Invictus Gaming gelingt im Finale das Comeback des Jahres
Invictus Gaming gelingt im Finale das Comeback des Jahres © ONE Esports
Lesedauer: 4 Minuten

Das Singapur-Major hat mit Invictus Gaming einen würdigen, aber nicht fehlerfreien Sieger gefunden. Im Finale entrissen sie den Nordamerikanern von EG den Titel.

Anzeige

Es ist das Comeback des noch jungen Jahres. EG gibt beim Singapur-Major nach 2:0-Führung den Sieg aus der Hand. Damit bleiben die ambitionierten Evil Geniuses seit nunmehr vier Jahren ohne Major-Titel.

Singapur-Major: Evil Geniuses dominiert, aber...

So nah ist das Team von Kanishka "BuLba" Sosale noch nie an einem Major-Titel in Dota2 vorbeigeschrammt. Problemlos spielten sich die Nordamerikaner ins große Finale und galten dort gegen die Chinesen von Invictus Gaming (IG) als Favoriten. Schließlich schlugen sie IG zwei Runden zuvor deutlich mit 2:0 - genauso startete es auch dieses Mal.

Anzeige

EG wählte ein aggressives Helden-Lineup und konnte die passive Spielweise der Chinesen bestrafen. Nach 28 Minuten im ersten Match und 31 Minuten im zweiten stand IG schon mit dem Rücken zur Wand. Insbesondere die Carry-Positionen bereiteten Invictus große Sorgen. Im ersten Spiel wurde Naga Siren trotz massiven Farms nie ein spielentscheidender Faktor, genauso wenig der Alchemist im zweiten Match, den EG immer wieder erfolgreich ganken konnte.

Wenn du hier klickst, siehst du Twitter-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Twitter dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit, alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
Alle Akzeptieren
Einmal Akzeptieren

Hinzu kam eine bis zu diesem Zeitpunkt erschreckend schwache Leistung ihres Midlane-Spielers Zhou "Emo" Yi, der sich teilweise amateurhaft in todbringende Situationen manövrierte. Alles, wirklich alles, deutete auf einen Sieg der Evil Geniuses hin.

EG vs. IG: Ein Finale der Fehler

Waren es EGs Nerven oder fand Invictus Gaming kurz vor dem Aus zu neuer Stärke? Vermutlich handelte es sich um eine Mischung aus beidem. IG wich von ihren üblichen Carry-Picks ab und wählte mobilere Supports. Jin "flyfly" Zhiyi auf Sven war im Lategame von Partie Drei nicht mehr zu stoppen und so holte sich IG die Runde, die EG lange Zeit mit bis zu 15.000 Gold Vorsprung zu kontrollieren schien. Erstmals zeigte EGs Starspieler Abed "Abed" Yusop ungewöhnliche Aussetzer und wurde prompt bestraft.

Auch in Spiel Vier und Fünf stolperte Abed mit seinem Storm, den er in allen fünf Finalpartien bekam, in ausweglose Situationen, die seinen Tod bedeuteten. IG fand nun immer besser in die Partien, die aber vor allem von eines geprägt waren: Fehler. Haarsträubende Fehler, nun auch auf EGs Seite. Die Final-Nervosität war beiden Teams deutlich anzumerken.

Wenn du hier klickst, siehst du Twitter-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Twitter dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit, alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
Alle Akzeptieren
Einmal Akzeptieren

IG entscheid die vierte Map überzeugend für sich und so ging es ins finale fünfte Match. Wie schon in den beiden Durchgängen zuvor spielte der Phoenix-Pick eine große Rolle in den Teamfights. Zudem zeigte flyfly auf Spectre eine makellose Vorstellung. EGs Lifestealer-Pick, als Konter auf die Phoenix-Ulti, erwies sich als großer Reinfall und massive Lategame-Schwäche. Die Nordamerikaner bezahlten dafür mit dem Turniersieg, der nun doch nach China ging.

Invictus Gaming gewann 200.000 US-Dollar Preisgeld und erhielt 500 DPC-Punkte, die ihre Teilnahme an der Weltmeisterschaft im August fast schon garantieren.

Europa enttäuscht - Major-Plätze in Gefahr?

Die größte Turnierüberraschung war wohl das schwache Abschneiden der vier europäischen Teams. Lediglich Team Secret lief zu Normaltouren auf und erreichte das Halbfinale, wo gegen den späteren Turniersieger Invictus Gaming Schluss war. Nigma kam nicht einmal aus der Wildcard-Phase heraus und beendete das Event auf dem letzten Platz. Alliance, immerhin Saisonzweiter, wurde auch Letzter, jedoch erst in der Gruppenphase. Liquid schied in der allerersten K.O.-Runde sang- und klanglos aus.

Durch die miserablen Resultate ist nun auch einer der vier Majorslots in Gefahr, die zur Teilnahme an den Major-Turnieren berechtigen. Europa stellte zusammen mit China die meisten Major-Teilnehmer, Vier an der Zahl. Das könnte sich mit der kommenden DPC-Saison, die vom 13. April bis 23. Mai läuft, ändern.

Weitere Top-News aus der eSports-Welt