Feuer frei! In WWE 2K Battlegrounds fliegen die Fetzen
Feuer frei! In WWE 2K Battlegrounds fliegen die Fetzen © 2K
Lesedauer: 6 Minuten

Ein Jahr nach dem WWE 2K20 Debakel erscheint das nächste Wrestling Spiel aus dem Hause 2K. Ob WWE 2K Battlegrounds besser abschneidet als sein Vorgänger zeigt der SPORT1 Test.

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Nach dem Komplettdesaster unter dem Namen WWE 2k20 hat man bei 2K und in der WWE beschlossen, der Reihe eine Pause zu gönnen und grundlegende Elemente des Spiels zu überdenken. Dies war – wenn man sich ausgiebig mit dem Spiel auseinandergesetzt hat – die richtige Wahl. Anstatt einer an die Realität angelehnte Wrestlingsimulation, möchte 2K die Fans nun mit einem lustigen Arcade-Buttondrückfestival überzeugen.

Ganz klar steht dieses Jahr der Spaß in Vordergrund. Das Spiel erinnert an das von THQ 2011 veröffentlichte WWE All Stars. Es ist – in gutem Sinne - komplett überzogen und lässt jeden Schlag spektakulärer erscheinen, als er in real je sein könnte. Battlegrounds ist für die WWE-Spielereihe, was NBA Playgrounds für NBA 2K und FIFA Street für die FIFA Spiele ist. Ein lustiger Zeitvertreib.

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Das Spiel ist für PS4, Xbox One, Nintendo Switch, PC und Google Stadia erhältlich. Abgesehen von den Sony Nutzern kommen die Spieler zudem in den Genuss der Crossplay-Funktion. Mit einem Preis von knapp 40€ ist es im Vergleich zu anderen Spielen günstig zu haben

Eine überzeugende Optik – fernab der Realität

Was dem Spieler als erstes auffällt, ist die ungewohnte Optik des Spiels. Es wendet sich ab von jeglichem Realismus und erinnert stark an Comics. Figuren haben große Köpfe und noch riesigere Hände, während der restliche Körper normal proportioniert ist. Die meisten Charaktere sind dabei weiterhin problemlos zu erkennen und erheitern mit ihrem neuen Look.

Man spürt förmlich, wie die Designer sich bei der Produktion frei entfalten konnten und dabei eine Menge Spaß hatten. So kann beispielsweise Rey Mysterio den Riesen The Big Show wie ein Kuscheltier durch die Luft schleudern. Tritte und Schläge sehen aufgrund der Körperbauten spektakulär aus und werden zudem durch großartigen comicartigen Sound untermalt.

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Im Spiel sind 70 spielbare Charaktere vorhanden – 60 weitere sollen bald per kostenlosem DLC folgen. Ein Großteil davon ist allerdings noch freizuschalten. Dies kann man, indem man Ingame-Währung – sogenannte Bucks – ansammelt, oder sich diese mit Echtgeld kauft. Es muss viel Zeit in das Game investiert werden, um alle Charaktere ohne den Einsatz von zusätzlichen Euro freizuschalten.

Wer also mit Wrestlern wie Bayley, Hulk Hogan oder Shawn Michaels spielen will, sollte überlegt mit den eigenen Bucks umgehen.

Die freizuschaltenden Wrestler sind dabei wie Actionfiguren in einer Plastikschachtel verpackt und klopfen gegen die Hülle, um raugelassen zu werden. Entscheidet man sich dann zum Freischalten, tritt der Charakter die Hülle weg und ist einsetzbar. Untermalt wird dies alles von der jeweiligen Einzugsmusik des Superstars.

Ein Simples Gameplay ohne Vielfalt

Während die WWE 2K Reihe für Einsteiger kein einfaches Unterfangen ist, beschränkt sich Battlegrounds auf eine simple Bedienung. Jeweils eine Taste für Schläge, Tritte, Haltegriffe und Wrestlingmoves. Dies macht es Einsteigern leicht, sich mit dem Spiel zu beschäftigen und dranzubleiben. Ab einem gewissen Zeitpunkt wird es jedoch monoton und verliert den Reiz. Eine größere Erfahrung bedeutet deshalb nicht gleichermaßen, dass man im direkten Duell mit blutigen Anfängern die Oberhand behält.

Neben der Angriffsknöpfe muss sich auf das Blocken, Ausweichen und Kontern konzentriert werden. Wobei einzig das Kontern, aufgrund von sehr gutem Timing, eine wirkliche Schwierigkeit darstellt. Ein weiterer kampfentscheidender Faktor sind die Power-Ups, wie beispielsweise das Regenerieren von Lebensenergie oder weniger Schaden zu nehmen. Diese können vor dem Kampf ausgewählt sowie im Match angewendet werden und bringen Abwechslung in die sonst monotone Klopperei.

Es wird eisig im Ring
Es wird eisig im Ring © 2K

Die Kämpfer sind in verschiedene Kategorien unterteilt: Brawler, Powerhouse, Techniker und High Flyer. Diese sinnige Unterteilung fällt aber zu klein aus. Die Wrestler die in einer Kategorie stehen, haben – mit ein paar Extras – identische Movesets. Triple H gleicht also André the Giant und Shinsuke Nakamura, The Miz. Dies ist dürfte insbesondere eingefleischten Wrestlingfans ein Dorn im Auge sein.

Während WWE 2K20 ein Bugfest war, hat sich dieses Jahr einiges gebessert. Das Spiel stürzt ab und an beim Laden ab. Gravierende Schwächen waren allerdings nicht zu erkennen. Ärgerlich ist allerdings die A.I. von Gegner und Partner. So unterbrechen eigene Tag-Team-Partner viel zu selten Pinversuche des Gegnerteams und Gegner stellen sich oftmals sehr ungeschickt an.

Ein kurzweiliger, aber oberflächiger Storymodus

Wie aus WWE Spielen bekannt, bietet auch Battlegrounds eine Reihe an Spielmodi. Übungsmatches mit diversen Matcharten, eine Kampagne, die Battlegrounds Challenge, ein Online Modus sowie die beliebten Charakter- und Arenaeditoren.

Die Kampagne dreht sich darum, dass Paul Heyman einen neuen WWE Brand gründen soll. Aus diesem Grund reist er um die Erde um Talente aufzuspüren, die man durch Matches auf die große WWE Bühne führen soll. Das große Ziel dabei ist selbstverständlich Wrestlemania.

Die Story wird dabei sehr kurz und oberflächig gehalten, wodurch keinerlei emotionale Bindung zu den sehr einfältigen Charakteren entwickelt werden kann. Die Aufmachung ist allerdings sehr gut umgesetzt. Man liest sich quasi durch einen Comic, in dem auf lustige Art die Geschichte vorangetrieben wird. Motivieren sollen einen dabei neben Bucks auch Belohnungen wie neue Pinvarianten oder mehr Durchhaltevermögen. Nach 8-10 Stunden ist die Kampagne allerdings bereits gemeistert. Die Battlegrounds Challenge durchläuft man mit seinem eigens erschaffenen Wrestler. Diese ist schlussendlich nicht mehr als die Kampagne, allerdings ohne die Story.

Was macht denn der Panzer da im Hintergrund?
Was macht denn der Panzer da im Hintergrund? © 2K

Beim Onlinemodus sticht besonders der King of Battlegrounds hervor. Dieser ist ein Online Royal Rumble in dem jeder Spieler mit einem Wrestler teilnimmt. Das Ziel ist es so lange wie möglich drinzubleiben. Sobald man einmal aus dem Ring rausgeworfen wurde, ist das Spiel beendet.

Besonders unter Freunden sollte der Multispielermodus für Spaß, Spannung und Emotionen sorgen. Mit der Chance Finisher zu blocken, Pinversuche zu unterbrechen und jegliche Attacken mit gutem Timing zu kontern, hat 2K ein perfektes Fundament für lustige Abende unter Freunden geschaffen.

Fazit

Mit WWE 2K Battlegrounds ist 2K Games und Entwickler Saber Interactive ein unterhaltsames Wrestlingspiel gelungen, was dem normalen Gamer wohl sogar mehr Spaß macht als die normale WWE 2k Reihe. Unter dem Strich steht ein simples Spiel mit einigen Schwächen, was Wrestlingfans bei Laune hält, und die Hoffnung nährt, dass WWE 2K22 das letztjährige Debakel vergessen machen kann.