Bund plant keine weiteren Schritte für E-Sport-Förderung
Bund plant keine weiteren Schritte für E-Sport-Förderung © AFP/SID/THOMAS SAMSON
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Die Bundesregierung wird in der laufenden Legislaturperiode keine weiteren Maßnahmen zur Förderung des eSports ergreifen.

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Die Bundesregierung wird in der laufenden Legislaturperiode keine weiteren Maßnahmen zur Förderung des eSports ergreifen. Dies ergab eine schriftliche Frage der Bundestagsabgeordneten Monika Lazar (Bündnis 90/Die Grünen) an das Bundesinnenministerium. Die Antwort liegt dem SID vor.

2018 hatten sich CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag dazu bekannt, eSport "vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen" zu wollen. 

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eSport-Vereinen war es seither ein Bestreben, wegen der Förderung des Sports in der Abgabenordnung des Bundes als gemeinnützig eingestuft zu werden. Dies ist nun vom Tisch. eSport könne "auch heute schon nach bestehendem Recht gemeinnützig sein", hieß es in der Antwort des Bundesinnenministeriums, das sich auf Jugendhilfe und Förderung der Bildung als Förderzwecke bezog. 

Über eine Einstufung des eSports als Sportart sei "durch den organisierten Sport und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) im Rahmen der Autonomie des Sports zu entscheiden." Auch die Schaffung einer olympischen Perspektive bezeichnete das BMI als "Aufgabe des autonomen Sports". 

Der DOSB sieht eSport jedoch teilweise kritisch. Der Dachverband unterteilt die Szene in Sportspiele mit Förderungsanspruch sowie die übrigen und beliebteren Titel wie League of Legends oder Counter-Strike, die der er nicht anerkennt.

Von Seiten der Politik würden derweil bis zur Bundestagswahl im kommenden Herbst "keine weiteren gesetzgeberischen Maßnahmen zur Förderung des eSports" angestrebt, so das BMI weiter. Lazar zeigte sich davon enttäuscht. "Die Bundesregierung bricht mit ihrem Versprechen des Koalitionsvertrages, den eSport zu unterstützen", sagte sie in einem Statement.