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Lesedauer: 8 Minuten

Chris "chrisJ" de Jong ist Kapitän und Ansager im mousesports CS:GO-Team. Der Niederländer im SPORT1-Interview über die vergangenen und kommenden Events.

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Von Matthias Holländer

SPORT1: Du bist jetzt seit zirka vier Jahren bei mousesports. Was sind deine Erfahrungen und warum bleibst du gerade diesem Team so treu?

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chrisJ: Ich wurde bei mousesports immer respektvoll behandelt, zusätzlich nahm mouz für mich immer eine Vorbildrolle ein. Vor allem zu 1.6-Zeiten hat mich das Team inspiriert und es war einer meiner Träume, irgendwann mal bei mouz zu spielen. Wir sind momentan zwar ein international anerkanntes Team, aber ich möchte mousesports noch weiter voranbringen, beispielsweise ein Major gewinnen. Es fühlt sich an, als hätte ich hier bei mousesports noch etwas zu erledigen und das möchte ich auch durchziehen.

Gerade zu Beginn warst du bei mouz bekannt als eher inkostanter, unruhiger Spieler. Mit der Zeit hast du dich aber zu einem vorbildlichen und ruhigen Spieler inner- und außerhalb des Spiel entwickelt. Wie ging diese Entwicklung vonstatten?

chrisJ: Ich würde sagen, ich bin immer noch inkonstant, vor allem meine Perfomance im Spiel. Hinsichtlich der Emotionen habe ich natürlich mehr Selbstkontrolle und belasse meinen Ärger meistens bei mir selbst. Zudem habe ich natürlich eine gewisse Vorbildfunktion gegenüber dem Rest des Teams.

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Hat diese Inkonstanz direkt mit deinen Emotionen zu tun?

chrisJ: Die Emotionen helfen nicht wirklich dabei, das Spiel besser zu gestalten. Vor allem früher war ich nach einem frühen Rückstand schnell enttäuscht. Doch das ist nicht unbedingt der Grund, wenn ich unregelmäßige Leistungen zeige. Woran das liegt, konnte ich bisher nicht wirklich feststellen. Ich habe mich in der Hinsicht zwar schon verbessert, aber da ist auf jeden Fall noch Raum nach oben. Schaut man sich die besten Spieler der Welt an, wie einen Coldzera oder NiKo, dann sind diese eben so gut, weil sie in fast jedem Spiel ein gutes Game abliefern. Dieses Level habe ich allerdings noch nicht erreicht.

Wie kamt ihr dazu, euch von loWel und denis zu trennen und dafür STYKO und suNny ins Team zu holen?

chrisJ: Wir erreichten mit dem alten Lineup zwar einige Ziele - beispielsweise lief die ELEAGUE-Saison gut und wir hatten in Köln eine ganz gute Gruppenphase - aber das alles fühlte sich noch nicht genug an. Einige Male verloren wir nur sehr knapp gegen Teams, die wir eigentlich hätten schlagen sollen. Ich denke, irgendwo hat einfach die Chemie zwischen den Spielern gefehlt und ich denke, das neue Team ist einfach anders als das alte Lineup, aber auf eine gute Art und Weise.

Ihr habt euch mit den neuen Spielern online verbessert und auch wenig später die ESG Tour Mykonos gewonnen. Danach ging es aber erstmal nicht so erfreulich weiter: Ihr verlort eure ELEAGUE-Gruppe und fielt in ein Leistungstief. Wie kam es dazu?

chrisJ: Wir sind zwar besser geworden, doch wir haben bisher trotzdem noch das Gefühl, dass wir noch deutlich besser sein könnten. Wir waren teilweise bei so vielen Events, dass wir wenig Zeit zum Trainieren hatten. Selbst jetzt haben wir noch das Gefühl, dass wir noch Trainigszeit brauchen. Das Potenzial unserer Spieler ist vorhanden, wir müssen das Ganze nur noch ausschöpfen. ELEAGUE haben wir unserer Meinung nach auch nur verloren, weil wir schlicht und einfach noch nicht bereit dafür waren. Mykonos war auch eher eine überraschende Overperformance von uns. Diese Inkonstanz können wir in Zukunft durch mehr Praxis als Team vermeiden.

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Danach habt ihr die europäischen ROG Masters gewonnen und seid in die Top 4 in Denver gekommen. Ist das die Richtung, in die ihr gehen wollt?

chrisJ: Auf der einen Seite wollen wir natürlich immer das Finale erreichen, das ist unsere Zielsetzung. Auf der anderen Seite muss man auch eine positive Tendenz festhalten. Vor allem in Denver haben wir teilweise Maps gegen Cloud9 gewonnen, für die mousesports bisher eher nicht bekannt war. Generell sahen wir auf jeder Map besser aus als sonst, aber trotzdem will sich jeder aus dem Team weiter verbessern.

Würdest du die aktuelle Aufteilung der Online-Ligen so belassen oder lieber etwas anderes haben? Beispielsweise das Dota 2-System: Man spielt sehr viele Qualifikationsturniere, unter der Woche meist Online, am Wochenende dann auf vielen verschiedenen LANs.

chrisJ: Ich mag eher das System der EPL beispielsweise, mit einer Liga welche sich über mehrere Monate streckt. Anders als bei einem großen Event, wie ein Major, ist die Gruppenphase nicht innerhalb weniger Tage vorbei und man kann besser spezifische Maps vorbereiten.

Das nächste Major ist bereits im Januar. Wird das euer primäres Ziel sein?

chrisJ: Wir sehen kaum noch Chancen in der EPL, also wird das Major Anfang 2018 definitiv unser Fokus sein. Wir werden sogar während den Weihnachtsfeiertagen spielen, damit wir nicht so außer Form geraten. Danach werden wir vier Tage im Bootcamp verbringen und versuchen, unseren Spielstil und den Map-Pool so gut wie möglich zu verbessern. Danach sollten wir so bereit für das Major sein wie möglich.

Wenn du dich mit anderen Ingame-Leadern, wie gob b, NiKo oder karrigan vergleichst, wie würdest du deinen Stil beschreiben?

chrisJ: Ich glaube nicht, dass ich mit einem dieser Ansager wirklich vergleichbar bin. Fatih "gob b" Dayik beispielsweise entwirft fast alle seine Taktiken selbst. Ich entwerfe Taktiken und Spielzüge meistens zusammen mit meinem Coach. Dieser steckt eine Menge Arbeit in die Analyse und Entwicklung dieser Spielzüge. Ich wirke dabei zwar mit, kann mich aber besser auf gute Calls während des Spiels konzentrieren. Im Spiel habe ich dafür auch andere Aufgaben, beispielsweise gehe ich oft als Erster offensiv und bin zusätzlich die zweite AWP. Ein Ingame-Leader, der mir in dieser Hinsicht vielleicht ähnlich ist, wäre karrigan.

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Oftmals ist es in den Augen der Zuschauer normal, als Ingame-Leader eine schlechtere Performance als der Rest des Teams zu haben. Wie stehst du dazu?

chrisJ: Es wird durch die Verantwortung schon deutlich schwieriger. Hinzu kommt, dass ich von der ersten AWP auf die zweite wechseln musste. Normalerweise sollte es nicht so ein großes Problem sein, gut zu spielen und gleichzeitig gut anzusagen, aber das kommt auch immer auf den Stil des Leaders an. Manche mögen es, ihre Spieler sehr exakt zu dirigieren. Dabei ist dann natürlich mehr Aufmerksamkeit erforderlich, als wenn jeder weiß wo er hin muss und das Team sehr gut eingespielt ist. Manchmal erwarte ich auch, dass meine Teammitglieder eigenständig richtige Entscheidungen treffen. Im Gegenzug weiß ich aber auch, dass sie gut genug dafür sind.

Was ist deine persönliche Meinung zu Ernährung vor einem Match. Achtest du beispielsweise darauf, fettige Dinge vor einem Spiel nicht zu essen, um nicht langsamer zu werden?

chrisJ: Ich achte auf jeden Fall darauf, wenn auch nicht so viel wie ich gerne würde. Ich bin generell der Meinung, dass gesunde Ernährung enorm der Konzentration helfen kann. Es macht einen Profi nicht unbedingt sofort zum besten Spieler des Matches, aber auf einem so hohen Niveau hilft jedes kleine Bisschen. Ich würde beispielsweise auch niemandem Energy Drinks empfehlen. Ich denke auch, die Ernährung ist etwas, worauf momentan noch nicht genug geachtet wird. Viele Organisationen achten noch nicht genug auf eine gesunde Ernährung. Auch wir arbeiten daran, unsere Ernährung zu optimieren. Auf langen Trips ist es natürlich auch nicht immer so einfach.

Wie sieht denn beispielsweise eine Mahlzeit vor einem Spiel aus?

chrisJ: Eine Stunde vor einem Match esse ich normalerweise nichts mehr. Wenn ich das erste Spiel des Tages habe, esse ich auch nichts schweres, sondern nur Früchte oder ein leichtes Sandwich. Wir hatten auch schon Zeiten, in denen wir sehr hungrig waren und viel gegessen haben. Hier haben wir gemerkt, dass es unserer Leistung alles andere als förderlich war und die Konzentration danach schwerer fiel.

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