Die Niederlande verurteilt das Kaufen und Handeln von Spielerpacks in FIFA Ultimate Team als Glücksspiel.
Die Niederlande verurteilt das Kaufen und Handeln von Spielerpacks in FIFA Ultimate Team als Glücksspiel. © EA Sports / SPORT1
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Die Niederlande verurteilt das Kaufen und Handeln von Spielerpacks in FIFA Ultimate Team als Glücksspiel. EA erwarten 500.000 Euro wöchentliche Strafzahlungen.

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FIFA 21 Entwickler EA Sports stehen turbulente Zeiten bevor. Schon seit Längerem stehen Spielerpacks in FIFA Ultimate Team (FUT) unter Verdacht, dem Glücksspielgesetz zu unterliegen. Die niederländische Glücksspielkommission hat nun einer Anklage stattgegeben und EA für schuldig gesprochen. Sollte EA die entsprechenden Dienste nicht innerhalb der nächsten drei Wochen einstellen, drohen wöchentliche Strafzahlungen von 500.000 Euro.

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Die niederländische Glücksspielkommission (KSA) verglich in ihrem Urteil Spielerpacks mit Lootboxen, weil sie auf demselben Zufallsprinzip beruhen würden. Inhalte der Spielerpacks sind nicht vom Spieler beeinflussbar, weswegen ihr Erwerb als Glücksspiel anzusehen sei. Zudem hätten die Karten hohe Tauschwerte und würden gehandelt werden, was ebenfalls einer Verletzung des Glücksspielgesetzes gleichkäme.

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"Unter niederländischem Recht darf ein Glücksspiel, das Geldpreise oder Waren verspricht, nur mit einer gültigen Lizenz betrieben werden", erklärt die KSA. "Wir glauben, dass es wichtig ist, Minderjährige vor Glücksspiel zu schützen."

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Die Organisation ruft EA zum Handeln auf, die betroffenen Glücksspielelemente innerhalb der nächsten drei Wochen aus dem Spiel zu entfernen. Sollte EA diesem Urteil nicht nachkommen, werden wöchentliche Strafzahlungen in Höhe von 500.00 Euro fällig, die bis zu einem Maximum von 5 Millionen Euro ansteigen können.

Dirk Scholing, EA-Manager der Beneluxstaaten, zeigt sich enttäuscht über diese Entscheidung und was es für die niederländische Gesellschaft für Folgen haben könnte. "Wir glauben nicht, dass unsere Produkte und Dienste die Glücksspielgesetze in irgendeiner Weise verletzen würden. Wir sind darauf bedacht, die Situation mit der KSA zu lösen, um allen holländischen FIFA-Spielern eine vollwertige FUT-Erfahrung zu bieten."

Es ist keine Überraschung, dass EA am derzeitigen FUT-System festhalten will. Im Geschäftsjahr 2020 hat der Konzern allein durch Ingame-Käufe in Ultimate Team 1.5 Milliarden US-Dollar verdient. Laut offiziellem Finanzreport sind das 27 Prozent des Gesamtumsatzes.