Flos eSports-Jahr 2020 - Dankbar und hoffnungsvoll
Flos eSports-Jahr 2020 - Dankbar und hoffnungsvoll © Ubisoft / Riot Games / SPORT1
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Auch Flo lässt es sich nicht nehmen, abschließende Worte zum eSports-Jahr 2020 zu verlieren. Dabei ist er jedoch ganz besonders eines: dankbar und hoffnungsvoll für 2021.

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Ganz ehrlich: 2020 war ein Scheißjahr. Politischer Stress hier, Pulverfass dort und zu allem Überfluss dann auch noch der Coronavirus. Manch einer mag sich mit einer Decke umwickelt vor den Kamin verzogen haben und jeden Bittsteller mit einem mürrischen Blick abgewiesen haben.

Obwohl aber alles irgendwie richtig mies wirkte und es auch nach wie vor ist, versteht mich nicht falsch, hatten die vergangenen 365 Tage auch das eine oder andere tolle Erlebnis zu bieten. Insbesondere im eSports.

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Lasse ich das vergangene Jahr Revue passieren, springen mir direkt die fehlenden Live-Veranstaltungen in den Kopf. Egal, ob Counter-Strike, League of Legends oder Dota 2, in 2020 wurde fast jegliches Turnier auf eine Online-Only-Experience umgemünzt.

Verständlich, absolut richtig und trotzdem unsagbar traurig. Gerade solche Veranstaltungen wie die ESL One Katowice oder Cologne, die davon leben, dass tausende Menschen Tag für Tag den besten eSports-Teams der Welt dabei zusehen, wie sie sich ein ums andere Mal überbieten, ist schon schwer zu toppen. Trotzdem wage ich zu behaupten, dass es die eSports-Branche so gut wie keine andere geschafft hat, sich an die herrschenden Umstände anzupassen.

Zwar fehlten bei Großevents das Publikum, natürlich spielten die Profis aus ihren jeweiligen Teamhäusern heraus oder ab und an auch von Zuhause, aber dennoch bekamen die Fans des eSports und der jeweiligen Disziplinen das geboten, wozu der physische Sport über einen längeren Zeitraum nicht imstande gewesen ist: Live-Sport!

Trotzdem fehlte mir das ganze bunte Treiben eines Events sehr. Entsprechend froh bin ich aus heutiger Sicht darüber, noch zu Beginn der eSports-Season 2020 die Rainbow-Six-Siege-Weltmeisterschaft in Montreal, Kanada miterlebt haben zu dürfen. Nach dem Six Major, mein zweites großes R6S-Event, auf das ich nach meiner wiedererstarkten Liebe für Ubisofts Taktikshooter großen Bock hatte. Da konnten auch Temperaturen von -28°C nichts dagegen ausrichten - ja, es war wirklich so kalt.

Und dann kam erstmal nichts

Die LEC spielte noch bis in den März aus dem Studio in Berlin, wechselte dann in den Home-Modus, während die ESL One in Katowice bereits ohne Publikum auskommen musste. Vielerorts waren die Einschränkungen, die durch die sich anbahnende Pandemie unausweichlich werden sollten, bereits zu spüren. Aber, und da wiederhole ich mich, hat es aus meiner Perspektive niemand so gut geschafft, sich an Covid-19 anzupassen, wie die eSports-Szene. Period.

Gehen wir einmal weg von Veranstaltungen und Events, hat sich auch bei uns im Hause SPORT1 einiges getan.

Nachdem bereits letztes Jahr der erste 24/7 eSports-Sender für die DACH-Region an den Start gegangen ist, erfolgte 2020, und das muss man auch ganz klar sagen, trotz der Coronapandemie die zweite Sendergründung. eSportsONE ging als englischsprachiges Pendant für eSports1 ans Netz und erweitert den SPORT1-eSports-Kosmos um ein weiteres Stück TV-Geschichte.

Darüber hinaus haben wir nun schon zwei Jahre mit Inside eSports ein eigenes TV-Format entwickelt, geschaffen und produziert. eSportsONE Analytics, eine tiefgehende Analysesendung für den internationalen Sender, geht im kommenden Jahr ebenfalls in die fünfte Ausgabe. 

Natürlich wird weiter im Hintergrund an vielen Neuerungen gearbeitet, auf die ich mich persönlich im neuen Jahr extrem freue. Und das bringt mich auch an einen Punkt, den ich in meinem Jahres-Resümee nicht unter den Tisch fallen lassen möchte - dankbar sein. Es war und ist für die meisten Menschen ein verdammt hartes und schweres Jahr gewesen.

Wir schreiben Fernsehgeschichte - erneut!

Und gerade im Beruflichen hätte eSports bei SPORT1 eine gänzlich andere Richtung nehmen können, wenn nicht jeder, der an diesem Projekt, beziehungsweise Unterfangen, beteiligt ist, so viel Leidenschaft und Liebe investiert hätte. Egal, ob in der Redaktion, wenn Fabian und Robin darüber diskutieren, welcher LEC-Profi in der neuen Season durchstarten wird, Alex Schuster wieder ausrastet, wenn BIG in einem CS:GO-Turnier gewinnt oder die zahlreichen Artikel und Beiträge in die Mailbox flattern, die unsere freien Mitarbeiter und Kollegen tagtäglich für den eSports-Bereich schaffen - eSports ist mittlerweile weitaus mehr, als eine reine Ergänzung zum physischen Sport.

Es ist eine Einstellung, Lifestyle und Kultur. Ich bin sehr dankbar, Teil dieses Ganzen sein zu dürfen und freue mich immens darauf, was uns alle im kommenden Jahr erwarten wird.

Bis dahin wünsche ich allen eine gute und vor allem Corona-befreite Weihnachtszeit und einen tollen Start ins neue Jahr.