die auch ohne Bedingungen, völlig umsonst gespielt werden kann und nicht nur deshalb definitiv auf die "Erbe-der-Drachen-One's-to-Watch-Liste" gehört ist "Riesenwuchs".

Mehrkosten berechtigt?

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Hearthstone Decent of Dragons © Blizzard

"Riesenwuchs" ist eine klassische epische Karte. Entweder unfassbar gut oder absolut unbrauchbar. Auch bei Riesenwuchs ist noch nicht wirklich absehbar, in welche Richtung sich das Pendel bewegen wird. "Verleiht allen Dienern in Eurem Deck +2/+2. Sie kosten (1) mehr (max. 10)." hört sich für eine Karte des Druiden-Sets auf den ersten Blick extrem gut und passend an. Schließlich ist "Malfurion" bekannt dafür, Mana zugunsten seiner Selbst in Form von zusätzlichem Mana ("Anregen"/"Biologieprojekt") oder durch Rampen ("Wildwuchs"/"Pflege") manipulieren zu können und ist vor allem deshalb in der Lage, schneller teurere - und damit meist stärkere - Diener spielen zu können.

Dementsprechend hört sich der Deal 1 Mana mehr für +2/+2 für den Druiden erstmal nach einem akzeptablen Geschäft an. Erst Recht, wenn man das Deck mit Karten wie dem "Tentakelterror" (Genauere Ausführung dazu hier) spielt und dem Gegner die erhöhten Kosten auch noch zuschieben kann.

Soweit der "best case" für "Riesenwuchs". Doch wie oben schon erwähnt, haben es epische Karten manchmal an sich, nur auf den ersten Blick extrem stark zu wirken. Oft genug passiert es aber, dass das Potenzial der Karte doch nur ein theoretisches bleibt und am Ende festgestellt werden muss, dass die Idee, die dahintersteckte, einfach nicht funktionieren will. Auch bei "Riesenwuchs" ist diese Gefahr durchaus gegeben. Zwei Fragen, die das gut illustrieren: 

1. Was passiert, wenn Ich "Riesenwuchs" nicht in der Starthand habe, beziehungsweise wenigstens früh genug im Spiel spielen kann?

2. Lohnt es sich dann überhaupt ein, beziehungsweise zwei Exemplare zu spielen oder nimmt das nur Platz im Deck weg, der anderweitig vielleicht effektiver besetzt werden könnte? 

Vielleicht kann man diese Fragen anhand eines Beispiels aus der Vergangenheit beantworten. Mit "Prinz Keleseth" gab es schon einmal eine vergleichbare Mechanik. Zwar ging mit seinen Kampfschrei "Verleiht allen Dienern in Eurem Deck +1/+1, wenn Euer Deck keine Karten enthält, die (2) kosten." keine Erhöhung der Manakosten anderer Karten im Deck einher, dennoch hatte auch er, ähnlich wie der "Riesenwuchs", eine negative Bedingung als Voraussetzung, um effektiv gespielt werden zu können. 

Bei "Prinz Keleseth" verhielt es sich letztendlich so, dass er trotz seiner negativen Bedingung, erheblichen Einfluss auf die damalige Meta genommen hat und in vielen relevanten Decks gespielt worden ist. Sein Effekt, dass alle anderen Diener im Deck +1/+1 verliehen bekommen haben, war stark genug, um auf eine gewisse Flexibilität beim Deck-Bau zu verzichten. Sollte es sich mit "Riesenwuchs" ähnlich verhalten, werden die Antworten auf die beiden obigen Fragen wohl zugunsten der neuen Druiden-Zauberkarte ausfallen.

Inwiefern sich diese Vermutung bestätigt, wird die Zeit zeigen. Auch "Prinz Keleseth" hat eine Weile gebraucht, bis er fester Bestandteil der Meta wurde, ist dann aber bis zur Rotation nicht mehr aus dieser wegzudenken gewesen.

Für alle weiteren Informationen zu den restlichen Karten des Druiden-Sets - checkt die Galerie.

Der nächste Teil des großen Hearthstone-Erbe-der-Drachen-Spezials dreht sich dann um das neue Karten-Set der Jäger-Klasse. 

Bis dahin...stay tuned!