Im englischen House of Lords wird gegenwärtig über den Status Quo der Glücksspielindustrie gesprochen, darunter auch Lootboxen in Videospielen
Im House of Lords wird über den Status Quo der Glücksspielindustrie diskutiert © Pexels.com
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München - Im House of Lords wird über den Status Quo der Glücksspielindustrie gesprochen. Ein Thema sind Lootboxen in Videospielen, was weitreichende Folgen haben könnte.

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Im britischen Oberhaus wird gegenwärtig heiß über Glücksspielelemente in Videospielen diskutiert. Im Mittelpunkt dieser Debatte stehen insbesondere Lootboxen und welche Gefahr diese für die britische Jugend bergen.

Tatsächlich ruft das entsprechende Komitee die Regierung dazu auf, sofortige Schritte einzuleiten und die "Glückskisten" oder "Packs" als "games of chance" zu deklarieren, sprich grundsätzlich dem Glücksspiel zuzuordnen.

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Damit würden Lootboxen und ähnliche Mechaniken unter das 2005 eingeführte Glücksspielgesetz fallen.

Sollte es zu einer solchen Entscheidung kommen, hätte diese weitreichende Auswirkungen auf Spiele wie die FIFA-Serie, dies sich besonders bei jugendlichen Gamern großer Beliebtheit erfreut.

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Das sind Lootboxen

Lootboxen finden sich mittlerweile in unzähligen Videospielen und lassen sich generell in zwei Varianten aufteilen:

  • Lootboxen, die einem Spieler durch den Kauf einen spielerischen Vorteil verschaffen - z.B. FUT-Packs, die eine höhere Wahrscheinlichkeit bieten, an bessere Karten zu gelangen
  • Lootboxen, die Inhalte rein kosmetischer Natur enthalten und keine inhaltlichen Vorteile bieten

Kritiker sehen besonders bei der ersten Variante die Gefahr, dass Spieler - vorrangig Jugendliche, die noch über kein gesundes Verhältnis zu Geld verfügen - unzählige Packs, Boxen und Co. erwerben, ohne sich über die Ausgaben Gedanken zu machen. 

Beispiel Belgien folgen?

In einem Interview mit der BBC sprach Lord Grade, der Vorsitzende des Komitees, über die Handhabe anderer Staaten mit diesem Thema. Laut ihm habe so manche Regierung die Gefahren, die von Lootboxen ausgehen, unlängst erkannt und auf den Prüfstand gestellt oder teilweise verboten, wie 2018 in Belgien geschehen

In dem Bericht des britischen Oberhaus heißt es auch, dass akademische Untersuchungen angeblich herausgefunden haben, dass es eine natürliche Verbindung zwischen dem Kauf von Lootboxen und generellem Glücksspiel gebe.

Einer der Experten, Dr. David Zendle, sprach darüber, dass dies auf die logische Nähe zwischen den Mechaniken klassischer Glücksspiele und Lootboxen zurückzuführen ist.

Die Regierung selbst gab bereits an, sich diesem Thema intensiver widmen zu wollen.