München - Erst ein Jahr alt und schon das vielleicht beliebteste Spiel. Wie schaffte es Fortnite, die Menschen zu begeistern und was ist das Geheimnis von Epic Games?

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Eigentlich hätte Fortnite ein ganz normaler Zombie-Shooter werden sollen. Unter dieser Prämisse wurde das Basisspiel am 25. Juli 2017 veröffentlicht.

Zwei Monate später kam der Battle-Royal-Modus, der mittlerweile zum absoluten Hype avanciert ist. Millionen von Gamern zocken das Spiel auf Konsole, Handy und PC. Der Erfolg dürfte selbst Entwickler Epic überrascht haben.

2011 gab es die erste Ankündigung für Fortnite, bis 2016 wurden in unregelmäßigen Abständen Trailer veröffentlicht. Ein Element, das immer schon irgendwie in den Köpfen der Macher herumschwirrte: ein Bau-Modus innerhalb der Spielwelt. 

Katalysator Battle Royale

Der Modus "Rette die Welt" ist die Solo- beziehungsweise Koop-Kampagne und wurde ursprünglich als Kernprodukt von Fortnite konzipiert. Die Idee für den Battle-Royale-Modus hingegen kam den Entwicklern spontan in den Kopf und wurde dann in nur wenigen Wochen umgesetzt. Dies sollte sich als großer Glücksgriff erweisen.

Als Inspiration für die Entwicklung des Battle-Royal-Modus diente der Erfolg von Playerunknown's Battlegrounds (PUBG), das aber in Sachen Spielerzahl und Erfolg deutlich überholt wurde.

Knapp zwei Monate nachdem das Basisspiel im Handel erschien, wurde der BR-Modus als kostenloses Update veröffentlicht. Hierbei kämpfen - für das Gerne typisch - bis zu 100 Spieler auf einem abgesteckten Gebiet ums Überleben. Dabei müssen die Zocker Waffen und Equipment einsammeln, um sich gegen ihre Mitspieler entsprechend zur Wehr zu setzen.

Kontinuierliche Updates

Mit dem Comic-Look holt Fortnite natürlich junge Gamer ab. Im Vergleich zu anderen Shootern ist der Titel zudem bereits ab zwölf Jahren freigegeben. Hinzu kommt, dass Epic Games das Spiel kontinuierlich mit Updates versorgt: neue Waffen, eine erweiterte Spielwelt und kleine Gimmicks, die den Spielspaß fördern.

Ähnlich wie bekannte eSports-Titel wie League of Legends oder Counter-Strike bietet auch Fortnite mit dem Kauf der Ingame-Währung V-Bucks den Spielern die Möglichkeit, die eigene Spielfigur durch den Zukauf von verschiedenen Skins zu individualisieren. Anders als zum Beispiel in FIFA lässt sich hier kein Wettbewerbsvorteil erkaufen. 

Als Schulhofthema hat sich das Game auch schon fest etabliert. Der große Vorteil: Es kann plattformübergreifend gedaddelt werden. Ein PC-Spieler kann ohne Probleme zusammen mit den Konsolenfans der Xbox, PlayStation oder Nintendo Switch spielen. Selbst mit dem iPhone ist ein gemeinsames Match möglich.

Fortnite von Streamern geliebt

Im Vergleich zum kaufpflichtigen "Rette die Welt" ist die Battle Royale-Alternative seit Release im September vollständig kostenlos erhältlich - auch ein Anreiz für viele Streamer auf der Plattform Twitch, in das Spiel reinzuschnuppern.

Für Tyler "Ninja" Blevin war Fortnite sogar der Weg zum Superstar-Status.

Dieser zockte mit Rapper Drake, brach Zuschauerrekorde und veranstaltete sogar ein eigenes Turnier. Selbst Sportler wie Antoine Griezmann oder Julian Brandt ahmten lustige Tänze aus dem Videospiel nach. Im Zuge der Weltmeisterschaft kamen die Zuschauer ebenfalls in den Genuss von mehreren Torjubeln im Stile der Fortnite-Tänze.

Was kommt als nächstes?

Aktuell wird der Titel noch als reiner Zeitvertreib für Gelegenheitszocker gesehen. Doch mit der Ankündigung, 100 Millionen in den eSports-Bereich Fortnites zu stecken, sorgte Epic Games für Aufsehen in der Szene.

Den Anfang machte das mit acht Millionen US-Dollar dotierte Turnier Summer Skirmish. Hier gab es aber mehr Probleme als gute Spielzüge und Aktionen zu bestaunen.

Eine klare eSports-Linie scheint der Spieleriese noch nicht gefunden zu haben. Den Hype dürfte das aber nicht stören, dafür hat das Spiel zu viele Fans. Aktuell sieht es aber so aus, dass auch beim zweiten Geburtstag immer noch in den höchsten Tönen vom Comic-Shooter Fortnite gesprochen werden wird.

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