PGA Tour 2K21 in der Review - mit TimKalation
PGA Tour 2K21 in der Review - mit TimKalation © 2K / TimKalation / SPORT1
Lesedauer: 7 Minuten

Sportsimulationen versuchen durch eigene Mechaniken immer möglichst nah an der Realität zu rangieren. PGA Tour 2K21 ist da keine Ausnahme. Birdie oder Bogey - die Review.

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Golf - eine Sportart, die auf viele Weisen faszinierend, wie beruhigend ist, die aber auch nur verhältnismäßig wenige aktiv ausüben. Es ist kein Breitensport wie Fußball oder Basketball, einfach mal eben zum benachbarten Platz gehen und ein paar Bälle schlagen ist nicht möglich. Für jene, die sich Golfplatz, Tasche und etwaige Mitgliedschaften nicht leisten können gibt es PGA Tour 2K21. Aber auch reale Putter kommen auf ihre Kosten.

Der Einstieg

Seit Mario Golf auf dem Gameboy kein Golf-Spiel mehr angerührt? Kein Problem! PGA Tour 2K21 startet mit einer kurzen Abfolge von Tutorials, die die Basics erklären. Winkel anpassen, die richtige Schlägerwahl und wieso ist der Wind so frech? Der Einstieg fällt sehr leicht und lässt erste Erfolgserlebnisse zu. 

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In der Review ging es auf der Q-School mit der Karriere los
In der Review ging es auf der Q-School mit der Karriere los © Screenshot PGA Tour 2K21 / 2K

Danach hat der Spieler die Wahl zwischen einigen wenigen Modi. In der PGA Tour Karriere stehen vier Startpunkte zur Auswahl. Zwischen der Q-School und der eigentlichen Profi-Turnierreihe ist alles dabei. Mit den Schwierigkeitseinstellungen auf "Normal" ging es in der Review auf der niedrigsten Karrierestufe los. Zuvor konnte der eigene Spieler noch mit vielen optischen Anpassungsmöglichkeiten hübsch gemacht werden.

Loch um Loch wurde das Gefühl für die Gegebenheiten besser, in der Tabelle ging es immer weiter hoch. Mehrere Birdies bescherten am Ende den ersten Platz. Anschließend würde die Karriere nahtlos mit dem nächsten Level weitergehen. 

Germany's next Topgolfer? Im Grafikstil des Spiels nah genug am realen Original auf alle Fälle.
Germany's next Topgolfer? Im Grafikstil des Spiels nah genug am realen Original auf alle Fälle. © Screenshot PGA Tour 2K21 / 2K

Streamer TimKalation, der zuletzt als Kommentator für den F1 Streamer Cup aktiv war, hat sich mit PGA Tour 2K21 auseinandergesetzt und kam auch ohne Erfahrung gut zurecht: "Der Einstieg war recht einfach, auch wenn mir einige Begriffe nicht geläufig waren, da ich selbst kein Golf spiele und auch sehr selten schaue. Es wird alles erklärt - angefangen bei den Basics bis zu komplexeren Themen wie spezielle Schlagarten oder die Wahl des Schlägers. Da das Spiel aber je nach Situation auf dem Grün (oder Sand) schon gute Vorschläge macht, kann man die Perfektionierung der Techniken auch nach hinten verschieben."

Ein großes Aber gibt es allerdings auch: "Insgesamt fand ich PGA zu einfach. Ich habe schon nach kurzer Zeit den höchsten Schwierigkeitsgrad eingestellt und ohne Hilfslinie geputtet. Und dennoch immer um Platz 1 gespielt."

Die Karriere ist eine gute Idee, die aus anderen Sportsimulationen bereits weitreichend bekannt ist, allerdings bleibt abgesehen von den optischen Anpassungen wenig Spielraum für ein echtes Managergefühl hinter dem Golfer. Ein Privatleben wird ebenso nicht dargestellt - was im Hinblick auf vergleichbare Spiele normal ist, aber bei einer ruhigen Sportart wie Golf vielleicht noch eine gute Randergänzung gewesen wäre.

"Zu verbessern ist im Karrieremodus die Langzeitmotivation. Es macht für den eigenen Spielcharakter keinen Unterschied welchen Level er hat. Nur, dass man mehr Geld und Möglichkeiten der Individualisierung wie Hosen, Schuhe oder Handschuhe hat. Und auch das ist ein Punkt - wenn ich mehrfacher Champion bin und mein Sponsorenvertrag bringt mir ein neues Paar Schuhe, dann fühlt sich das nicht belohnend an.", findet Tim. "Auch die Rivalitäten mit anderen Profis sind zu unlogisch. Es wird groß eine Rivalität mit einem anderen Spieler angekündigt und der wird dann problemlos deklassiert. Insgesamt kann dieser Aspekt der Immersion deutlich ausgebauter sein."

Mechaniken

Mit dem Controller in der Hand einen Golfschläger führen - klingt erstmal weit weg von der Realität, jedoch hat 2K einige kleine Einstellungsmöglichkeiten vor dem Schlag parat. Flugkurve, Zielwinkel und Backspin beziehungsweise Drall nach vorne können in Ruhe vor jedem Versuch kalibriert werden. Ist der Spieler damit zufrieden wird es knifflig. 

Der Abschlag geschieht mit Hilfe des Sticks. Hierbei kann zwischen linkem und rechtem Stick frei entschieden werden, was je nach Präferenz und realer Schlaghand ein nettes Detail ist. 

Das Blau muss im Weißen bleiben. Klar soweit.
Das Blau muss im Weißen bleiben. Klar soweit. © Screenshot PGA Tour 2K21 / 2K

Die Bewegung des Sticks wird exakt getracked. Wie gerade, wie schnell und mit wieviel Kraft der Spieler ausführt hat immensen Einfluss auf Flug und Landung des Balls. Auch wenn der Wind und alle anderen Gegebenheiten mit einbezogen wurden - ist der Schlag krumm, landet der Ball in der Wüste.

Auf dem Grün helfen zum einen farbige Linien mit einem in gewissen Richtungen verlaufenden Schimmern bei der Einschätzung des nötigen Winkels. Nach erster Positionierung kann durch das Drücken der X-Taste der angepeilte Verlauf vorgezeichnet werden. Liegt der Spieler daneben, darf noch einmal korrigieren, kann danach aber die Linie nicht neu zeichnen lassen. Mit der Zeit verbessert sich das Gefühl für Gefälle und das Gitternetz automatisch.

Online-Modus und dann?

PGA Tour 2K21 bietet auch einen Online-Modus, in dem entweder 1-gegen-1, 2-gegen-2 oder im sogenannten Skins-Modus gespielt werden kann. Die Spielersuche ist unkompliziert und dauert angemessen kurz. Allerdings offenbart sich schnell - hier gibt es keinen Welpenschutz. Anders als in der ersten Runde des Karriere-Modus wird hier jede kleinste Fehlbewegung bestraft. 

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Erfreulich ist, dass es während der Testrunden keinerlei Laggs gab. Jedoch ging keine der Partien über das achte Loch hinaus. Entweder verließ der Gegner extrem früh das Match oder erbarmte sich etwas später, weil er bei jedem Kurs über zehn Schläge brauchte, um überhaupt in die Nähe der Fahne zu kommen. 

Neben der Karriere und eben diesem Online-Modus bleibt PGA Tour 2K21 in Bezug auf Variation etwas blass. Minispiele oder Herausforderungen fehlen und würden das aufgrund der Sportart etwas steifere Game deutlich auflockern.

"Ein Modus in dem man regelmäßig mit einigen Freunden eine kleine Tour spielen kann und die Ergebnisse werden mit entsprechenden Belohnungen fortgeführt - das wäre schön.", findet TimKalation. Aber insgesamt würde mir schon reichen, wenn der Karrieremodus ausgebauter wäre. Dass 2K es kann, beweist ja die NBA Reihe."

Grafik und Technik

Grafisch macht PGA Tour 2K21 dank neuer Grafik-Engine alles besser als der Vorgänger, bei dem die Optik ein großer Kritikpunkt war. Auch wenn die Zuschauer nach wie vor statisch im Hintergrund herumexistieren, sehen die Kurse sehr gut aus und die Bewegungen des Golfers sind ebenfalls nachvollziehbar und flüssig. Die neue Poweranzeige erleichtert es enorm, die Weite des Schlags einzuschätzen.

Schönen Rasen haben Sie da!
Schönen Rasen haben Sie da! © Screenshot PGA Tour 2K21 / 2K

Die HUD macht einen guten, nicht störenden Eindruck und ist auch für Laien schnell nachzuvollziehen. Individualität bietet das Game dank Kleidung und anderen kosmetischen Items, die durch die im Spiel verdiente Ingame-Währung nach und nach erworben werden können oder sogar mit Erfolgen freigeschaltet werden.

Fazit

Wer sich für Golf begeistert und in den eigenen vier Wänden gerne mal aufs Grün möchte, findet in PGA Tour 2K21 eine sehenswerte Alternative zur Realität, die sich auf das Wesentliche beschränkt. Das Spiel möchte eine Simulation sein und verzichtet daher auf zusätzliche Gimmicks und Minispiele. Insgesamt bietet der neue Ableger eine entspannte Plattform für Fans des Golfsports, ist aber einsteigerfreundlich genug, um auch neue Interessenten anzulocken.

TimKalation hatte trotz kleinerer Kritikpunkte sichtlich Spaß an dem Spiel: "PGA vermittelt eine schöne Golfatmosphäre und die Kommentatoren lassen echtes TV-Gefühl aufkommen. Die Spielmechanik, wie man schlägt und die Unterschiede der Schläger sind sehr gut. Die Golfkurse sind wunderschön und der Boden sowie der Wind haben einen merklichen Einfluss. Man fiebert bei jedem Schlag mit, ob man alles gut eingeschätzt hat und ob man den Ball gut getroffen hat."